BMW will wieder wachsen, Volkswagen setzt auf bezahlbare Elektromobilität, BYD kämpft mit Gegenwind und Tesla fokussiert sich aufs Robotaxi
Die anstehende Automesse IAA rückt auch an der Börse das Auto in den Vordergrund
Am kommenden Dienstag startet in München die Internationale Automobil-Ausstellung und zugegen wird dort alles aus der Branche sein, was Rang und Namen hat. Kurz vor dem Event steigert sich die Aufmerksamkeit, welche dem Autosegment zuteilwird. Sogar in der Politik schlägt das Thema wieder höhere Wellen. So kündigte CSU-Chef Markus Söder am Wochenende einen 10-Punkte-Plan vor, mit dem die Zukunft der hiesigen Autoindustrie gesichert werden soll.
Gerettet werden muss die deutsche Autoindustrie allerdings nach Einschätzung von BMW (DE0005190003) nicht. In einem Interview mit der „FAZ“ zeigt sich CEO Oliver Zipse zuversichtlich, dass die Wende stattdessen mit neuen und besseren Produkten gelingen kann. Auf der IAA wird die „Neue Klasse“ ihre Premiere feiern, an der bei BMW seit rund fünf Jahren mehr oder weniger sämtliche Abteilungen arbeiten.
Eingestehen muss BMW sich, dass China für das Unternehmen noch immer der größte Markt ist und dort momentan viel Gegenwind herrscht. Zipse ist aber überzeugt davon, mit neuen Modellen auch dort wieder zum Wachstum zurückkehren zu können. Man sei gut aufgestellt, um chinesische Kunden zu begeistern, was vor allem mit technischen Innovationen gelingen soll. Die Zuversicht bei den Aktionären ist durchaus vorhanden, aber wenig ausgeprägt. In der ausgelaufenen Woche gab die BMW-Aktie leicht bis auf 88,44 Euro nach.
Volkswagen: Masse statt Klasse?
Bei Volkswagen (DE0007664039) treten teure technische Spielereien momentan ein wenig in den Hintergrund. Zwar bleibt man auch dort am Ball und wird bei der IAA mit Sicherheit manche Neuheit zeigen können. Doch viel Aufmerksamkeit wird auch neuen Volumenmodellen zuteil, welche die Elektromobilität in Deutschland und Europa endlich bezahlbar machen sollen.
Kürzlich wurde bekannt, dass ein ursprünglich als ID.2 angekündigtes Modell als ID.Polo vermarktet werden soll. Beim Verkaufspreis peilt Volkswagen 25.000 Euro an. Weitere Details dürften in den nächsten Tagen folgen. Grundsätzlich konnte Volkswagen zuletzt in Europa bei den Absatzzahlen stark zulegen und sich klar als Marktführer in einem wieder deutlich schneller wachsenden Markt um E-Autos etablieren. China bleibt aber eine Herausforderung, was den Aktienkurs zurückhält. Zum Wochenende musste man sich mit 99,92 Euro zufriedengeben.
Wird BYD entzaubert?
Im Reich der Mitte haben nicht nur deutsche Autobauer mit Problemen zu kämpfen. Auch für BYD (CNE100000296) ziehen in der Heimat dunkle Wolken auf. In einem brutalen Preiskampf konnten im laufenden Jahr Volumensteigerungen nur durch hohe Rabatte realisiert werden, was auf der Marge lastete. In den vergangenen zwei Monate scheint aber nicht einmal mehr das noch für steigende Absatzzahlen gesorgt zu haben. Gerüchten zufolge soll BYD deshalb das Absatzziel für das laufende Jahr schon deutlich reduziert haben.
Wirklich schlecht läuft es für BYD noch nicht. Die Margen fallen höher aus als bei den meisten Konkurrenten, die Marktanteile wachsen munter weiter und die Expansion im Ausland beschleunigt sich. Dennoch hinterließen die jüngsten Meldungen an der Börse ihre Wirkung. Der Aktienkurs fiel in dieser Woche um über drei Prozent auf eher müde 11,44 Euro. Das 52-Wochen-Hoch bei 17,69 Euro ist in weite Ferne gerückt.
Tesla: Alles oder nichts!
Noch sehr viel mehr Gegenwind muss Tesla (US88160R1014) einstecken, wenn es um die Absatzzahlen geht. In Europa befanden sich die Verkäufe von Model Y und Co. zuletzt im freien Fall, obschon E-Autos an sich wieder deutlich zulegen konnten. Ein Mittel dagegen wurde noch immer nicht gefunden, doch der Fokus scheint sich ohnehin nahezu vollständig in Richtung Robotaxis zu verschieben. Gekoppelt an einen Erfolg in diesem Segment ist auch ein frisches Gehaltspaket für Elon Musk, welches ihm bis zu eine Billion US-Dollar über die kommenden zehn Jahre in Aussicht stellt.
Kürzlich gab Tesla nun seine Robotaxi-App für die Öffentlichkeit frei und tatsächlich fielen die Downloads ersten Berichten zufolge höher aus als bei Waymo und Uber zu deren besten Zeiten. Allerdings können sich Nutzer bisher nur auf eine Warteliste setzen lassen. Den Anlegern reicht das aber schon vollkommen aus, um neue Zuversicht zu tanken. Mit dem Aktienkurs von Tesla ging es am Freitag um 3,6 Prozent auf 350,84 Dollar aufwärts und auf Monatssicht lassen sich Aufschläge von 13,6 Prozent verzeichnen.
Richtungsweisend
Bei der IAA dürfte es einige Neuigkeiten zu sehen geben, und jene werden ein Stück weit auch die Richtung erkennen lassen, in die es die Hersteller in Zukunft treibt. Vor dem Hintergrund mehrerer fundamentaler Herausforderungen ist das auch für die Anleger eine spannende Angelegenheit. In mancher Hinsicht könnte es richtungsweisende Neuigkeiten zu sehen geben, was an den Aktienkursen der Hersteller kaum spurlos vorbeigehen wird.
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07.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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