Nicht nur die Hoffnungen schrumpfen bei BYD, auch bei Auslieferungen und Produktion sendet das Unternehmen mittlerweile negative Signale aus
Der Trend bei BYD ist kaum noch zu übersehen
Über Jahre hinweg galt der chinesische Konzern BYD als der große Aufsteiger im Autosegment, der beim Wachstumstempo sogar den US-Rivalen Tesla des Öfteren übertrumpfen konnte. Eine Expansion in westliche Gefilde sollte die Erfolge noch weiter steigern und den Aufstieg zu einem der weltweit größten Autokonzerne ebnen. Doch aktuell stößt BYD dabei auf immer größere Widerstände.
Zu kämpfen hat BYD (CNE100000296) insbesondere mit dem heftigen Preiskampf auf dem chinesischen Markt. Aufgrund einer beispiellosen Fertigungstiefe ist man zwar prinzipiell besser aufgestellt als die meisten Konkurrenten, da wichtige Bauteile wie die Akkus für E-Autos aus eigener Produktion stammen. Dennoch ließen die Absatzzahlen sich in den letzten Monaten nur noch mit satten Rabatten ankurbeln, was natürlich an der Marge knabbert. Darüber hinaus fiel die Expansion nach Europa bislang weitaus weniger kraftvoll aus, als man es sich noch vor einigen Jahren erhofft hatte.
Das hat immer deutlichere Folgen und mündete schließlich in rückläufigen Absatzzahlen. In China sanken die Verkaufszahlen kürzlich zum vierten Mal in Folge. 292.813 Fahrzeuge wurden für den vergangenen Monat gemeldet und damit 14,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In einigen europäischen Märkten konnten die Absätze zwar prozentual stark gesteigert werden. In absoluten Zahlen bleiben die Zahlen aber überschaubar und die Rückgänge auf dem Heimatmarkt lassen sich damit nicht ausgleichen.
Kappt BYD jetzt die Prognose?
Die schwache Nachfrage wirkt sich nun immer mehr auch auf die Produktion aus. Im August senkte BYD bereits zum zweiten Mal in Folge die Kapazitäten in den eigenen Werken. Es liefen rund 353.000 NEVs vom Band, was einem Rückgang von 3,8 Prozent entspricht. Das Minus fällt damit noch einmal deutlich höher aus als die 0,9 Prozent aus dem Juli.
Fraglich erscheint da auch, ob BYD seine ambitionierten Jahresziele noch erreichen kann. Angestrebt wird, 5,5 Millionen Autos zu verkaufen. Erreichen konnte man davon bisher ungefähr die Hälfte, und das Jahr ist schon zu zwei Dritteln vorbei. CNBC meldet bereits unter Verweis auf Insider, dass BYD seine Aussichten um 16 Prozent auf 4,6 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge absenken könnte.
Verantwortlich dafür soll in erster Linie der zunehmend harte Konkurrenzkampf in China sein. Sollte sich das Ganze bestätigen, würde BYD im laufenden Jahr die Absatzzahlen nur noch um sieben Prozent steigern können. Es wäre der geringste Zuwachs seit dem Jahr 2020, als die Corona-Pandemie die Wachstumspläne torpedierte. Aktuell gibt es allerdings keine Krise eines solchen Ausmaßes, welche fehlende Wachstumsimpulse erklären könnte. Stattdessen scheint es, als habe BYD schlicht grundsätzlich eine Decke erreicht.
Im Abwärtstrend
Den Anteilseignern entgehen solche Entwicklungen freilich nicht und fehlende Wachstumsimpulse sind mit eines der besten Verkaufsargumente an der Börse. Die BYD-Aktie setzt daher ihre Talfahrt weiter fort mit Abschlägen von 2,4 Prozent im frühen Handel am Donnerstag. Der Kurs setzte bis zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels auf 11,59 Euro zurück. Höchststände jenseits der 17 Euro sind in schier unerreichbare Ferne gerückt und Anzeichen der Besserung sind aktuell nicht zu finden.
Es sei aber gesagt, dass die Konsolidierung bei BYD noch immer auf einem Niveau stattfindet, welches vor einigen Jahren noch viele dem Unternehmen niemals zugetraut hätten. Es ist also nicht so, als würde gerade schon alles zusammenbrechen und der Konzern den Weg in die Bedeutungslosigkeit antreten. Doch hohe Absatzzahlen allein sind schlicht nicht genug, um den Aktienkurs klettern zu lassen. Investiert wird an der Börse stets und immer in Wachstum, da dies am Ende des Tages Kursaufschläge überhaupt erst rechtfertigen kann. Solange BYD also die Wachstumsschwäche nicht überwinden kann, werden viele Anleger sich anderweitig nach Chancen umsehen.
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04.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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