Mit der nächsten Generation seines Schnellladesystems will BYD die Kunden wieder stärker begeistern
Die Anleger von BYD reagieren eher verhalten
Bereits im vergangenen Jahr geizte BYD nicht mit Superlativen, als ein neues Schnellladesystem vorgestellt wurde. Mit einer Ladeleistung von einem Megawatt sollte das Aufladen zu einer schnellen Angelegenheit werden. Allerdings vermissten die Anleger beim Ausbau entsprechender Ladepunkte ein wenig das Tempo. Nun folgt die nächste Generation der Technologie, bei der natürlich alles besser werden soll.
Wie unter anderem electrive.net berichtet soll das neue Ladesystem von BYD (CNE100000296), das gleichzeitig mit der neuen Batterie „Blade 2“ enthüllt wurde, über eine Leistung von 1,5 Megawatt verfügen und damit das Aufladen noch schneller machen. Versprochen wird, ein E-Auto in nur fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent zu laden. Für eine Aufladung auf 97 Prozent sollen neun Minuten reichen. Laut BYD selbst handelt es sich dabei um einen neuen Weltrekord.
Allerdings scheinen die Anleger davon noch nicht richtig begeistert zu sein. Die BYD-Aktie konnte von der Ankündigung nicht profitieren. Am Donnerstag ging es mit dem Kurs sogar um rund drei Prozent in die Tiefe und der Schlusskurs pendelte sich bei weiterhin überschaubaren 10,25 Euro ein. Mancher Beobachter hat noch Zweifel daran, wie schnell der Ausbau entsprechender Ladestationen vorangehen mag. Zudem kann nur ein überschaubarer Anteil von BYD-Kunden das Ganze überhaupt nutzen. Die entsprechende Technik ist bislang nur in zehn Modellen verbaut, welche sich von der oberen Mittelklasse bis zum Luxussegment erstrecken. Im Volumensegment wird hingegen noch gemächlicher geladen.
BYD will Tempo machen
Es ist BYD nicht gelungen, solchen Sorgen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dabei ließ das Unternehmen wissen, mittlerweile rund 4.000 Stationen der vorherigen Generation aufgebaut und damit sein Versprechen aus dem letzten Jahr eingelöst zu haben. Nun soll das Tempo noch einmal erhöht werden. Bis zum Jahresende sollen in China 20.000 Schnelllade-Standorte entstehen, kündigte BYD-Chef Wang Chuanfu an. Die meisten sollen an bereits existierende Standorte angeschlossen werden.
2.000 Standorte sind für Autobahnraststätten vorgesehen, sodass es im Schnitt alle 100 Kilometer wenigstens eine BYD-Station geben soll. Zum Jahresende ist zudem vorgesehen, die neue Technologie auch weltweit zum Einsatz zu bringen. All das klingt noch einmal selbstbewusster als im Frühjahr 2025. Ob BYD mit der Technologie auch seine Absatzschwäche in den Griff bekommen kann, bleibt jedoch eine Frage für sich.
Jene zeigte sich im Februar wieder einmal überdeutlich, als die Verkaufszahlen von BYD im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent einbrachen. Zwar blickt der Konzern auf dem internationalen Markt auf ein recht ansehnliches Wachstum. Die Rückgänge auf dem Heimatmarkt ließen sich davon allerdings nicht ausgleichen. Beobachter führen die schwache Entwicklung auf die immer intensivere Konkurrenz sowie den Wegfall staatlicher Förderprogramme zurück.
BYD: Vorsprung durch Technik?
Beeindruckend ist es allemal, was BYD auf die Beine gestellt hat. Gedacht hat das Unternehmen auch daran, dass die Ladeleistung öffentliche Stromnetze dezent überfordern könnte. Behoben wird dieses Problem, indem in den Stationen Strom in einem Energiespeicher zunächst vorab gespeichert und dann beim Laden mit der versprochenen Leistung abgegeben wird. Der Konzern lässt hier klar seine Muskeln durch Expertise im Batteriebereich spielen.
Es ist nicht undenkbar, dass die schnelle Ladeleistung in Zukunft zu einem gewichtigen Kaufargument werden könnte. Um damit einen echten Unterschied zu machen, wird BYD das Ganze aber auch ins Volumensegment bringen müssen. Dass es dazu eines Tages kommen mag, scheint nicht undenkbar zu sein. Schließlich sorgte BYD vor gar nicht langer Zeit für Aufsehen damit, sein autonomes Fahrsystem „God’s Eye“ in sämtlichen Kategorien anzubieten. Darin lässt sich erkennen, dass der Konzern grundsätzlich kein Problem damit hat, manches Premium-Feature in die Breite zu tragen.
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06.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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