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Barrick Gold und die Strategiefrage

Barrick mit viel Schwung

NTG24 - Barrick Gold und die Strategiefrage

 

Erst im letzten Jahr hatten sich Barrick Gold (CA0679011084) und Randgold Resources zum weltgrößten Goldproduzenten mit Wirkung zum 01.01.2019 zusammengeschlossen. Das Unternehmen, an dem die Altaktionäre von Barrick Gold 67 % halten, betreibt und entwickelt Lagerstätten in 15 Ländern, darunter Argentinien, Australien, Kanada, Chile, Elfenbeinküste, Kongo, Dominikanische Republik, Mali, Papua Neuguinea, Peru, Saudi-Arabien, Senegal, Sambia und die USA.

Barrick Gold Corp. ist im kanadischen Toronto beheimatet und vor allem in der Produktion und dem Verkauf von Gold und Kupfer sowie der Exploration und Minenentwicklung tätig. Die strategische Bedeutung von Kupfer machte gestern der in diesem Jahr neu ernannte Barrick-CEO Mark Bristow erneut klar und sieht darin auch eine Richtung weiterer Übernahmen.

 

Spannende Gold-Kupfer-Kombination

 

Denn zum einen wird Gold oft zusammen mit Kupfer gefördert, weshalb sich die Förderung des ,,Nebenproduktes‘‘ Kupfer durchaus zu einem skalierungsfähigen Teil des Kerngeschäftes ausbauen ließe. Zum anderen ist kaum ein Metall so ,,strategisch‘‘ wie Kupfer, weil es nicht nur den Charme der neuen Energien mit seinem Megatrend Elektromobilität zum Tragen bringt. Es ist zudem auch einfach kein Ersatz für den massiven Ausbau der globalen Infrastruktur ohne Kupfer denkbar, sei es das chinesische Projekt ,,Neue Seidenstraße‘‘, Indiens geplanter Effizienzssprung bei nachhaltigem Wachstum oder die hochfliegenden Entwicklungspläne vieler afrikanischer Staaten.

Es ist deshalb keine Überraschung, wenn der Barrick CEO für eine Verstärkung der Kupferkomponente in der Unternehmensentwicklung trommelt. Allerdings sind die bestehenden Kupferlagerstätten von Barrick von eher minderer Qualität, wenn man die entsprechenden Vergleichswerte der Peergroup heranzieht. Eine Akquise liegt hier nahe, und als heißer Kandidat wird schon seit längerem Freeport-McMoran herumgereicht. Ob sich dies realisieren lässt, dabei dürften allerdings auch noch einige potenzielle Konkurrenten wie die BHP Group oder Rio Tinto mitreden wollen.

 

Barrick Gold und Newmont Goldcorp

 

Und schließlich muss bei Barrick Gold erst noch der Schulterschluss mit Randgold organisatorisch ,,verdaut‘‘ werden. Damit ist die strategische Position von Barrick Gold interessant, vor allem, wenn der Goldpreis weiter steigen sollte. Und da in der Minenbranche offensichtlich jeder mit jedem spricht, hat auch der feindliche Übernahmeversuch von Barrick Gold gegen Newmont Mining kein böses Blut hinterlassen. Letztere hatten das Angebot abgelehnt. Das von beiden Unternehmen daraufhin neu gegründete Joint Venture Nevada Gold Mines, an dem Barrick Gold 61,5 % der Anteile hält und es auch operativ betreibt, soll ab 2020 Kosteneinsparungen von 500 Mio. Dollar erzielen.

 

Goldbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Parallel dazu ist die neue Kombination aus Barrick Gold und Randgold insgesamt gut vorangekommen, wie die gestern veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen. Die Zahlen für das 3. Quartal konnten die Markterwartungen beim Gewinn schlagen, lag aber beim Umsatz leicht darunter.

So stieg der Umsatz im Berichtsquartal um 45,8 % gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal auf nunmehr 2,678 Mrd. Dollar. Der adjustierte Nettogewinn sprang parallel von 89 Mio. Dollar oder 0,08 Cent je Aktie auf 264 Mio. Dollar oder 0,15 Dollar je Aktie, was die Markterwartungen um 3 Cent übertraf.

Der freie Cashflow legte ebenfalls deutlich zu und stellte sich im Berichtsquartal auf 502 Mio. USD nach 319 Mio. Dollar im Vorjahr. Damit hat Barrick Gold per 30.09.2019 2,4 Mrd. Dollar Cash und Cash-Äquivalente in der Kasse. Gleichzeitig konnten die Schulden von 4,05 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor auf nunmehr 3,155 Mrd. Dollar abgebaut werden. Das Unternehmen teilte auch mit, dass bis Ende nächsten Jahres Vermögenswerte im Umfang von rund 1,5 Mrd. Dollar, die nicht zum Kerngeschäft gehören, veräußert werden sollen.

Die Zuversicht der Unternehmensführung spiegelt sich indes auch im Dividendenvorschlag wider. Diese soll von 0,04 Dollar auf 0,05 Dollar je Aktie und damit um 25 % angehoben werden.

 

Barrick Gold

 

Die Barrick-Aktie drehte nach den Zahlen deutlich ins Plus. Aktuell befindet sich der Wert noch in der Konsolidierungsphase nach dem starken Anstieg von Juni bis September 2019. Es sollte nicht überraschen, wenn die Bodenbildung erst im Bereich des 50 %-Fibonacci-Retracements unterhalb von 16 Dollar endet. Dies ändert aber nichts an den vielversprechenden Aussichten für Barrick Gold, weshalb wir den Wert in unser Musterdepot Basis- und Edelmetalle aufgenommen haben.

 

07.11.2019 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 

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