BayWa-Chef Frank Hiller ist wenig beliebt beim Aufsichtsrat und Unstimmigkeiten lassen die Anleger die Flucht ergreifen
Doch kein schnelles Comeback bei BayWa in Sicht?
Noch vor wenigen Wochen bemühte man sich bei BayWa darum, Optimismus zu verbreiten. Der Konzern ist vor einer Weile ordentlich in Schieflage geraten. Das ehemalige Management schlug einen rücksichtslosen Expansionskurs ein, bei dem Milliarden auf Pump zum Einsatz kamen. Als die Zinsen stiegen, konnte BayWa sich diesen Spaß nicht mehr leisten. Nur knapp schrammte man an einer handfesten Insolvenz vorbei.
Für Besserung sollte ein neuer Vorstand sorgen. Michael Baur wurde von der Beratungsfirma Alix als Sanierungsexperte ins Boot geholt. Darauf folgte erst vor zehn Monaten Dr. Frank Hiller, der seither als neuer CEO im Amt ist. Letzterer ließ noch Ende vergangenen Jahres wissen, dass man bei der Sanierung des operativen Geschäfts voll im Zeitplan sei. Angedacht ist ein Gesundschrumpfen von BayWa (DE0005194062), bei dem diverse Geschäftsbereiche wegfallen und etwa ein Drittel der Belegschaft abgebaut werden sollen.
Hinter den Kulissen scheint es jedoch heftig zu rumoren. Wie die „FAZ“ berichtet, berief BayWa am gestrigen Dienstag offenbar unter Eile eine Aufsichtsratssitzung ein. Das einzige Thema war dabei Frank Hiller. Jenem wurde letztlich nicht das Vertrauen ausgesprochen worden. Eine Abberufung hat jedoch ebenfalls nicht stattgefunden. Das sorgt für viele Fragezeichen und Unsicherheit auf Seiten der Anleger.
BayWa: Ein unangenehmer Chef?
Was zu den Entwicklungen geführt haben mag, darüber lässt sich nur spekulieren. Berichte von Insider lassen vermuten, dass es wohl schon seit Längerem Unstimmigkeiten gibt. Es soll zu Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien zwischen CEO Hiller und CRO Baur gekommen sein. Das führte im Aufsichtsrat zu Gesprächsbedarf und schon vor Weihnachten soll der Plan gereift sein, sich von Hiller zu verabschieden. Im Raum stand den Berichten zufolge lediglich noch die Frage, ob dies im beiderseitigen Einvernehmen oder in Form einer Abberufung geschehen würde.
Durchringen konnte der Aufsichtsrat sich nun für keine der beiden Varianten. Damit bleibt ein angeschlagener und wohl auch nicht unumstrittener Chef im Amt. Der soll sich in Teilen des Aufsichtsrates wohl auch damit unbeliebt gemacht haben, auf eine schnelle Aufarbeitung der Krise bei BayWa hingewirkt zu haben. Die bayrische Staatsanwaltschaft nahm im vergangenen Sommer erste Ermittlungen auf und geht der Frage nach, ob bei den Zahlen für 2023 die Finanzlage möglicherweise verzerrt wiedergegeben wurde.
Unangenehm könnte das vor allem für jene Mitglieder des Aufsichtsrates werden, die schon zu Zeiten von Hillers Vorgänger Marcus Pöllinger auf ihrem Posten saßen. Ob das nun den Ausschlag für die derzeitigen Reibereien gegeben haben mag, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Vieles bleibt im Dunkeln, doch auf Seiten der Anleger entsteht erneut große Unsicherheit. Schließlich stellt sich letzten Endes auch die Frage, ob der auf drei Jahre ausgelegte Sanierungsplan in dieser Form noch Bestand haben wird, wenn Hillers CEO-Posten bereits angesägt ist.
BayWa in der Schwebe
Die Reaktion an den Märkten hätte kaum deutlicher ausfallen könnten. Am Montag stürzte die BayWa-Aktie zeitweise um über zehn Prozent zurück, ehe sie den Tag nach einer kleineren Erholung mit Kursverlusten von rund 6,5 Prozent abschließen konnte. Zu Handelsbeginn am Mittwoch setzten die roten Vorzeichen sich fort. Es ging heute Morgen um weitere 3,1 Prozent bis auf zunächst 3,11 Euro in Richtung Süden.
Eigentlich bräuchte es bei BayWa gerade in Krisenzeiten Einigkeit und ein Gespann von Vorstand und Aufsichtsrat, das an einem Strang zieht. Stattdessen scheint es allerlei Streitereien zu geben. Das sorgt nicht eben dafür, dass unter den Aktionären verlorengegangenes Vertrauen wiederhergestellt werden kann. Solange nicht geklärt ist, wie es im Vorstand weitergehen mag und wer BayWa in den kommenden Jahren durch die Sanierung leitet, dürften die Bullen weiterhin auf Abstand bleiben.
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07.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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