Der von Bayer vorgeschlagene Glyphosat-Vergleich erhält eine vorläufige Genehmigung, doch noch bleiben einige Fragen offen
Jetzt kommt es für Bayer auf Kläger und Supreme Court an
Im Februar sorgte Bayer für Aufsehen mit einem neuerlichen Glyphosat-Vergleich, der rund 67.000 anhängige Klagen sowie sämtliche Ansprüche über einen Zeitraum von 21 Jahren befrieden sollte. 7,25 Milliarden US-Dollar nimmt der Konzern dafür in die Hand, was die Bilanzen für 2025 wieder einmal in den tiefroten Bereich drückte.
Im Gegenzug liefert der Konzern aber die Aussicht darauf, das Thema Glyphosat endlich abschütteln zu können. Allerdings müssen dafür noch einige Hürden genommen werden. Eine davon passierte Bayer (DE000BAY0017) nun beim zuständigen Gericht in St. Louis. Dort sprach man für den angepeilten Vergleich eine vorläufige Genehmigung aus.
Die Kläger haben nun bis zum 4. Juni die Möglichkeit, den Vergleich entweder anzunehmen oder ihrerseits Einwände vorzulegen. Bayer zeigt sich zuversichtlich, auf breite Zustimmung zu treffen. Schließlich stehen die Klägeranwälte unter Druck. Im Juni steht eine Entscheidung des Supreme Court zur Causa Glyphosat an. Fällt jene im Sinne des Unternehmens aus, könnte laufenden Klagen die Grundlage entzogen werden und in diesem Fall könnte mancher Kläger leer ausgehen.
Wer dem Vergleich zustimmt, sichert sich hingegen zumindest noch Anspruch auf eine Kompensation. Die Spannung wird in den kommenden Wochen erstmal nicht nachlassen. Bayer gelingt aber ein weiterer Schritt bei einem bislang durchdachten, dadurch aber nicht weniger waghalsigem Plan. Belohnt wurde das am Mittwoch mit Kursgewinnen im späten Handel, was vorherige Verluste ein wenig ausgleichen konnte. Aus dem Handel ging es gestern mit 37,40 Euro; der Tagesverlust belief sich auf etwas mehr als zwei Prozent.
Bayer: Davon hängt alles ab
Für Bayer steht und fällt alles mit der Entscheidung des Supreme Court. Kommt jener zum Schluss, dass der Konzern im Recht liegt, so dürfte das Thema Glyphosat sich dauerhaft erledigt haben. Kommt es jedoch anders, könnte die Angelegenheit noch länger wie ein Damoklesschwert über Aktie und Unternehmen schweben. Noch ist es zu früh, um schon die Sektkorken knallen zu lassen. Bisher verläuft der Plan von Bayer zu einer Loslösung aber recht erfolgreich.
05.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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