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Supreme Court bleibt der „Joker“ für Bayer

Solide Zahlen für Q1 von Bayer und eine leichte Prognoseverbesserung für 2026

NTG24 - Supreme Court bleibt der „Joker“ für Bayer

 

Bayer lieferte einen unspektakulären Abschluss für das 1. Quartal ab. Die Zahlen sind solide, aber bringen keine neuen Bewertungsphantasien ins Spiel. Entscheidend bleibt kurzfristig die Entscheidung des Supreme Court, die ein Game-Changer sein kann. 

Echtes Wachstum konnte Bayer (DE000BAY0017) im 1. Quartal nicht erreichen. Insgesamt sank der Umsatz im Jahresvergleich um -2,4 % auf 13,41 Mrd. Euro, was komplett auf das Konto der Pharmasparte geht. Diese spielt zwar nur noch die zweite Geige im Hause Bayer, aber verzeichnete in den ersten drei Monaten einen Umsatzrückgang von 4,55 Mrd. Euro auf 4,25 Mrd. Euro. Insbesondere das Auslaufen von wichtigen Patenten und die harsche Konkurrenz vom Generikamarkt sorgten für Gegenwind bei Xarelto (Gerinnungshemmer) und Eylea (Netzhauterkrankungen). Die Sparten Agrarchemie und nicht-verschreibungspflichtige Gesundheitsprodukte stagnierten. Insgesamt litt Bayer deutlich unter dem starken Euro, der fast 6 Prozentpunkte Wachstum kostete.  

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Der Gewinn stieg deutlich, was aber vorrangig aus Sondereinflüssen resultierte. Dabei hatte Bayer zum einen im Vorjahresquartal negative Sondereinflüsse (-587 Mio. Euro) und in diesem positive Sondereinflüsse (+324 Mio. Euro) zu verzeichnen, sodass der EBIT-Sprung um 52 % auf 3,5 Mrd. Euro bereinigt auf ein immer noch ordentliches Plus von 10 % abschmilzt. Problematisch bleibt weiterhin der negative freie Cashflow (Q1: -2,3 Mrd. Euro) und die dadurch erhöhte Nettoverschuldung von -32,5 Mrd. Euro (+9 %). 

Im Hinblick auf die Prognose für 2026 gab es wenig Neues. Währungsbereinigt bestätigte man die bisher gemachten Aussagen, aber erhöhte in Euro gerechnet die Spanne für den Umsatz marginal von 44,0 bis 46 Mrd. Euro um 500 Mio. Euro auf 44,5 bis 46,5 Mrd. Euro. Beim um Sondereinflüsse bereinigten Konzernergebnis steigt die Spanne von 4,00 bis 4,50 Euro je Aktie um 10 Cents auf 4,10 bis 4,60 Euro. Das macht den Kohl nicht fett, zumal die Änderung nicht aus dem operativen Geschäft kommt. 

 

Supreme Court bleibt der „Joker“ für Bayer

 

Warum man Bayer aber im Depot haben muss, ist der Supreme Court. Nach anfänglicher Ablehnung hatte der Oberste Gerichtshof der USA einen Glyphosat-Fall („Durnell v. Monsanto“) angenommen. Ziel des Verfahrens ist eine Grundentscheidung über die Frage, ob Unternehmen die Benutzer ihrer Produkte warnen müssen, wenn eine übergeordnete staatliche Behörde die Wirkstoffe als ungefährlich einstuft, eine untergeordnete Landesbehörde jedoch gegenteiliger Meinung ist. John Durnell, ein Bauer aus Missouri, hatte Roundup über Dekaden hinweg eingesetzt und dann Krebs (Non-Hodgkin-Lymphom) bekommen. In der ersten Instanz wurden ihm im Jahr 2023 1,25 Mio. US-Dollar zugesprochen. Der Missouri Court of Appeals wies 2025 die Berufungsklage von Bayer zurück. Im Januar 2026 hatte der Supreme Court den Fall zur Überprüfung der unteren Instanzen angenommen und wird voraussichtlich bis Ende Juni entscheiden. 

 

Bayer AG

 

Entscheidet der Supreme Court zugunsten von Bayer, kann die Aktie schnell Richtung 70 bis 75 Euro steigen. Denn die Umweltbehörde EPA hatte Glyphosat immer als unbedenklich und nicht krebserregend eingestuft. So wie es auch in Europa der Fall ist. Zu einer anderen Meinung kommt nur die IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung), die zur WHO gezählt wird. Doch selbst die IARC sagt nicht, dass Glyphosat Krebs auslöst, sondern dass eine Krebserkrankung durch Glyphosat theoretisch möglich sei. Im Gegensatz zur EPA und der ECHA (Europäische Chemikalienagentur) muss sich die IARC aber bei ihrer Einschätzung nicht an die Herstellervorgaben halten, die klare Grenzwerte für den Einsatz von Glyphosat vorgeben. Analog dazu sind auch die Einstufungen einiger Landesbehörden in den USA zu werten, die sich konträr zur Einstufung der EPA stellen. Bestätigt der Supreme Court, dass Bundesrecht Landesrecht bricht, entfällt die Grundlage für die meisten Klagen gegen Bayer. 

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13.05.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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