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home24 und Westwing: Mit dem baldigen Ende des Lockdowns droht beiden Aktien ein massiver Crash

Ende der Party rückt näher

 

Noch vor knapp einem Jahr standen die beiden Online-Händler für Möbel und Inneneinrichtungen home24 (ISIN: DE000A14KEB5; WKN: A14KEB) und Westwing (ISIN: DE000A2N4H07; WKN: A2N4H0) förmlich mit dem Rücken zur Wand. Zum einen arbeiteten beide Firmen bei vergleichsweise mäßigen Umsatzsteigerungen stark defizitär. Zum anderen sanken beide Aktien in der Spitze bis auf 2,55 Euro bzw. 2,54 Euro, weshalb auf diesem Kursniveau bei beiden Firmen die Refinanzierung der Geschäftsmodelle infrage gestellt wurde. Denn damals vertrauten die allermeisten Investoren kaum noch darauf, dass sich die zwei vergleichsweise kleinen Player dauerhaft im knallharten Wettbewerb mit anderen Online-Händlern etablieren können. Dementsprechend kamen die Corona-Krise und die folgenden Lockdowns für die Firmen mehr als nur wie gerufen.

Denn mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Schließung von vielen Möbelhäusern erlebten beide Unternehmen eine Sonderkonjunktur, wie sie zuvor kaum vorstellbar war. Gleichzeitig identifizierten mehr und mehr Anleger die Anteilscheine von home24 und Westwing als absolute Corona-Profiteure, weshalb die Notierungen in der Spitze jeweils auf 26,86 Euro bzw. 41,54 Euro stiegen und sich somit gegenüber ihren Zwölfmonatstiefs phasenweise deutlich mehr als verzehnfachen konnten.

 

Rückkehr zur Normalität führt wieder zu einem verschärften Wettbewerb

 

Nachdem die Inzidenzwerte in vielen Regionen gesunken sind, die Corona-Impfkampagnen erste Fortschritte erzielen und somit die Öffnung der regulären Möbelhäuser zunehmend in greifbare Nähe rückt, dürften die Firmen dennoch weiterhin mit den alten Herausforderungen zu kämpfen haben. Zudem haben etablierte Händler wie Ikea, aber auch mittelständische Anbieter die vergangenen Quartale genutzt, um ihren Online-Vertrieb forciert auszubauen, was die Konkurrenzsituation für die noch jungen Firmen deutlich verschärfen dürfte.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeFür das Jahr 2021 werden derzeit von den Analysten für home24 und Westwing Erlöse in Höhe von 487 Millionen Euro bzw. 434 Millionen Euro prognostiziert. Damit sind die zwei Firmen immer noch vergleichsweise kleine Anbieter, die im Gegensatz zu den vielfach größeren Konkurrenten weitaus schwieriger Skaleneffekte generieren können, um dauerhaft auskömmliche Gewinne zu erzielen. Außerdem treten viele ausländische Anbieter wie Wayfair aggressiv in Europa auf, weshalb wieder ein verschärfter Preiswettbewerb zu befürchten ist. Deshalb dürften sich mittelfristig wieder weitaus mehr Investoren die Frage stellen, ob die Geschäftsmodelle beider Anbieter tatsächlich ein hinreichend hohes Margenpotenzial haben.

 

Fazit:

 

Aktuell wird der Anteilschein von Westwing mit einem geschätzten 2021er-KGV von 60 gehandelt und für die Aktie von home24 wird ein Nettoverlust von 0,49 Euro im laufenden Jahr prognostiziert. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Wettbewerbspositionen gegenüber weitaus größeren Konkurrenten sehen wir jetzt die reale Gefahr vor massiven Kursverlusten bei beiden Wertpapieren.

 

22.02.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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