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BÖRSE TO GO - Konjunkturpaket, Mehrwertsteuersenkung und die EZB

Leichte Gewinnmitnahmen

 

Leichte Gewinnmitnahmen im asiatischen Handel. Die FOMO-Rallye am gestrigen Mittwoch hat die deutschen und amerikanischen Indizes auf neue Höchststände im 2. Quartal gebracht. Die starken Käufe finden jedoch keinen Anschluss im heutigen asiatischen Handel. Die chinesischen Indizes schwanken leicht zwischen geringeren Gewinnen und Verlusten. Der japanische Nikkei 225 Index kann sich etwas absetzen und ein Plus von mehr als 0,3 % ausweisen. Die deutschen und amerikanischen Futures notieren dagegen einheitlich leicht im Minus. 

Mit allgemeiner Erleichterung war gestern das positive Momentum vieler Wirtschaftsdaten aufgenommen worden. Die meisten Daten bewegen sich immer noch auf historisch niedrigen Niveaus, aber sie verschlechtern sich überwiegend nicht mehr, sondern kommen zurück. Diese kommende „Normalisierung“ feierte der Aktienmarkt gestern mit hohen Gewinnen, die heute getestet werden. Der DAX konnte im Präsenzhandel um 3,88 % auf 12.487 Punkte steigen und der S&P 500 Index um 1,36 % auf 3.122,87 Punkte. Einzig und allein der Nasdaq Composite Index hinkte hinterher mit einem Gewinn von „nur“ 0,78 % auf 9.682,91 Punkten, was nur knapp unter dem letzten Allzeithoch liegt. 

 

DAX

 

Berlin greift tief in die Tasche

 

Die Koalition legte ein sehr großes Konjunkturpaket mit einem Umfang von 130 Mrd. Euro auf den Tisch, das nahezu alle erfreut. Im Mittelpunkt steht eine (temporäre) Mehrwertsteuersenkung vom 01. Juli bis zum 31. Dezember. Der normale Satz soll von 19 % auf 16 % gesenkt und der ermäßigte Satz von 7 % auf 5 % reduziert werden. Mit Erleichterung werden auch die Versorger die Nachricht aufnehmen, dass die Kosten der EEG-Umlage 2021 gesenkt werden sollen. Dies war lautstark in Essen eingefordert worden. 

Für die Kommunen soll es Milliardenhilfen geben. Der Bund und die Länder erwarten erhebliche Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen in diesem und dem kommenden Jahr. Kommunen mit besonders wackligen Finanzen sollen daher Unterstützungen bekommen.

Familien dürfen mit einem einmaligen Bonus rechnen. Pro Kind wird es eine einmalige Auszahlung in Höhe von 300,- Euro geben. 

Die Automobilbranche geht leer aus. Eine Kaufprämie konnte die Lobby gegen den Willen der SPD nicht durchsetzen. Einzig und allein Elektroautos sollen speziell finanziell unterstützt werden. Angesichts des geringeren Anteils im Vertrieb, dürfte das jedoch nur wenig helfen. Indirekt hilft aber die Absenkung der Mehrwertsteuer ein wenig, um den Kaufpreis für die langlebigen Güter zu senken. Die Aktien aller deutschen Automobilhersteller notieren vorbörslich deutlich im Minus. Daimler wird bei Lang & Schwarz 3,11 % tiefer bei 36,85 Euro gesehen.

 

EZB Tag

 

Mit Spannung erwartet die Börse die heutige Pressekonferenz der EZB. Eine Zinsentscheidung steht nicht auf der Agenda. Der Euro Leitzins, der Einlagensatz und die Spitzenrefinanzierungsfazilität werden unverändert bleiben, so die Prognose der meisten Analysten. Dennoch werden neue Maßnahmen erwartet, um die Wirtschaft in der Euro-Zone zu stützen. Die Aufmerksamkeit gilt insbesondere einer Ausweitung von PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme), um einer drohenden Deflation in der Eurozone zu begegnen. Konkret erwarten die Anleger eine Verlängerung von PEPP bis 2021 und eine Erhöhung des Volumens von 750 Mrd. Euro auf 1.000 Mrd. Euro. 

Christine Lagarde wird die Entscheidung aus Berlin preisen. Schon ihr Vorgänger hatte immer und immer wieder mehr Unterstützung vonseiten der Fiskalpolitik gefordert, um die umfangreichen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zu begleiten. 

 

Erstanträge sollen weiter fallen

 

Parallel zum Beginn der EZB-Pressekonferenz werden an der Wall Street die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die letzte Woche bekannt gegeben. Nachdem sich in der vergangenen Woche 2,12 Mio. Menschen neu arbeitslos gemeldet hatten, werden heute 1,8 Mio. neue Arbeitslose erwartet. Die Zahlen der Arbeitslosen insgesamt ist damit so hoch wie seit der Depression in den 30er-Jahren nicht mehr. Rund 40 % der ärmeren Bevölkerung in den USA steht ohne Beschäftigung dar. 

Bemerkenswert waren die gestrigen Zahlen aus dem US-Energiesektor. So sanken die Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 2,1 Mio. Barrel. Die unerwartet starke Nachfrage, es war mit einem Aufbau der Bestände um 3,0 Mio. Barrel gerechnet worden, signalisiert dem Markt, dass die amerikanische Wirtschaft ihre Kapazitätsauslastung schneller erhöht als befürchtet. 

 

04.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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