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BÖRSE TO GO - Deutsche Wohnen, Tesla und US-Arbeitsmarktdaten

Positiver Handel vor den US-Arbeitsmarktdaten

 

Der deutsche Aktienmarkt setzt seine FOMO-Rallye fort. Nachdem der DAX im gestrigen Präsenzhandel geringe Verluste (-0,45 %) verzeichnete, trotz eines umfassenden Konjunkturpakets aus Berlin mit einem Volumen von 130 Mrd. Euro und einer Ausweitung des Notfall-QE Programms der EZB um 600 Mrd. Euro auf 1,35 Billionen Euro, notiert der DAX-Future dann heute früh im asiatischen Handel wieder mehr als 0,90 % im Plus. 

Die US-Futures ziehen mit. Der Umfang der Gewinne im asiatischen Handel bleiben jedoch hinter dem DAX-Future zurück. Der Dow-Future führt die Gewinne mit einem Plus von mehr als 0,60 %. Der Nasdaq-Future hinkt allerdings wieder hinterher mit einem Gewinn von „nur“ 0,36 % im vorbörslichen deutschen Handel.

 

Lufthansa raus, Deutsche Wohnen rein

 

Die Aktien der Deutsche Wohnen werden die Lufthansa-Aktien im DAX ersetzen. Die Entscheidung war von der Börse schon mehrere Wochen lang antizipiert worden, da die Lufthansa die Mindestanforderungen für einen Verbleib im DAX nicht mehr erfüllt hat. Die Lufthansa gehört seit Gründung des DAX zu den Indexmitgliedern.

 

Deutsche Wohnen SE

 

Der Berliner Immobilienkonzern steht repräsentativ für die stark gestiegene Bedeutung des Immobiliensektors in der deutschen Wirtschaft. Man darf gespannt sein, wie sich die Aktie angesichts des neuen Berliner Mietendeckel in den kommenden Jahren entwickeln wird. Das Gesetz ist seit dem 23. Februar 2020 in Kraft. 

 

Tesla Fabrik-Eröffnung verzögert sich

 

Tesla läuft erneut in Probleme in Berlin / Brandenburg. Nach Vorstellungen von Elon Musk sollte die Fabrik innerhalb von 12 Monat errichtet werden und den operativen Betrieb beginnen. So, wie man es auch in China geschafft hat. Doch das Unternehmen wird erneut von Umweltauflagen behindert. Nicht zum ersten Mal. Nach anfänglichen Beschwerden über die Abholzung eines Fichtenwäldchens, um Platz für die Fabrik zu schaffen, und einem daraus resultierenden Baustopp, steht nun die Abwasserplanung in der Kritik. Tesla soll Pläne vorlegen, um ein Drittel weniger Abwasser zu produzieren. Jörg Steinberg, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, geht inzwischen davon aus, dass die Produktion erst „im 1. Halbjahr“ 2021 beginnen wird. 

Tesla wird rund 4 Mrd. Euro ausgeben, um die Fabrik bei Berlin zu bauen. Bei Vollausbau werden voraussichtlich bis zu 12.000 Arbeitsplätze geschaffen und jährlich bis zu 500.000 PKW produziert. Es gibt in der Region kein vergleichbares Projekt, was seine Bedeutung und den Fokus der Öffentlichkeit noch hervorhebt und schärft.

 

US-Arbeitsmarktdaten im Fokus

 

Der Börsentag startet um 08:00 Uhr mit dem Auftragseingang der deutschen Industrie im Monat April. Die Prognose liegt bei einem Nachfragerückgang um 19,7 %, nachdem die Nachfrage bereits im März um 15,6 % zurückgegangen war. Der Einbruch im März war der stärkste seit August 1975 (-15,7 %). Trifft die Prognose für April zu, wäre es der größte Nachfrageeinbruch für die deutsche Industrie seit mindestens 50 Jahren. 

Aus Spanien erwarten wir um 09:00 Uhr die Industrieproduktion für den Monat April. Die Prognose für den Rückgang im Jahresvergleich liegt bei 20,9 %, nachdem die Industrieproduktion im Monat März um 12,2 % gefallen war.

Italien liefert uns um 10:00 Uhr die jüngsten Einzelhandelsumsätze für den Monat April. Die Umsätze sanken um 18,4 % im Monat März. Eine solide Prognose für April liegt nicht vor. 

Dominiert wird der Tag jedoch von den amerikanischen Arbeitsmarktdaten. Nachdem die USA im April 20,5 Mio. Arbeitsplätze verloren haben, wird für den Monat Mai mit einem langsamen Abebben der 1. Entlassungswelle gerechnet. Die Prognosen reichen von 8 bis 13 Mio. verlorenen Arbeitsplätzen im Mai außerhalb der Landwirtschaft. Unter dem Strich steht aber schon jetzt fest, dass die USA innerhalb weniger Wochen so viele Arbeitsplätze verloren haben wie seit 90 Jahren nicht mehr. 

Der Fokus der Analysten geht inzwischen auf eine mögliche 2. Entlassungswelle. Mit der Öffnung der 50. Bundesstaaten im Juni werden ohne Zweifel wieder viele Unternehmen Arbeitsplätze neu schaffen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das reicht. Wenn die Umsätze unter den Erwartungen bleiben, kann im Anschluss eine 2. Entlassungswelle folgen, da viele Unternehmen derzeit von ihren Reserven zehren, die jedoch endlich sind.

Die landesweite Arbeitslosenquote soll im Mai auf 19,8 % gestiegen sein. Im April war die Arbeitslosenquote bereits auf 14,7 % gestiegen und wöchentlichen Erstanträge im Mai unterstreichen, dass die Arbeitslosenquote erneut stark ansteigen wird. 

 

05.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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