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BÖRSE TO GO - Lufthansa, Nongfu und Softbank

Warten auf die Wall Street

 

Die Futures lassen eine positive Eröffnung der Wall Street erwarten. Bis auf den Nasdaq-Future bewegen sich alle Benchmarks im späten asiatischen Handel deutlich im Plus. Der Dow-Future klettert um mehr als 0,7 % auf über 28.280 Punkte und der S&P 500 Future steigt um mehr als 0,4 % auf über 3.430 Punkte. Der DAX-Future ist dagegen nahezu unverändert zum gestrigen positiven Schlusskurs.

Der deutsche Aktienmarkt vollzog am Montag die Kursgewinne der Wall Street von Freitagabend nach. Die deutsche Präsenzbörse hatte vor dem Wochenende nahe der Tagestiefs der Wall Street geschlossen, die dann im Anschluss eine deutliche Erholungsrallye bis zum Handelsschluss erlebte. Da die Wall Street gestern aufgrund des Labor Day geschlossen war, gab es keine neue Orientierung. 

Alle deutschen Benchmarks erlebten starke Kursgewinne. Der TecDAX stach mit einem Plus von 3,01 % auf 3.074,45 Punkte heraus und konnte damit auch wieder über die wichtige Marke von 3.000 Punkten springen. LPKF (+8,44 %) und Morphosys (+5,53 %) waren die Tagesgewinner. Im ganzen TecDAX gab es nur eine einzige Aktie mit einem Verlust. Die Drägerwerke gaben -0,29 % ab.

Der DAX konnte sich um 2,01 % auf 13.100,28 Punkte steigern. Der Kampf zwischen Bullen und Bären um die 13.000 Punkte-Marke geht damit in die nächste Runde. Die Autos führten den DAX am Montag nach oben. Die Vorzüge von Volkswagen (+4,84 %) und die Daimler Aktie (+4,40 %) verzeichneten die stärksten Kursgewinne unter allen DAX-Mitgliedern. 

Wien und Zürich erlebten ebenfalls einen positiven Wochenauftakt. Der ATX stieg um 1,55 % auf 2.251,66 Punkte und der SMI verbesserte sich um 1,43 % auf 10.297,80 Punkte. Schoeller-Bleckmann (+4,23 %) und Lonza (+2,71 %) waren am gefragtesten. 

China bleibt unter Wasser. Alle chinesischen Aktienindizes bewegen sich während des asiatischen Handels im Minus. Die Verluste sind schwach bis ausgeprägt. Der größte Verlierer ist der China A50 Index, der zwischenzeitlich mehr als -1,4 % abgibt. Die restlichen asiatischen Benchmarks bewegen sich überwiegend im Plus. 

 

Lufthansa senkt die Ziele

 

Die Unternehmensführung ist sich einig geworden, dass sich die Hoffnungen vom Ende des 2. Quartals nicht erfüllen werden. Man hatte darauf gehofft, dass bis zum Jahresende 60 % der Flotte wieder in der Luft ist, doch alles deutet inzwischen daraufhin, dass es wohl nur 40 % sein werden. Eine Differenz, die erhebliche Auswirkungen hat, denn an jedem Prozentpunkt hängen Kosten, die gedeckt werden wollen.

 

Deutsche Lufthansa AG

 

Trotz aller Gegenmaßnahmen verbrennt die Lufthansa immer noch eine halbe Milliarde Euro pro Monat. Die Gespräche mit den Arbeitnehmergruppen schreiten voran, doch die Reduzierung des erwarteten Geschäftsaufkommens bedeutet auch, dass weitere Gesprächsrunden folgen werden, um die Kosteneinsparungen auszuweiten. Das betrifft sowohl die angebotenen Kapazitäten, als auch den Umfang der Arbeitsplatzstreichungen. Die Aktien der Lufthansa notieren vorbörslich (L&S) nahezu unverändert bei 9,015 Euro.

 

Nongfu: Aus Wasser Wein gemacht

 

Der Börsengang von Nongfu könnte kaum unspektakulärer klingen. Ein Unternehmen, das sauberes Trinkwasser in Flaschen anbietet. Das ist nicht gerade „leading edge“. Dennoch katapultierte der Börsengang den Gründer Zhong Shanshan in die Gruppe der reichsten Männer Chinas. Vor allem Privatanleger zeichneten die Aktien des Wasserunternehmens in Hongkong und boten insgesamt 670,8 Mrd. HK-Dollar. 

Das Angebot war damit um 1.148 % überzeichnet. Das hohe Interesse an diesem „puren“ China-Unternehmen resultiert zum Teil auch daraus, dass Chinesen zunehmend weniger Kapital an der Wall Street investieren, aus Sorge vor Sanktionen durch die Trump-Administration. 

Nongfu hat einiges zu bieten. Die Wasserflaschen werden landesweit angeboten und haben einen Marktanteil von 20 %. Das Unternehmen ist damit Marktführer und kann auch auf eine gute Marge von 21 % verweisen. Bei einem Umsatz von 24 Mrd. Yuan verdiente Nongfu in 2019 5 Mrd. Yuan netto. 

Der überaus erfolgreiche Börsengang signalisiert zudem, was wir vom kommenden IPO von Ant Financial erwarten dürfen. Die Finanztochter von Alibaba wird noch in diesem Jahr an die Börsen Hongkong und Schanghai kommen und es wird aller Voraussicht nach der größte Börsengang in der Geschichte werden.

 

Softbank verliert 10 Mrd. US-Dollar

 

Die Aktien von Softbank gerieten auch heute erneut unter Druck in Tokio. Die Marktkapitalisierung wurde damit um 10 Mrd. US-Dollar seit Freitag reduziert. Im Tagestief notierten die Aktien -4,4 % unter dem Schlusskurs vom Montagmorgen. Zum Handelsende hin setzten allerdings Short-Eindeckungen ein, die den Tagesverlust auf -1,2 % begrenzten. Die Wall Street wird heute das erste Mal Gelegenheit bekommen, auf die Enthüllung der Financial Times zu reagieren, dass Softbank der „Wal der Nasdaq“ ist, der in den vergangenen Wochen und Monaten so aggressiv Call-Optionen auf einzelne Technologieaktien aufgekauft hatte, dass die Stillhalter-Banken zu starken Käufen der Underlyings gezwungen wurden, um die eigenen Risiken abzusichern. 

 

Wichtigster Quartalsbericht am Dienstag: Partners Group

 

Deutsche Handelsbilanz vor Börsenbeginn

 

Japan revidierte heute früh das Bruttoinlandsprodukt für das 2. Quartal. In der ersten Lesung ergab sich eine Kontraktion um -8,2 %, was nun auf -7,9 % korrigiert wurde, nachdem im Wesentlichen der private Konsum besser als geschätzt ausgefallen ist. Die Investitionsausgaben haben sich in der Revision allerdings von ursprünglich -3,1 % auf -4,7 % verschlechtert. 

Zum Beginn des vorbörslichen Handels in Europa wird in Deutschland um 08:00 Uhr die Handel- und Leistungsbilanz für Juli veröffentlichen. Die Zahlen der vergangenen Monate lagen regelmäßig über den Schätzungen. Heute wird ein Handelsbilanzüberschuss von 16,0 Mrd. Euro erwartet. Für die Leistungsbilanz liegt keine Schätzung vor. Im Juni lag der Leistungsbilanzüberschuss bei 22,4 Mrd. Euro.

Ein Blick auf die inner-amerikanische Stimmung wird uns heute um 12:00 Uhr der NFIB Index geben. Der Index misst den Geschäftsoptimismus kleiner Unternehmen, die an der Börse unter anderem durch den Russell 2000 Index repräsentiert werden. Der NFIB stand zuletzt im Juli bei 98,8 Punkten. Heute wird der Indexstand für August vorgelegt und es liegt keine Prognose vor. Der NFIB sank während der Covid-19 Krise nie auch nur in die Nähe der Tiefs nach „Lehman“, wo wir Werte in den tiefen 80ern gesehen hatten.

 

08.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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