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BÖRSE TO GO - Commerzbank, Tesla und Volkswagen

Gewinnmitnahmen nach der FED-Sitzung

 

Die Rallye an den Aktienmärkten kühlte sich nach der Rede von Jerome Powell ab. Der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank unterstrich, dass die Maßnahmen der FED zur Unterstützung der Wirtschaft beibehalten werden, bis der traumatisierte Arbeitsmarkt sich wieder erholt hat. Powell malte ein düsteres Bild für die US-Wirtschaft. 

Die offizielle Prognose lautet nun, dass das Dollar-Zinsniveau bis zum Jahr 2022 nahe 0 % gehalten werden wird. Die FED wird weiterhin monatlich 80 Mrd. Dollar für den Ankauf von Staatsanleihen und 40 Mrd. Dollar für den Kauf von hypothekengesicherten Anleihen ausgeben. 

 

Risk Off

 

An der Wall Street setzten nach der FED-Entscheidung umfassende Gewinnmitnahmen ein. Der Dow Jones Industrial Index schloss -1,04 % tiefer bei 26.989,99 Punkten. Der S&P 500 Index sank um -0,53 % auf 3.190,14 Punkte. Besonders hohe Verluste verzeichnete der Russell 2000 mit einem Minus von -2,51 %. Der Russell 2000 Index bildet die mittelständischen US-Unternehmen ab. 

 

Nasdaq Composite Index

 

Die Technologie konnte sich gestern gegen den Trend stemmen. Der Nasdaq 100 Index stieg um 1,28 % und der Nasdaq Composite um 0,67 %. Beide Technologieindizes schlossen damit erstmals in der Geschichte über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten.

Im asiatischen Handel setzte weltweit ein Risk-Off Trade ein. Der Nikkei 225 Index notierte im späten Handel mehr als -2,20 % tiefer, der China A50 Index liegt knapp 1 % im Minus und der Hang Seng Index verliert mehr als -1,40 %. 

Der DAX-Future notiert mehr als 1,30 % im Minus und signalisiert eine negative Eröffnung des Börsenhandels in Frankfurt. Auch die amerikanischen Futures bauen im asiatischen Handel ihre Verluste aus. 

 

Softwareprobleme (teils) gelöst

 

Mit einer gewissen Erleichterung kündigt Volkswagen den neuen Auslieferungstermin für den ID.3 an. Der neue Geschäftsführer der Kernmarke Volkswagen, Ralf Brandstätter, kündigte an, dass die Kunden damit rechnen können, ab September beliefert zu werden. Volkswagen hatte für das neue Elektroauto bisher etwa 35.000 Vorbestellungen erhalten. Softwareprobleme und Mängel in der Ausstattung hatten den Auslieferungstermin jedoch nach hinten verschoben, was besonders negativ in der Öffentlichkeit aufgenommen wurde, da der ID.3 ein Prestigeprojekt von Volkswagen ist. Einige Software-Features werden nicht zum Start fertig und sollen zum Jahresende nachgeliefert werden, so das Unternehmen. Die Volkswagen Vz. werden vorbörslich (L&S) -1,16 % tiefer bei 141,45 Euro gehandelt.

 

Tesla Aktien über 1.000 Dollar

 

Die Konkurrenz wird dagegen derzeit von der Börse gefeiert. Die Aktien von Tesla setzten auch am Mittwoch ihren Siegeszug fort und notierten erstmals über 1.000 Dollar je Stück. Durch den Kurssprung erreichte der Autokonzern eine Marktkapitalisierung von bis zu 187 Mrd. Dollar und war damit höher bewertet als Toyota. Toyota ist der weltweit größte Autohersteller.

 

Ceberus greift Commerzbank-Aufsichtsrat an

 

Der Finanzinvestor geht an die Öffentlichkeit und wirft der Commerzbank Versagen vor. Cerberus, die mehr als 5 % am Aktienkapital der Bank halten, fordern, zwei Vertreter in den Aufsichtsrat schicken zu können, um die Geschicke der Commerzbank in ihrem Sinne steuern zu können. Der bisherige Kurs sei nicht ambitioniert genug. Die Profitabilität der Bank sei enttäuschend und man erwäge, sich mit anderen Aktionären zusammenzuschließen, um den Druck auf Vorstand und Aufsichtsrat zu erhöhen. Cerberus stößt damit in eine offene Flanke vor, denn auch die EZB hatte bemängelt, dass die Anstrengungen der Commerzbank nicht ausreichend seien. Die Aktien der Commerzbank werden vorbörslich (L&S) -0,91 % tiefer bei 4,30 Euro gehandelt. 

 

Wenige Wirtschaftsdaten an Fronleichnam 

 

Italien lieferte heute Vormittag die wichtigsten Daten aus Europa. Um 10:00 Uhr wird die Entwicklung der Industrieproduktion im Monat April veröffentlicht. Im März war die Industrieproduktion um -29,3 % im Jahresvergleich geschrumpft. Für April wird eine Kontraktion um -40,0 % erwartet. Den größten Einbruch hatte die italienische Industrie zuletzt in 2009 erlebt, als die Produktion im Tief mehr als 26,1 % schrumpfte. Das war der größte Einbruch seit Beginn der Statistik in den 90er-Jahren.

Vor Eröffnung der Wall Street bekommen wir die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe werden bei 1,55 Mio. Anträgen gesehen. Die Folgeanträge sollen bei 20 Mio. Anträgen liegen. 

 

11.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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