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BÖRSE TO GO - Credit Suisse, Coupang und Renault

Renault trennt sich von Daimler - Aktienpaket wird in Nacht-und-Nebel-Aktion verkauft

NTG24 - BÖRSE TO GO - Credit Suisse, Coupang und Renault

 

Die bullishe Stimmung an der Wall Street übertrug sich auf den asiatischen Handel. Alle wichtigen Benchmarks in der Region bis auf den Hang Seng Index notieren heute höher. Die stärksten Kursgewinne verzeichnet der Nikkei 225 Index. Die Futures sind dagegen weniger optimistisch gestimmt. Der DAX-Future wird vor Eröffnung der europäischen Vorbörse leicht im Plus bei 14.554 Punkten gesehen und der S&P 500 Future steigt leicht auf 3.939 Punkte. Der Nasdaq-Future sinkt dagegen leicht um -0,22 % auf 13.017 Punkte. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Frankfurt beendete den Donnerstag durchweg mit Gewinnen. Alle wichtigen deutschen Benchmarks schlossen im Plus, wobei der TecDAX die Führung übernehmen konnte mit einem Anstieg um 1,65 % auf 3.360,18 Punkte. Auch der SDAX (+1,33 %) und der MDAX (+1,16 %) verbesserten sich deutlich. Einzig und allein der DAX begann wieder einmal an Momentum zu verlieren und konnte sich nur um 0,20 % auf 14.569,39 Punkte verbessern. 

An der Wall Street outperformten erneut die spekulativsten Aktien den Mainstream. Unter den wichtigsten Benchmarks war der Nasdaq Composite Index der Tagesgewinner mit einem Anstieg um 2,52 % auf 13.398,57 Punkte. Auch der Russell 2000 Index konnte starke Kursgewinne verzeichnen und kletterte um 2,31 % auf 2.338,54 Punkte. Mit deutlichem Abstand folgte der S&P 500 Index, der um 1,04 % auf 3.939,34 Punkte stieg und damit ein neues Allzeithoch setzte. Der Dow Jones Industrial Average Index hinkte dem Rest hinterher und stieg um 0,58 % auf 32.485,59 Punkte, konnte dabei aber ein weiteres Allzeithoch erreichen. 

 

Coupang-IPO erlöst 4,6 Mrd. US-Dollar

 

Die südkoreanische Coupang (US22266T1097) erlebte am Donnerstag einen mehr als erfolgreichen Auftakt in New York. Das „Amazon.com“ Südkoreas verzeichnet einen Nachfrageboom im Heimatland und entsprechend starkes Wachstum. Softbank (JP3436100006) ist der größte Aktionär bei Coupang und konnte den Wert seiner Beteiligung durch das IPO auf 16 Mrd. US-Dollar steigen sehen. Allerdings war Masayoshi Son schon früh eingestiegen. Im November 2018 kaufte der Softbank Vision Fund eine Beteiligung für 2 Mrd. US-Dollar, die das Unternehmen seinerzeit mit 9 Mrd. US-Dollar insgesamt bewertete. In 2015 kaufte Softbank direkt eine Beteiligung an Coupang in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar, die das Unternehmen mit 5 Mrd. US-Dollar bewertete.  

Die 130 Mio. angebotenen Aktien wurden zu 35 US-Dollar verkauft, was über der letzten Preisspanne von 32 bis 34 US-Dollar lag. Ursprünglich wollte das Unternehmen nur 120 Mio. Aktien in einer Preisspanne von 27 bis 30 US-Dollar verkaufen. Zudem war auch der Emissionserlös der größte, seitdem Uber Technologies (US90353T1007) in 2019 an die Börse gegangen war. Obendrein ist das Coupang-IPO das größte eines asiatischen Unternehmens, seitdem Alibaba (US01609W1027) in 2014 an den Markt gekommen war. Die Marktkapitalisierung zum Emissionspreis lag bei 60 Mrd. US-Dollar. Die Aktien beendeten den Handel gestern 40,71 % höher bei 49,25 US-Dollar.

 

Greensill zieht Credit Suisse tiefer rein

 

Wie gestern Abend in Zürich bekannt wurde, sind vier weitere Fonds der Credit Suisse (CH0012138530) von der Greensill-Pleite betroffen. Die schweizer Großbank hatte Anleihen der Greensill-Gruppe in vier offene Anleihen-Fonds aufgenommen und musste nun den Handel mit den Fonds stoppen, um einen Run auf das Fondsvermögen zu verhindern, da die Werthaltigkeit der Papiere unklar ist. Dabei handelt es sich um vier zusätzliche Fonds. Schon in der vergangenen Woche musste die Bank abrupt den Handel mit vier Fonds einstellen, die überwiegend mit Greensill-Wertpapieren besetzt sind und ein Vermögen von rund 10 Mrd. US-Dollar verwalten. 

 

Credit Suisse Group AG

 

Die zusätzlich ausgesetzten Fonds halten geringere Gewichtungen. Angeblich soll der Anteil der Greensill-Wertpapiere unter 10 % liegen. Im Credit Suisse (Lux) Multi Strategy Bond Fund sollen 9,5 % des Vermögens in Greensill-Wertpapieren investiert sein, deren Restwert unklar ist. Da die Gesellschaft insolvent ist und auch der größte Kunde von Greensill ins Schwanken gerät, dürfte der Restwert jedoch gering ausfallen. Die Aktien der Credit Suisse gaben gestern im regulären Handel -3,99 % auf 12,39 Franken ab.

 

Renault trennt sich von Daimler

 

In einer überraschenden Nacht-und-Nebel-Aktion kündigte Renault (FR0000131906) gestern Abend den Verkauf ihres Daimler (DE0007100000) Aktienpakets an. In einem beschleunigten Verfahren platzierte man das Paket bei institutionellen Investoren. Carlos Ghosn hatte die Beteiligung vor mehr als einer Dekade mit dem damaligen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dr. Zetsche eingefädelt. Die Idee der beiden Spitzen war, dass Renault Daimler bei der Produktion von Einstiegsmodellen helfen kann, die Daimler ansonsten nicht kostengünstig genug herstellen kann. Die Zusammenarbeit wurde nie ein großer Erfolg und der Verkauf des Aktienpakets deutet auch darauf hin, dass Renault und Daimler das letzte große gemeinsame Projekt, den Mercedes Citan, auslaufen lassen werden. 

Einen offiziellen Verkaufspreis hat Renault bisher nicht genannt. Die Aktien von Daimler fielen allerdings im nachbörslichen Handel von 72,09 Euro zum Xetra-Schluss auf 70,90 Euro im Frankfurter Handel. Renault bot 16,45 Mio. Aktien an, sodass sich die Bruttoerlöse nicht über 1,17 Mrd. Euro hinausbewegen dürften. 

 

Tagestermine

 

Um 08:00 Uhr bekommen wir die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Die finalen Inflationszahlen für den Monat Februar werden veröffentlicht und die Prognose geht unverändert von einem Anstieg der Preisteuerung um 1,3 % im Jahresvergleich aus. Auch der EU-harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland wird unverändert bei 1,6 % gesehen. 

Aus den USA bekommen wir um 16:00 Uhr die jüngsten Sentimentindizes der Universität Michigan. Hier wird insbesondere die Entwicklung des Verbrauchervertrauens im Mittelpunkt stehen. Die Prognose des vorläufigen Indexstands für März liegt bei 78,5 Punkten nach 76,8 Punkten im Februar. 

 

12.03.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 

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