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Commerzbank mit starkem Ertrag, Toyota überrascht positiv und Nissan mit hohem Kursverlust - BÖRSE TO GO

Commerzbank startet mit starkem operativen Geschäft ins Jahr - Konzernergebnis von Restrukturierungsaufwendungen belastet

 

Exzerpt: Commerzbank startet stark ins neue Geschäftsjahr. Toyota überrascht alle positiv, während Nissan für lange Gesichter in Tokio sorgt. 

 

Die asiatischen Börsenplätze erleben heute verstärkte Abgaben, wobei die hohen Verluste in Taiwan im Mittelpunkt stehen. Der TAIEX erlebt Intraday den größten Tagesverlust seit Auflegung im Jahr 1967. Katalysator für den Sell-off nach der langen Rallye sind die heute anstehenden Inflationsdaten in den USA. Die Futures liegen vor Eröffnung der europäischen Vorbörse alle im Minus, konnten ihre Verluste im Verlauf der asiatischen Sitzung jedoch eingrenzen. Der DAX-Future wird bei 15.050 Punkten (-0,34 %), der S&P 500 Future bei 4.124 Punkten (-0,52 %) und der Nasdaq-Future bei 13.246 Punkten (-0,73 %) gesehen.

Der Handel in Frankfurt wurde gestern von starken Verlusten geprägt, die gleich zum Beginn der Sitzung einsetzten. Alle deutschen Benchmarks gaben stark nach. Der DAX konnte sich mit einem Verlust von -1,82 % auf 15.119,75 Punkte noch am besten halten, dicht gefolgt vom TecDAX, der um -1,92 % auf 3.296,16 Punkte fiel. Die stärksten Verluste erlitt der SDAX, der um -2,60 % auf 15.593,91 Punkte fiel. Der MDAX schloss -2,06 % tiefer bei 31.782,74 Punkten.

New York sah am Dienstag deutliche Gewinnmitnahmen bei den Standardtiteln. Der Value-Bereich wurde im Vorfeld der heutigen Inflationsdaten durch verstärkte Abgaben nach unten gezogen. Der Dow Jones Industrial Average Index war mit einem Minus von -1,36 % auf 34.269,16 Punkte der Tagesverlierer. Auch der S&P 500 Index gab deutlich um -0,87 % auf 4.152,10 Punkte ab. Der Nasdaq Composite Index hingegen zeigte relative Stärke und erholte sich im Verlauf der Sitzung von einem schwachen Start am Ende auf ein nur noch kleines Minus von -0,09 % auf 13.389,43 Punkte. 

 

Guter Start für die Commerzbank

 

Die Zahlen des 1. Quartals waren gut. Die Commerzbank (DE000CBK1001) konnte in den ersten drei Monaten die Erträge um 35 % auf 2,49 Mrd. Euro steigern, was zu einem wesentlichen Teil an Zinszuschüssen der Europäischen Zentralbank lag. Die beliefen sich auf 126 Mio. Euro und halfen der Commerzbank, die Folgen der negativen Zinsen auszugleichen. Die bereinigten Erträge in Höhe von 2,31 Mrd. Euro resultierten vorrangig aus einem starken Provisionsgeschäft und positiven Bewertungseffekten. Auch die Risikovorsorge konnte deutlich von -326 auf -149 Mio. Euro reduziert werden, was dem Ergebnis half. Das operative Ergebnis stieg von -278 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf nun 538 Mio. Euro. Das Konzernergebnis erreichte aufgrund von hohen Restrukturierungsaufwendungen aber nur 133 Mio. Euro.

 

Commerzbank AG

 

Der Vorstand hob zudem den Ausblick an. Die Commerzbank erwartet nun für das Gesamtjahr Erträge „leicht“ über dem Vorjahresniveau. Die Risikovorsorge sieht man bei -1 Mrd. Euro und die CET-1-Quote soll bei „mindestens“ 12,5 % liegen. Der Vorstand schränkte den Ausblick im Hinblick auf das Kreditportfolio der mBank (PLBRE0000012) in Schweizer Franken ein.

 

Nissan enttäuscht die Anleger

 

Die Aktien von Nissan Motor (JP3672400003) tauchten heute im japanischen Handel um zeitweise mehr als -10 % ab. Die neue Prognose für den Jahresgewinn liegt bei lediglich einem Break-Even, nachdem die Analysten im Vorfeld einen Gewinn von 1,33 Mrd. Yen (ca. 1,0 Mrd. Euro) erwartet hatten. Im Vorjahr verzeichnete Nissan einen Verlust von -151 Mrd. Yen. Der Autohersteller bestätigte, dass die Nachfrage in China und den USA steigt, aber man sieht sich nicht in der Lage, diese zu bedienen aufgrund der steigenden Rohstoffpreise und der Knappheit am Halbleitermarkt. Der Engpass bei den Chiplieferungen wird in diesem Jahr voraussichtlich zu einem Produktionsausfall von rund 500.000 Fahrzeugen führen. Nissan verzeichnet bereits seit Januar immer wiederkehrende Produktionsausfälle in seinen Fabriken. 

 

Toyota sorgt für Short-Eindeckungen

 

Die guten Nachrichten von Toyota Motor (JP3633400001) zwangen heute hingegen die Shortseller zum Eindecken ihrer Positionen. Die Aktien des Autokonzerns stiegen im Handel in Tokio stark, nachdem die Geschäftsführung ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von 250 Mrd. Yen (ca. 1,89 Mrd. Euro) und einen Aktien-Split ankündigte. Das Geschäft läuft ausgezeichnet und man plant in diesem Fiskaljahr auf das Vor-Krisen-Niveau anzuschließen. Die Prognose liegt bei einem operativen Gewinn von 2,5 Billionen Yen (ca. 18,9 Mrd. Euro). Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2019 erzielte Toyota einen operativen Gewinn von 2,4 Billionen Yen. Schon mit der Performance im jüngst abgelaufenen Fiskaljahr 2020 hatte Toyota Stärke bewiesen und sich den Titel als weltweit größter Automobilhersteller von Volkswagen (DE0007664039) zurückgeholt. Das Geheimnis des Erfolges liegt im Wesentlichen in der Struktur der Lieferketten und der Lagerhaltung bei Toyota. 

 

Tagestermine

 

Der Tag in Europa startet um 08:00 Uhr mit den jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland für den Monat April. Im Jahresvergleich wird mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 2,0 % nach einer Rate von 1,7 % im Vormonat gerechnet. Der EU-harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland soll von 2,0 % auf 2,1 % gestiegen sein. 

Auch in den USA steht heute Nachmittag die Entwicklung der Preisteuerung im Vordergrund. Um 14:30 Uhr wird der Verbraucherpreisindex für den Monat April veröffentlicht. Die Ökonomen erwarten einen starken Sprung von 2,6 % auf 3,6 %. Auch die Kernrate, ohne die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie, soll von 1,6 % auf 2,3 % gestiegen sein. 

 

12.05.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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