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BÖRSE TO GO - Deutsche Telekom, Lufthansa und Merck

Schwache Eröffnung erwartet

 

Gewinnmitnahmen zogen sich durch die gesamte asiatische Sitzung. Die wichtigsten Futures liegen vorbörslich alle im Minus. Der DAX-Future zieht deutlich nach unten und wird bis zu -0,77 % tiefer bei 13.134 Punkten gesehen, was eine negative Eröffnung um 09:00 Uhr für den DAX indiziert. Auch der S&P 500 Future notiert mehr als -0,75 % tiefer bei weniger als 3.544 Punkten. Einzig und allein der Nasdaq-Future kann die Verluste besser begrenzen und liegt mehr als -0,36 % tiefer bei weniger als 11.847 Punkten.

In Frankfurt ergab sich am Mittwoch ein weiterer starker Handelstag. Von Schwäche keine Spur. Das höchste Interesse galt jedoch nicht den Blue-Chips. Der DAX legte lediglich um 0,40 % auf 13.216,18 Punkte zu. Immobilientitel wie Deutsche Wohnen (+5,17 %) und Vonovia (+5,16 %) waren hier dominierend. Stattdessen schoben sich die Technologietitel wieder in den Vordergrund. Der TecDax konnte die Schwäche der letzten Tage abschütteln und stieg um 2,98 % auf 3.028,12 Punkte. Bechtle stieg stark um 12,63 % auf 169,40 Euro nach sehr guten Zahlen und einer Erhöhung der Gewinnprognose. Auch Nordex profitierte weiterhin von dem veröffentlichten Bericht und stieg gestern um 11,21 % auf 17,26 Euro. 

 

TecDAX

 

Die Wall Street ging den gleichen Weg. Auch hier feierte der Technologiebereich ein starkes Comeback. Nach einem schwachen Start dreht die Stimmung und am Ende konnte der Nasdaq Composite Index um 2,01 % auf 11.786,43 Punkte steigen. Von der Nachfrage profitierten auch die großen Tech-Giganten und zogen den S&P 500 Index um 0,77 % auf 3.572,66 Punkte nach oben. Der Dow Jones Industrial Average, der in den letzten zwei Tagen überdurchschnittlich stark gestiegen war, verlor dagegen leicht um -0,08 % auf 29.397,63 Punkte. 

In Wien schaffte der ATX den Sprung über die Marke von 2.400 Punkten. Mit einem Tagesplus von 0,41 % performte der Leitindex zwar vergleichbar schwach, wie der DAX schaffte es aber bei 2.406,30 Punkten zu schließen. Der SMI konnte aufholen und stieg um 1,66 % auf 10.532,27 Punkte. Lonza (+3,05 %) und Alcon (+3,01 %) waren die größten Gewinner im Leitindex. 

 

Telekom: Gewinneinbruch um -40 %

 

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Die Deutsche Telekom konnte im 3. Quartal den Umsatz auf 26,4 Mrd. Euro (+31,9 %) steigern. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Fusion von T-Mobile (US) mit Sprint, wodurch sich der Auslandsanteil der Umsätze von 69,9 % im Vorjahresquartal auf nun 77,2 % erhöht hat. Während der Umsatz stark gestiegen ist, blieb die Profitabilität jedoch zurück. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte nur ein Niveau von 3,11 Mrd. Euro, was lediglich einem Wachstum von 1,6 % entsprach. Der Konzernüberschuss belief sich im 3. Quartal auf lediglich 817 Mio. Euro, was einem starken Rückgang um -40 % entspricht. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Donnerstag: Aareal Bank, Applied Materials, Bâloise, Bastei Lübbe, BayWa, Bilfinger, Biotest, Bridgestone, Burberry, Cancom, CEWE Stiftung, Cisco, Deutsche Euroshop, Deutsche Telecom, Evotec, Fielmann, GFT, HHLA, init, Jost Werke, K+S, LEG Immobilien, Mayr-Meinhof Karton, Medigene, Merck, Mizuho Financial Group, MLP, National Grid, Nissan Motor, OHB, OTE, Raketen, RTL, RWE, SGL Carbon, Siemens, Sixt, SMA Solar, SMT Scharf, Ströer, TAG Immobilien, Talanx, TLG Immobilien, Varta, Voltabox, VTG und Walt Disney

 

Lufthansa einigt sich

 

Das Ringen mit der Gewerkschaft Verdi war wie erwartet zäh. Aber am gestrigen Abend konnten die Lufthansa und Verdi einen Kompromiss für das Bodenpersonal aushandeln. Die 35.000 Angestellten bekommen einen Kündigungsschutz bis zum Ende des 1. Quartals 2022 und verzichten dafür auf Gehaltsbestandteile wie Weihnachtsgeld und akzeptieren eine Kürzung des Kurzarbeiterzuschusses. Darüber hinaus wurden Programme zur Altersteilzeit und für Abfindungen beschlossen. Insgesamt werden die Kürzungen zu Kostensenkungen in Höhe von 200 Mio. Euro führen. 

Jetzt stehen noch die Verhandlungen mit den Piloten an. Mit Ufo, der zuständigen Gewerkschaft für das Kabinenpersonal, hatte man sich bereits geeinigt. Die größten Kostensenkungen liegen jedoch bei den Piloten, wo die Lufthansa einen erheblich größeren Betrag als beim Bodenpersonal einsparen muss. Bis jetzt spielt die Vereinigung Cockpit auf Zeit, doch ab dem zweiten Quartal 2021 drohen umfassende betriebsbedingte Kündigungen. Die Lufthansa wird etwa ein Fünftel aller Piloten entlassen, wenn es zu keiner Einigung kommt, da die Flugkapazitäten aktuell nur noch einem bei einem Viertel des Niveaus vor Covid-19 liegen. 

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Alliance Data Systems, Charles Schwab, Corning, Eli Lilly, Emerson, GlaxoSmithKline, Honeywell, Jefferies Financial, Kroger, Raytheon Technologies, Royal Dutch Shell und Visa

 

Merck legt starke Zahlen vor

 

Merck veröffentlichte heute früh die Zahlen zum 3. Quartal. Das Geschäft läuft weiterhin stark. Der Umsatz wurde um 9,7 % im Jahresvergleich auf 4,45 Mrd. Euro verbessert. Ohne (positive) Sondereffekte ergab sich ein Wachstum von 7,2 %. Dank der Auflösung von Rückstellungen für das Verfahren mit Biogen konnte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 92 % auf 1,17 Mrd. Euro steigen. Nach Steuern ergab sich sogar ein Plus von 135 % auf 806 Mio. Euro. Für das hohe Gewinnwachstum war jedoch im Wesentlichen der einmalige positive Sondereffekt verantwortlich. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem organischen Umsatzwachstum von 4 bis 5 % auf 17,1 bis 17,5 Mrd. Euro. 

 

Tagestermine

 

Zur Eröffnung der Vorbörse in Europa werden in Deutschland um 08:00 Uhr die aktuellen Inflationsdaten veröffentlich. Die Inflationsrate soll laut den Prognosen im Oktober im Jahresvergleich um -0,2 % gesunken sein, nachdem die Preise im September stagnierten. Die harmonisierte Inflationsrate nach EU-Recht soll um -0,5 % gesunken sein.

Um 11:00 Uhr erhalten wir die aktuellen Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone. Für den Monat September wird mit einem Anstieg der Produktion um 0,7 % im Vergleich zum Vormonat August gerechnet. 

Vor Eröffnung der Wall Street werden um 14:30 Uhr die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt über den Prognosen gelegen hatten, wird heute erneut ein Rückgang der Anträge auf 735.000 von zuvor 751.000 erwartet. Bei den Folgeanträgen wird ein weiterer Rückgang von 7,285 Mio. auf 6,90 Mio. Anträge prognostiziert. 

Um 17:00 Uhr wird die Entwicklung der Rohöllagerbestände in den USA veröffentlicht. Nach einem unerwartet starken Rückgang in der Vorwoche um -8 Mio. Barrel wird heute nur ein leichter Rückgang um -0,91 Mio. Barrel erwartet. 

Zum Schluss des Tages erwarten wir noch eine weitere Rede von EZB-Präsidentin Lagarde. Die Rede wird um 17:45 Uhr beginnen.

 

12.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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