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BÖRSE TO GO - Metro, Nvidia und Pfizer

Impfstoff-Hoffnung

 

Der Terminmarkt startet ausgesprochen bullish in die neue Woche. Insbesondere die amerikanischen Futures können während des asiatischen Handels starke Kursgewinne verzeichnen, nachdem Pfizer einen Impfstoff bis Ende des Jahres in Aussicht stellte und AstraZeneca seine klinische Studie fortgesetzt hat. Der S&P 500 Future kann vor Börseneröffnung in Europa mehr als 1,1 % auf mehr als 3.360 Punkte zulegen und der Nasdaq-Future steigt sogar um mehr als 1,4 % auf über 11.200 Punkte. Auch der DAX-Future wird mitgerissen und steigt mehr als 0,7 % auf über 13.260 Punkte. Ein deutlicher Kontrast zum schwachen bis verhaltenen Börsenausklang am Freitag. 

Der DAX beendete den Handel am Freitag nahezu unverändert bei 13.202,84 Punkten (-0,05 %). Auf die gesamte Woche betrachtet, konnte sich die deutsche Benchmark um 2,80 % verbessern. Die Aktien der Deutschen Börse (+1,84 %) und von Covestro (+1,13 %) waren am Freitag die größten Gewinner. Über die gesamte Woche gesehen, führte Daimler die Liste der Gewinner mit einem Plus von 7,18 % an.

Alle anderen deutschen Benchmarks schlossen deutlich im Minus. Am stärksten erwischte es den SDAX, der -0,76 % tiefer bei 12.336,52 Punkten schloss. Dermapharm (-5,14 %) und Deutsche Euroshop (-4,28 %) waren die größten Verlierer. Über die gesamte Woche betrachtet, konnte der SDAX aber 1,48 % zulegen. Pfeiffer Vaccum war mit einem Plus von 10,19 % der größte Wochengewinner.

Zürich ging am Freitag mit einem Gewinn aus dem Handel. Der SMI konnte sich nicht nur über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten halten, sondern legte 0,50 % zu und schloss bei 10.439,52 Punkten. Richemont (+2,93 %) und Swatch (+2,47 %) führten die Liste der Gewinner im SMI an. Wien musste dagegen abgeben. Der ATX schloss -0,57 % tiefer bei 2.232,62 Punkten. Facc war erneut der größte Verlierer mit einem Abschlag von -6,51 %.

Die Wall Street schloss uneinheitlich. Während sich der S&P 500 bei 3.340,97 Punkten (+0,05 %) nahezu unverändert halten konnte, stieg der Dow Jones Industrial Average um 0,48 % auf 27.665,64 Punkte und der Nasdaq Composite Index rutschte um -0,60 % auf 10.853,55 Punkte ab. 

 

Pfizer zeigt sich optimistisch

 

Der Chef des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer meldete sich gestern Abend zu Wort und verbreitete Optimismus an der Börse. Der Corona-Impfstoff, der zusammen mit der deutschen Biontech entwickelt wird, soll bis Ende Oktober seine Wirksamkeit bewiesen haben. Albert Bourla betonte, dass man mit Hochdruck an der Entwicklung arbeite, aber nicht garantiert werden könne, dass der Impfstoff noch vor Ende des Jahres kommen wird. Die Studien laufen aber so gut, dass man beim amerikanischen Gesundheitsamt beantragt hat, den Umfang der klinischen Phase 3 Studien von 30.000 auf 44.000 Probanden auszuweiten. Dabei sollen zum einen jüngere Probanden mit aufgenommen werden, aber auch Probanden mit viralen Vorerkrankungen. 

 

Übernahmeangebot für die Metro

 

EP Global startet den zweiten Versuch, um die Metro zu kontrollieren. Die tschechische EP Global Commerce Holding ist heute schon mit einer Beteiligung von 29,99 % Großaktionär bei der Metro und hat am Wochenende ein neues Übernahmeangebot veröffentlicht, um deutlich mehr als 30 % der Aktien zu bekommen. Der genaue Preis je Aktie ist noch nicht bekannt, soll aber über dem Schlusskurs vom Freitag liegen. Die Metro Aktie hatte den Handel mit 8,31 Euro beendet. 

Ab 30 % wird ein Pflichtangebot fällig. Aufgrund des geringen Kurses der Metro Aktie wird aber nicht damit gerechnet, dass EP Global deutlich mehr als 20 % der Aktie angedient werden. Das Angebot ist für die Metro-Aktionäre freiwillig. Das bereits im vergangenen Jahr formulierte Ziel von EP Global ist es jedoch, am Ende auf 75 % des Aktienkapitals zu kommen. Weitere Großaktionäre bei der Metro sind Beisheim und Meridian, die zusammen auf rund 23 % des Aktienkapitals kommen.

 

Softbank verkauft ARM unter Wert

 

In einem Notverkauf wird die japanische Softbank den Chip-Entwickler ARM für 40 Mrd. US-Dollar verkaufen. Nvidia konnte sich den Zugriff auf das britische Unternehmen sichern, das als Schlüssel zum Mobilfunkmarkt gilt, da nahezu alle tragbaren Geräte auf den Designs von ARM laufen. Apple hatte obendrein angekündigt, dass man seine gesamte Produktpalette im Bereich PCs und Laptops von Intel auf eigene Chips umstellen wird, die zusammen mit ARM entwickelt werden.

 

Nvidia Corp.

 

Der Deal ist sehr schlecht für Softbank. Man hatte ARM in 2016 für 32 Mrd. US-Dollar in bar gekauft und von der Börse genommen. Da die Technologie-Holding klamm ist und dringend freies Kapital braucht, verkauft man derzeit das Tafelsilber, wozu auch ARM gehört. Doch Nvidia nutzt die Gelegenheit gnadenlos aus und wird Softbank nur 12 Mrd. US-Dollar in bar geben und 21,5 Mrd. US-Dollar in eigenen Aktien, was ein erhebliches Risiko für Softbank sein kann. Zusätzlich zahlt Nvidia unter bestimmten Umständen weitere 5 Mrd. US-Dollar in der Zukunft, wenn ARM vorgegebene Meilensteine erreicht. Die restlichen 1,5 Mrd. US-Dollar sind eigene Aktien, die Nvidia an die ARM-Mitarbeiter ausgibt. Vergleicht man den Deal mit der Aktienperformance von Nvidia seit 2016, ergibt sich ein Plus von mehr als 1.900 % für die Nvidia-Aktionäre. Das zeigt deutlich, wie schlecht der Deal für Softbank ist. 

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Altria, Best Buy, Coca-Cola, Eastman Chemical, Garmin, Gilead, Hess, Merck & Co., Motorola, Occidental, T Rowe, Thermo Fisher Scientific, ViacomCBS und Xcel Energy

 

EU-Industrieproduktion im Mittelpunkt

 

Um 11:00 Uhr werden die Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone veröffentlicht. Die Industrieproduktion erlebte im Juni noch eine Kontraktion um -12,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Kontraktion soll sich den Prognosen zufolge im Juli auf -8,2 % im Jahresvergleich abgeschwächt haben. Im Vergleich zum Vormonat soll die Industrieproduktion um 4,0 % gestiegen sein.

Um 13:00 Uhr bekommen wir noch den jüngsten Bericht der OPEC. Der monatlich veröffentlichte Bericht stellt die Entwicklung des weltweiten Ölmarktes dar und gibt Prognosen für die zukünftige Entwicklung ab. 

 

14.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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