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BÖRSE TO GO - Airbnb, Tesla und Wirecard

DAX zur Eröffnung im Minus erwartet

 

Der Terminmarkt geht wenig optimistisch in den neuen Handelstag. Nach einem starken Auftakt am Montag zog im asiatischen Handel eine gewisse Skepsis in den Markt ein. Nahezu alle wichtigen Futures liegen eine halbe Stunde vor Eröffnung der europäischen Vorbörse im Minus. Angeführt werden die Verluste vom DAX-Future, der knapp -0,5 % tiefer bei weniger als 13.090 Punkten gehandelt wird. Auch der S&P 500 Future liegt -0,45 % niedriger knapp über 3.600 Punkten. Einzig und allein der Nasdaq-Future wird unverändert im Vergleich zum Schlusskurs bei knapp über 12.000 Punkten gesehen. Das Bild am Montag sah noch deutlich freundlicher aus.

Frankfurt erlebte am Montag einen positiven Wochenauftakt. Erneut zeigte sich eine starke Rotation des Kapitals aus dem TecDAX (-0,34 %) in den SDAX, der um 1,44 % auf 13.321,20 Punkte stieg. Während im TecDAX die Aktien von Varta (-5,85 %) und TeamViewer (-3,93 %) am meisten verloren, waren im SDAX die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank am stärksten gefragt, die um 8,92 % auf 7,94 Euro stiegen. Auch die Titel von Koenig & Bauer stiegen um 8,37 % auf 21,24 Euro. 

Der DAX hingegen wurde erneut von den Anlegern links liegen gelassen. Der deutsche Leitindex konnte sich lediglich um 0,47 % auf 13138,61 Punkte verbessern. Zur Spitze stieg am Montag erneut die MTU Aero Engines auf, die um 5,51 % auf 204,10 Euro zulegen konnte. Auch Covestro war gefragt und stieg um 5,37 % auf 46,30 Euro. 

Wien startet voll durch in die neue Woche. Nachdem der ATX schon in der vergangenen Woche stark nachgefragt war, setzte man am Montag noch eins drauf und ließ den österreichischen Leitindex um 3,05 % auf 2.483,84 Punkte steigen. Die Finanztitel gehörten wieder zu den Gewinnern, aber die Liste wurde am Montag von der DO & CO (+5,76 %) und der OMV (+5,46 %) angeführt. Die Meldung, dass nun auch Moderna einen hochwirksamen Impfstoff anbieten wird, führte zu weiteren Short-Eindeckungen bei diesen Titeln. 

Der SMI blieb dagegen weiterhin in Deckung. Ein Plus von 0,90 % auf 10.586,74 Punkte war ein vergleichsweiser schwacher Start in die Woche, wenn man sich die Euphorie an den anderen Märkten ansieht. Erneut waren es die Finanztitel, die für gute Stimmung sorgten. Die UBS-Aktien (+5,15 %) setzte ihre Rallye fort und auch der Swiss Life Aktie (+4,04 %) wurde neues Leben eingehaucht. Beta-Titel wie Nestlé (-0,92 %) und Givaudan (-1,33 %) waren dagegen nicht gefragt.

 

Dow Jones Industrial Average

 

Der Dow setzte ein neues Allzeithoch. Mit einem Schlusskurs von 29.950,44 Punkten (+1,60 %) erreichte nun auch der wenig technologielastige Dow Jones Industrial Average Index ein neues 52-Wochenhoch, das nicht nur über den letzten Höchstständen vom 12. Februar liegt, sondern den höchsten bisher jemals erreichten Schlusskurs darstellt. Der Dow folgt damit mit deutlicher Verzögerung dem Nasdaq Composite Index und dem S&P 500 Index, die beide schon seit mehreren Monaten neue Rekorde setzen. 

Der S&P 500 konnte ebenfalls stark in die neue Woche starten. Mit einem Schlusskurs von 3.626,91 Punkten stieg der Leitindex nicht nur um 1,16 %, sondern setzte auch ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Etwas verhaltener entwickelte sich der Nasdaq Composite Index mit einem Plus von 0,80 % auf 11.924,13 Punkte. Der Leitindex der Technologiebörse steht kurz davor, ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis zu setzen. 

 

Airbnb hübscht sich auf

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNach langem Warten hat Airbnb endlich sein Prospekt für den bevorstehenden Börsengang veröffentlicht. Das Unternehmen ist, wie die gesamte Tourismusbranche, in diesem Jahr schwer unter die Räder gekommen. Das belegen die jüngsten Zahlen eindrücklich, die angesichts der Veröffentlichung des Prospekts zu Tage kamen. So verzeichnete Airbnb in den ersten neun Monaten bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. US-Dollar einen Verlust von fast 700 Mio. US-Dollar.

Zufall oder nicht: Airbnb weist für das 3. Quartal einen Gewinn aus. Nachdem das Unternehmen im 2. Quartal 576 Mio. US-Dollar verloren hatte, konnte man zwischen Juli und September einen Netto-Gewinn von 219 Mio. US-Dollar erwirtschaften. Ob das anhält, ist mehr als fraglich. Schon im Prospekt warnt das Unternehmen, dass insbesondere die neuen Lockdowns in Europa im laufenden 4. Quartal wieder zu einem Verlust führen können. Der Börsengang von Airbnb ist für Dezember geplant. 

 

Spanier kaufen Wirecard-Technologie

 

Die Banco Santander hat sich am Ende gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Die Zahlungstechnologie von Wirecard fand einige Interessenten, unter anderem auch die Deutsche Bank. Doch der Insolvenzverwalter gab am Ende den Spaniern den Vorzug. Das ist in erster Linie eine gute Nachricht für die etwa 500 Mitarbeiter in der Wirecard AG, die ihren Arbeitsplatz vorerst behalten dürfen und neu der Banco Santander zugeordnet werden. Für die Gläubiger von Wirecard ist die Nachricht weniger berauschend, denn der Insolvenzverwalter nannte die Konditionen unvorteilhaft. Einen genauen Preis wollte man nicht nennen. Fest steht jedoch, dass bei dem Deal keine Gesellschaft gekauft wurde, sondern nur die Technologie. Der Insolvenzverwalter wird nach Abschluss des Verkaufs die Wirecard AG liquidieren. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: Fortum, Home Depot, Kohls, Tom Tailor Holding, Walmart und zooplus

 

Tesla: Aufnahme in den S&P 500 Index

 

Tesla hat es geschafft. Schon im Sommer war erwartet worden, dass die Aktien in den Standard & Poor’s 500 Index aufgenommen werden, da zu diesem Zeitpunkt erstmals alle Voraussetzungen für eine Aufnahme gegeben waren. Doch seinerzeit lehnt das Index-Komitee ab. Heute Nacht kam dann die gute Nachricht für Elon Musk. 

Der S&P 500 Index wird am 21. Dezember geändert. Die Tesla-Aktie wird dann erstmals neu aufgenommen. Aufgrund der enormen Marktkapitalisierung des Titels von aktuell 438 Mrd. US-Dollar wird derzeit allerdings noch diskutiert, ob eine Aufnahme in zwei Schritten vorgenommen wird, um möglichen Marktverwerfungen entgegenzutreten. Die Aktien von Tesla schlossen im regulären Handel fast unverändert bei 408,09 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel schossen die Notierungen jedoch nach der guten Nachricht um 13,21 % auf 462,01 US-Dollar nach oben.

 

Folgende Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Aflac, Chevron, Equinix, Marathon Oil, Marathon Petroleum, Pfizer, Target und Valero Energy

 

Tagestermine

 

Der Vormittag fällt heute ungewöhnlich ruhig aus. Aus Europa werden keine kursbewegenden Wirtschaftsdaten erwartet.

Vor Eröffnung der Wall Street bekommen wir die jüngsten Einzelhandelsumsätze aus den USA für den Monat Oktober. Ökonomen erwarten im Schnitt, dass die Umsätze im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % gestiegen sind, was eine Abschwächung des Momentums im Vergleich zum Vormonat (September: +1,9) wäre. 

Eine Viertelstunde vor Handelsbeginn in New York wird die amerikanische Industrieproduktion für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zum September wird mit einem deutlichen Wachstum von 1,0 % gerechnet, nachdem sich zuvor eine leichte Kontraktion um -0,6 % ergeben hatte. Für den Jahresvergleich gibt es keine Prognose. Im September hatte sich der Rückgang der Industrieproduktion zuletzt auf -7,28 % verbessert. 

 

17.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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