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BÖRSE TO GO - BMW, IBM und Jenoptik

Leichte Gewinnmitnahmen

 

Über Nacht haben sich die Futures etwas erholt. Das gilt insbesondere für die US-Futures, wo im asiatischen Handel zugekauft wird. Diese Tendenz hatten wir auch Montagfrüh gesehen, die sich jedoch ab Eröffnung der Cash-Märkte in den USA nicht halten konnte. Der DAX-Future wird heute früh schon im asiatischen Handel niedriger gesehen. Kurz vor Eröffnung der Vorbörse in Europa notiert der DAX-Future -0,1 % niedriger bei 12.751 Punkten. 

Mit Spannung schauen die Märkte heute wieder nach Washington. Dort spitzt sich das politische Ringen um ein weiteres Konjunkturpaket zu, nachdem das selbst gesetzte Ultimatum der Demokraten für eine Maßnahme vor der Wahl heute Nacht auslaufen wird. Da die Quartalszahlen bisher wenig Anlass für eine Fortsetzung der Rallye geben, setzt die Wall Street vor allem auf finanzielle Hilfen des Staates, um die Kurse weiter steigen zu lassen.

Frankfurt erlebte am Montag einen durchwachsenen Wochenauftakt. Bis auf den MDAX schlossen alle wichtigen Benchmarks leicht im Minus. Ausgehend von einem schwachen Freitagsschluss beendete der DAX den Tag -0,42 % niedriger bei 12.854,66 Punkten. Die Aktien von Delivery Hero (-3,09 %) und Fresenius SE (-2,38 %) waren die größten Verlierer am Montag. Beim MDAX ging es leicht um 0,18 % nach oben auf 27.815,35 Punkte. Die Lufthansa (+5,74 %) erholte sich deutlich, ebenso wie Fraport (+4,79 %).

 

Lufthansa AG

 

Nur leichte Veränderungen in Wien und Zürich. Der ATX beendete den Tag -0,10 % im Minus bei 2.193,15 Punkten und der SMI gab -0,22 % auf 10.184,36 Punkte ab.

Die Wall Street eröffnete mit viel Optimismus und drehte dann Richtung Süden ab. Die Abgaben zogen sich den ganzen Tag über hin und die wichtigsten Benchmarks schlossen alle nahe der Tagestiefs. Die Verluste waren sehr gleichmäßig verteilt. Der Nasdaq Composite Index schloss -1,65 % tiefer bei 11.478,88 Punkten, der S&P 500 Index verlor -1,63 % auf 3.426,92 Punkte und der Dow gab -1,44 % auf 28.195,42 Punkte ab. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass der VIX zum ersten Mal seit Ende August wieder an positivem Momentum gewinnt und gestern bei 29,18 Punkten schloss.

Die schwache Stimmung der Wall Street übertrug sich heute früh auch auf den asiatischen Handel. Der Nikkei 225 Index gibt mehr als -0,5 % auf weniger als 23.545 Punkte ab. In Australien sinkt der ASX 200 mehr als -0,7 % auf weniger als 6.185 Punkte. China setzt sich positiv ab. Fast alle wichtigen Benchmarks können heute früh zulegen. Heraus sticht der SZSE Component Index, der mehr als 0,4 % auf über 13.479 Punkte zulegen kann. 

 

BWM mit starkem 3. Quartal

 

Bei BMW reihen sich in 2020 die Extreme aneinander. BMW veröffentlichte am Montagabend nach Börsenschluss eine Kennzahl für das Geschäft im 3. Quartal. Überraschend war daran zum einen, dass die Veröffentlichung vorgezogen wurde, da der gesamte Geschäftsbericht für das abgelaufene Quartal erst zum 04. November angekündigt ist und zum anderen, dass der Autohersteller nur einen minimalen Blick hinter die Kulissen zuließ. Üblicherweise sind Vorankündigungen dieser Art mit deutlich mehr Kennzahlen unterfüttert. Doch:

 

BMW AG Stämme

 

BMW beschränkte sich lediglich auf die Bekanntgabe des freien Cash-Flow. Der stieg im 3. Quartal um rekordverdächtige 3,07 Mrd. Euro nach 714 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Der freie Cash-Flow gibt Hinweise auf die Stärke des operativen Geschäfts und wie viel finanziellen Freiraum das Unternehmen in Zukunft hat. Der freie Cash-Flow war einer der größten der letzten Jahre, wobei man dagegenhalten muss, dass das 1. Quartal 2020 auch einen der größten negativen freien Cash-Flows der letzten Jahre gesehen hat. Die BMW Stämme werden vorbörslich (L&S) bei 62,60 Euro gesehen.

 

IBM streicht Prognose

 

Der Urvater des Technologiebooms legte gestern nachbörslich Zahlen vor und enttäuschte die Anleger. IBM schaffte es zwar im 3. Quartal, die wichtigen Umsätze im Cloud-Geschäft um 19 % auf 6,0 Mrd. US-Dollar zu steigern, aber die anderen Kerngeschäfte zeigten Schwächen. So verlor der Konzern insbesondere im Hardwaregeschäft mit Servern und Großrechnern weiter an Land. Der Gesamtumsatz sank im abgelaufenen Quartal rund -3 % auf 17,6 Mrd. US-Dollar, was dem Konsens der offiziellen Prognosen entsprach. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich leicht um 2 % auf 1,7 Mrd. US-Dollar. 

IBM schloss gestern an der Wall Street bei 125,52 Dollar (-0,33 %). Damit behauptete sich die Aktie gegen den allgemein sehr schwachen Tagestrend. So hatte beispielsweise der Nasdaq Composite Index -1,65 % niedriger geschlossen. Nachbörslich nach Bekanntgabe der Quartalszahlen verlor die IBM-Aktie jedoch -2,7 %, was insbesondere daran lag, dass das Management wegen der Corona-Krise keine Prognose für das laufende 4. Quartal abgeben wollte. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: Lockheed Martin, Netflix, Philip Morris, Procter & Gamble, Reckitt Benckiser, Texas Instruments und Vinci

 

Umsatzwarnung von Jenoptik

 

2020 war bisher ein schwieriges Jahr für Jenoptik. Der Konzern hat im 2. Quartal unter erheblichen Umsatzeinbußen gelitten und hat seither begonnen, das operative Geschäft wieder zu normalisieren. Vom Niveau des Vorjahres ist man jedoch noch ein gutes Stück entfernt. In der gestern Abend veröffentlichten neuen Prognose für das Geschäftsjahr 2020 geht der Vorstand nun von einer Umsatzspanne von 730 bis 750 Mio. Euro aus, wobei die Neuakquisition Trioptics hierbei noch nicht enthalten ist. Die Trioptics GmbH soll in 2020 voraussichtlich einen Beitrag von 25 Mio. Euro liefern. Bisher lag die Umsatzerwartung bei einer Spanne von 770 bis 790 Mio. Euro. Mit der neuen Umsatzprognose wird Jenoptik voraussichtlich -10 bis -13 % unter dem Niveau von 2019 bleiben. 

Beim Ergebnis blieb der Vorstand vorsichtig. Man nannte nur eine „adjustierte“ EBITDA-Marge. Tiefer ins Detail wollte man nicht gehen. Die erwartete Marge soll im Gesamtjahr bei 14,5 bis 15,0 % liegen. Jenoptik spricht von einer Ergebnisverbesserung im Vergleich zum 2. Quartal, geht aber nicht auf Details ein. Den vollständigen Bericht will das Unternehmen am 10. November veröffentlichen. Die Aktien von Jenoptik werden vorbörslich (L&S) bei 22,75 Euro gehandelt.

 

Tagestermine

 

Um 08:00 Uhr bekommen wir ersten Wirtschaftsdaten aus der Schweiz und Deutschland. Die Handelsbilanz der Schweiz für September wird veröffentlicht und es wird mit einem Überschuss von 4,32 Mrd. Franken gerechnet, nach 3,58 Mrd. Franken im August. In Deutschland wird der Erzeugerpreisindex für den Monat September bekannt gegeben. Den Analysten zufolge soll das Preisniveau der Erzeuger um -1,4 % im Jahresvergleich gefallen sein und um -0,1 % im Vergleich zum August.

Am Nachmittag erhalten wir noch vor Eröffnung der Wall Street die jüngsten Daten zum Bau in den USA. Um 14:30 Uhr wird die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für September veröffentlicht und die Wall Street erwartet einen Anstieg von 1,476 auf 1,52 Mio. Genehmigungen. Die Zahl der Baubeginne soll um 1,457 Millionen gestiegen sein. 

 

20.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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