Volkswagen weiter an der Spitze, BMW folgt auf Platz 2, BYD holt kräftig auf und Tesla stürzt ab
Die E-Auto-Absatzzahlen in Deutschland zeigten 2025 Licht und Schatten
Unter dem Strich konnten in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich mehr Elektroautos als noch im Jahr 2024 verkauft werden. Rund 545.000 Fahrzeuge wurden neu zugelassen, was einem Plus von 43 Prozent entspricht. Das klingt beeindruckend, folgt allerdings auf ein extrem schwaches Vorjahr. Im Vergleich zu 2023 fallen die Zugewinne mit vier Prozent deutlich geringer aus und von einem Boom kann da wohl eher nicht die Rede sein.
Wie gehabt sicherte sich Volkswagen (DE0007664039) hierzulande erneut den Spitzenplatz bei E-Autos, und das mit einigem Abstand. 102.339 Neuzulassungen entfielen laut den jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes auf die Wolfsburger. Das Wachstum im Segment blieb damit vorhanden. Es fiel aber nicht eben sensationell aus. Allerdings gibt es Hoffnungen auf einen neuen Schub im Jahr 2026.
In den kommenden Monaten sollen neue Modelle wie der ID.Polo für neues Interesse auf Seiten der Käufer sorgen. Außerdem plant die Bundesregierung eine Rückkehr von Förderungen für den Kauf von E-Autos, was wohl insbesondere dem Volumensegment zugutekommen könnte. Volkswagen wäre damit in einer guten Ausgangslage, um seinen Abstand beim Ranking noch weiter auszubauen. Der Aktie hat das allerdings nicht weitergeholfen. Jene konnte zuletzt erfolgreich die 100-Euro-Marke verteidigen, aber keine neuen Angriffe auf höhere Kursregionen wagen. Am Wochenende standen 103,80 Euro auf dem Ticker.
BMW: Beachtlich!
Hinter Volkswagen folgte BMW (DE0005190003) mit 51.878 verkauften E-Autos im vergangenen Jahr, was ungefähr der Hälfte des großen Konkurrenten entspricht. Allerdings verkauft BMW auch insgesamt deutlich weniger Autos. Im Verhältnis scheint man in Bayern schon ein gutes Stück weiter zu sein. Tatsächlich wäre BMW aktuell wohl der einzige deutsche Autobauer, der eine Chance darauf hätte, die ambitionierten Emissionsziele der EU zu erfüllen.
Das ist ein Achtungserfolg, der aufgrund von neuen Gnadenfristen an der Börse momentan nicht allzu viel wert ist. Mindestens stellt BMW aber unter Beweis, dass die eigenen E-Autos durchaus begehrt sind und sich von der Konkurrenz abzuheben wissen. Das ist eine gesunde Basis für die Zukunft, in der die Elektromobilität unweigerlich an Bedeutung gewinnen wird. Dass der Aktienkurs sich auf Jahressicht trotz Krise im Segment um rund 20 Prozent verbessern konnte, scheint da vielleicht nachvollziehbar zu sein.
BYD auf Aufholjagd
In absoluten Zahlen belegt der chinesische Hersteller BYD (CNE100000296) hierzulande weiterhin einen Nischenplatz. Doch prozentual fiel das Wachstum im Jahr 2025 absolut beeindruckend aus. Es konnten 23.306 Autos in Deutschland neu zugelassen werden, was einem Plus von 706,2 Prozent entspricht. Damit unterstreicht der Konzern aus Shenzhen seinen Anspruch, in Zukunft eine immer größere Rolle auf dem hiesigen Markt zu spielen.
Der Marktanteil von BYD beläuft sich mittlerweile auf immerhin 0,8 Prozent in Deutschland. Dabei verkauft der Hersteller ausschließlich sogenannte NEV (New Energy Vehicles). Dazu zählen neben reinen Elektrofahrzeugen auch Hybridfahrzeuge und E-Autos mit Range Extender. Letztere sind bisher dem chinesischen Markt vorbehalten, sie sollen aber künftig wohl auch in Europa angeboten werden. Über Emissionsgrenzen seitens der EU und mögliche Strafzahlungen muss sich BYD aber deutlich weniger Gedanken machen als die Konkurrenz.
Tesla rutscht in die Nische
Tesla (US88160R1014) bleibt davon gänzlich unbetroffen und verdient weiterhin gutes Geld mit dem Verkauf von CO2-Zertifikaten. Das ist allerdings auch bitter nötig, denn die Absatzzahlen rutschten im letzten Jahr rasant in die Tiefe. In Deutschland konnte der Hersteller 19.390 Neuzulassungen in Deutschland verzeichnen. Das sind 48,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besserung zeichnet sich momentan nicht ab. Die Marke ist unbeliebt und das Produktportfolio ist schwer angestaubt.
Dennoch hält die Aktie sich erstaunlich wacker mit einem Schlusskurs von 445,01 US-Dollar zum Wochenende. Dabei rutschten die Verkaufszahlen im letzten Jahr auch anderswo im hohen Tempo in Richtung Süden. Getragen wird der Aktienkurs von Hoffnungen auf Durchbrüche mit Robotaxis und humanoiden Robotern. Das ist aus Anlegersicht ein sehr gefährliches Spiel. Denn die geschäftliche Basis scheint Tesla derzeit abhanden zu kommen, und das dürfte sich bei den nächsten Quartalszahlen sehr deutlich zeigen.
Es wird langsam
E-Autos hatten in Deutschland in den letzten Jahren einen eher schwierigen Stand. Die Autos gelten als zu teuer und natürlich haben auch politische Grabenkämpfe gewürzt mit etwas Ideologie Einfluss auf das Verhalten der Käufer. Trotz allem Gegenwind bleibt es auf lange Sicht aber bei einem Wachstumstrend, der mit etwas Beihilfe vielleicht auch bald an Tempo aufnehmen könnte. Das ganz große Comeback der hiesigen Autokonzerne kündigt sich zwar akut noch nicht an. Vielleicht könnte es sich aber lohnen, den Sektor im Jahr 2026 genauer im Auge zu behalten.
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12.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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