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BÖRSE TO GO - Ericsson, Netflix und Tesla

Positive Eröffnung erwartet

 

Vonseiten des Terminmarktes verspricht es ein positiver Start in den Tag zu werden. Alle wichtigen Futures liegen im Plus, wobei sich der DAX-Future und die US-Futures nichts nehmen. Kurz vor Eröffnung der Vorbörse in Europa wird der DAX-Future über 12.770 Punkten (+0,50 %) gesehen. Analog dazu der S&P 500 Future, der knapp unter 3.450 Punkten (+0,49 %) notiert. Insbesondere für den DAX-Future ist das eine Stimmungswende. Gestern sah es noch anders. 

Frankfurt fehlte am Dienstag erneut der Auftrieb. Während sich die Wall Street mit einem gewissen Optimismus durch die durchwachsenen Zahlen für das 3. Quartal arbeitet, bleibt die Stimmung am deutschen Finanzplatz im Keller. Alle deutschen Benchmarks sanken am Dienstag. Der DAX gab -0,92 % auf 12.736,95 Punkte ab und der TecDAX sank sogar um -1,35 % auf 3.109,40 Punkte. 

Die Wall Street eröffnete gestern schwach, arbeitete sich dann aber voran. Am Ende konnten alle wichtigen US-Benchmarks mit einem Gewinn aus dem Handel gehen. Der S&P 500 Index führte dabei die Riege an und stieg um 0,47 % auf 3.443,12 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,40 % auf 28.308,79 Punkte. Der Nasdaq Composite Index lief mit einem Plus von 0,3 % auf 11.516,49 Punkte dem Rest der Meute hinterher. 

 

Ericsson mit hohem Wachstum

 

Bei Ericsson dreht sich alles um den Roll-out von 5G. Der neue Mobilfunkstandard wird sukzessive bei allen großen Anbietern weltweit ausgerollt, während gleichzeitig der größte Lieferant der Technik, die chinesische Huawei, von Washington aus dem Rennen genommen wurde. Die Nachfrage fokussiert sich daher über Nacht auf die wenigen, deutlich kleineren Konkurrenten wie Ericsson, die heute früh meldeten, dass man inzwischen Verträge über die Installation von 112 Netzen abgeschlossen und 65 Netzwerke bereits in Betrieb hat. Entsprechend beginnen sich die Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung zu verbessern. 

Der Umsatz ist auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Ericsson konnte die Umsätze nur um 1 % im Jahresvergleich auf 57,5 Mrd. Schweden Kronen (SEK) steigern. Doch der organische Umsatz, bereinigt um negative Währungseffekte, stieg um 7 %. Die Umsätze in der Netzwerksparte stiegen um 13 %. Die Rohertragsmarge kletterte deutlich von 37,8 % auf 43,2 % und das operative Ergebnis erreichte 9,5 Mrd. SEK nach 6,5 Mrd. SEK im Vorjahresquartal. Der Gewinn vor Steuern stieg auf 8,75 Mrd. SEK nach einem Verlust von -4,88 Mrd. SEK im Vorjahresquartal.

 

Netflix: Wachstum fällt

 

Die Latte hing sehr hoch und Netflix hat gerissen. Nach bombastisch starken Abonnentenzahlen in den letzten beiden Vorquartalen, die bei 10,1 und 15,8 Mio. Neukunden lagen, gab das Streaming-Unternehmen gestern nachbörslich bekannt, dass man im 3. Quartal 2,2 Mio. Neukunden gewonnen hat. Das war der Wall Street deutlich zu wenig, die die Aktien von Netflix in diesem Jahr bis auf 575 US-Dollar getrieben hatte. Vor Bekanntgabe der Zahlen schloss die Aktie -1,00 % niedriger bei 525,42 US-Dollar. Nach Veröffentlichung des Berichts sackten die Notierungen ab und Netflix schloss im nachbörslichen Handel bei 495,50 US-Dollar (-5,69 %) tiefer.

 

Netflix Inc.

 

Die Argumentation ist, dass der Content von Netflix nicht mehr attraktiv genug ist. Das ist immer ein Risiko, vor allem wenn man gegen Konkurrenten wie Apple und Disney antritt, die ihren Kunden sehr hochwertigen Hollywood-Content anbieten. Der wesentlichste Faktor ist hier jedoch, dass sich Sättigungseffekte einstellen. Das liegt zum einen an der Konkurrenz, die nicht kleiner, sondern größer wird und zum anderen daran, wie viele Kunden noch nicht mit einem oder mehreren Streaming-Abonnements versorgt sind. Denn feststeht: Mehr als Sendung kann kein Kunde gleichzeitig schauen. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Mittwoch: Abbott Labs, Baker Hughes, Biogen, Chipotle Mexican Grill, Equifax, Kinder Morgan, Lam Research, Nasdaq Inc, Thermo Fisher, Under Armour, Verizon, Whirlpool und Xilinx 

 

Tesla Zahlen am Abend

 

Die Quartalszahlen von Tesla werden heute nachbörslich erwartet und die Wall Street sitzt vorne an der Stuhlkante vor Aufregung. Die Aktie ist eine der am stärksten überbewerteten Wachstumsaktien am Markt und Gott und die Welt ist investiert. Den Ausstoß und die Auslieferungen für das 3. Quartal hatte Tesla bereits veröffentlicht und die Zahlen stießen nicht gerade auf Begeisterung. Zudem wird sich der Blick heute auf die Profitabilität richten, denn im 2. Quartal konnte Tesla nur einen Gewinn abliefern, da man Emissionsrechte an Konkurrenten verkauft hatte. Das Kerngeschäft blieb defizitär. 

In lokaleren Nachrichten wurde heute Nacht bekannt, dass Tesla den Zulieferer ATW übernehmen wird. Es ist für die Kalifornier der zweite Kauf eines deutschen Zulieferers, nachdem 2016 Grohmann übernommen und integriert wurde. Im Gegensatz zu Grohmann ist ATW (Assembly & Test Europe GmbH) aber ein „beschädigtes Gut“. Die Mutter ATS aus Kanada hatte eigentlich beschlossen, die Gesellschaft zu schließen, nachdem die Auftragslage durch Corona eingebrochen war. Mehr als 200 Arbeitsplätze standen zur Disposition. ATS ist ein Spezialist für die Automatisierung von Fertigungsprozessen. Gerüchte über die mögliche Übernahme kursieren in Rheinland-Pfalz bereits seit Ende September. Die Bestätigung, insbesondere auch die Genehmigung durch das Bundeskartellamt, kam erst gestern Abend. 

 

Tagestermine

 

Erneut meldet sich EZB-Präsidenten Lagarde zu Wort. Frau Lagarde hält mittlerweile fast täglich Reden, die von der Börse genau verfolgt werden. Die heutige Rede beginnt um 09:30 Uhr. 

Für die Wall Street wird heute um 16:30 Uhr die Veröffentlichung der wöchentlichen Rohöllagerbestände von Bedeutung sein. Nach einem Rückgang um -3,82 Mio. Barrel in der Vorwoche, wird für die letzte Woche mit einem Rückgang von nur noch -1,02 Mio. Barrel gerechnet. WTI Öl notiert am Morgen bei 41,33 Dollar / Barrel. 

 

21.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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