Booking bleibt trotz Irankrieg optimistisch, klagt aber in Europa über die Regulierungswut der Behörden
Laut Booking treiben Regulierungen vor allem die Kosten für Kunden an
Aktien aus dem Reisesegment hatten zuletzt keinen guten Stand. Der Irankrieg führt zu etlichen gesperrten Lufträumen und wegfallenden Destinationen. Die genauen Folgen sind zwar nicht abschätzbar, doch die Börsianer schmissen schon mal Aktien von Unternehmen wie TUI und Lufthansa im großen Bogen aus den Depots. Die Booking-Aktie kam glimpflicher davon, notierte allerdings zuvor bereits in niedrigen Gefilden.
Dass der neuerliche Konflikt dem Geschäft, darüber scheint Booking (US09857L1089) nicht allzu besorgt zu sein. Im Gespräch mit der „FAZ“ sprach CEO Glenn Fogel davon, dass es zwar leider aktuell viele Konflikte und Auseinandersetzungen auf der Welt gebe. Jene würden aber eher bestimmen, wohin die Menschen verreisen und die Reiselust an sich nicht dämpfen. Verschiebungen bei den Urlauberströmen gebe es schon seit Längerem zu sehen. So würden etwa Kanadier Florida eher meiden und Europäer weniger in die USA fliegen. Umgekehrt sei das Interesse von Amerikanern an Reisen nach Europa aber ungebrochen hoch.
Fogel verweist auch auf Erfahrungen aus früheren Konflikten. Selbst in Krisenzeiten, so scheint es, wollen die Menschen weiterhin verreisen, und dafür nehmen sie trotz Inflation auch Geld in die Hand. Das deckt sich mir den Zahlen aus der Branche, welche tendenziell stärker wachsen konnte als andere Sektoren. Booking rechnet mit einer Fortsetzung dieses Trends auch in diesem Jahr, trotz Krieg im Nahen Osten.
Booking kritisiert Europa
Die eigenen Umsätze kurbelt Booking längst nicht mehr nur durch Hotelbuchungen an. Der Konzern setzt verstärkt darauf, zusätzliche Services zu verkaufen, etwa Mietwagen oder Konzertkarten. Das wird im Unternehmen als „Conntected Trip“ bezeichnet und soll im letzten Jahr im hohen 20-Prozent-Bereich gewachsen sein. Das Hotelportal setzt nicht zuletzt darauf, besonders gut prognostizieren zu können, was Reisende bei einem Trip abseits ihrer Unterkunft benötigen könnten.
Gedämpft wird die Zuversicht von Booking vor allem im europäischen Markt, der laut Fogel rund die Hälfte der Umsätze einbringt. Der Manager kann sich mit der Regulierung auf dem hiesigen Markt nicht recht anfreunden. Den Einstieg ins Geschäft mit Pauschalreisen meidet Booking bisher auch deshalb, weil dort Reisende umfangreiche Rechte im Falle von Ausfällen und dergleichen eingeräumt werden. Nach Ansicht des Konzerns treibe dies vor allem die Kosten für Urlauber in die Höhe.
Mit Verweis auf Umfragen spricht man davon, dass viele Reisende den Schutz durch Regularien zwar zu schätzen wüssten, allerdings nur die Wenigstens dafür auch zahlen möchten. Lieber würde Booking es sehen, wenn die Risikoabwägung bei den Kunden bliebe. Das Unternehmen sieht klassische Versicherungen als die optimale Lösung an. Dabei könne jeder selbst entscheiden, ob eine Reiseversicherung abgeschlossen werden soll oder eben nicht.
Immer Ärger mit der EU
Regulierungen belasten Booking auch an anderer Stelle. Weggefallen ist unlängst nach rund zwei Jahrzehnten die Vorgabe, dass Anbieter auf dem Portal stets den günstigsten Preis der eigenen Webseite anbieten müssen. Das zieht etliche Verfahren nach sich, bei denen mögliche Ansprüche auf Schadenersatz noch verhandelt werden müssen. Booking argumentiert bei der Angelegenheit damit, dass das Portal vielen Hotels erst die notwendige Sichtbarkeit ermöglicht habe, um überhaupt Reisende anzulocken.
Die Umstellung war laut Fogel eine Herausforderung, da viele Nutzer sich bei Booking das beste Angebot heraussuchen würden und dann selbst bei Preisunterschieden von wenigen Euro das Portal wechselten. Dennoch zeigt der Booking-Chef sich zuversichtlich, dass die Sache gut für das Unternehmen ausgehen wird. Nachbesserung fordert er derweil beim Umgang mit KI-Anbietern wie ChatGPT. Solche verfügten über eine Milliarde Nutzer, würden aber nicht als Gatekeeper behandelt. Booking wurde hingegen von der EU in diese Kategorie gesteckt, in der ansonsten laut Fogel nur „Billionenunternehmen“ wie Alphabet zu finden seien. Die Kosten für zusätzliche Regulierungen würden letztlich auch den Kunden erreichen.
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04.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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