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Carnival schwimmt im Geld

Wall Street ist bullish

 

Das 3. Quartal war ein Totalausfall für Carnival und das laufende 4. Quartal wird nicht besser werden. Das Geschäftsjahr endet in Kürze am 30. November und Carnival wird den grössten Umsatzeinbruch und Verlust in seiner Unternehmensgeschichte vorlegen. Der Umsatz tendierte zuletzt gegen Null. 

530 Mio. US-Dollar verbrennt Carnival derzeit. Nicht im Quartal, sondern jeden Monat, in dem die zahlreichen Kreuzfahrtschiffe im Hafen vor Anker liegen. Eine Situation, die noch dadurch verschlimmert wurde, dass der amerikanische Seuchenschutz vorerst alle Kreuzfahrten bis Ende Januar 2021 untersagt hat. Für einige Häfen in den USA gilt ein Verbot bis Ende März 2021. Es gibt also keine kurzfristige Perspektive, dass sich der Umsatz vor dem 2. Quartal erholt. 

 

Cash is King 

 

Das Unternehmen überlebt diese Dürrephase nur, wenn der Kapitalmarkt mitspielt. Bis dato ist die Wall Street ausgesprochen generös. Man hatte alle Kapitalmassnahmen bisher sehr positiv begleitet und das Unternehmen nicht hängen gelassen. Das kann sich von einem Tag auf den anderen ändern, aber bis hierher kann man als Aktionär nur froh sein, dass alles einigermassen glatt gelaufen ist. 

 

Carnival Corp.

 

Ende August hatte Carnival rund 8 Mrd. US-Dollar in der Kasse. Das reicht nicht angesichts der langen Phase ohne jegliche Ticketverkäufe. Bis Ende Oktober hat man daher im beschleunigten Verfahren eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar durchgeführt und gleich im Anschluss angekündigt, dass man weitere 1,5 Mrd. US-Dollar an frischem Eigenkapital aufnehmen will. Diese weitere Kapitalerhöhung wurde am Montag erfolgreich abgeschlossen. Doch damit nicht genug. Kurz darauf am Dienstag und Donnerstag dieser Woche hat man einem Teil der Gläubiger der Wandelanleihe mit Fälligkeit 2023 junge Aktien im Gegenzug für ihre Anleihe angeboten und dadurch die Verschuldung deutlich verringert. 

 

Neue Junk Bonds mit 8 % p.a. 

 

Last but not least emittiert man aktuell Junk Bonds im Wert von rund 1,6 Mrd. US-Dollar. Zum ersten Mal begibt die Gesellschaft unbesicherte Anleihen, was immer einen höheren Coupon zur Folge hat im Vergleich zu besicherten Papieren. Alle bisher angebotenen Schuldverschreibungen waren mit Besicherungen in Form von Kreuzfahrtschiffen oder anderen Assets unterlegt, was den Zinsaufwand deutlich verringerte bzw. zu Beginn der Krise überhaupt eine Emission möglich machte. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Junk Bonds werden sowohl in den USA als auch in Europa zum Kauf angeboten. Die Anleihen werden im Jahr 2026 fällig und das erste Angebot sieht einen Coupon von rund 8 % p.a. vor, was jenseits jeglicher Zinsstrukturkurven liegt. Allerdings wäre das für Carnival geradezu ein Schnäppchen im Vergleich zum April, als man den Gläubigern 12 % p.a. für 3-jährige besicherte (!) Anleihen anbieten musste. Carnival versucht im US-Markt rund 1 Mrd. US-Dollar zu erlösen und in Europa rund 500 Mio. Euro. Das Rating soll bei S&P mit „B“ eingeschätzt worden sein. 

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21.11.2020 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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