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Carnival: Geschäft in Europa läuft langsam an - US-Kreuzfahrten bis Juli ausgesetzt

Carnival setzt seine Comeback-Story fort - Buchungen für 2022 sind stark

 

Der Verlust im 1. Quartal war wie erwartet hoch. Carnival (PA1436583006) hat in den ersten zwei Monaten des neuen Jahres kaum Geschäft machen können und fokussierte sich im Wesentlichen auf die Senkung der Betriebskosten und die Vorbereitungen für den Start in die neue Saison. Nach Steuern wies die Kreuzfahrtgesellschaft, zu der unter anderem auch die Marken AIDA, Costa, P&O, Cunard, Princess Cruises und Seabourn zählen, einen Verlust von -2,0 Mrd. US-Dollar aus. 

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DAX Future SignaleCarnival beendete das Quartal mit 11,5 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln. Selbst wenn die Gesellschaft keine neuen Mittel mehr aufnimmt und sich die Burn Rate nicht verbessert, reicht die vorhandene Liquidität, um weit bis ins Jahr 2022 zu kommen. Aktuell verbrennt man im Monat rund 500 Mio. US-Dollar. Eine Ratio, die sich langsam, aber sicher verbessert.

Das Unternehmen nutzte die letzten Monate auch, um die Flotte zu erneuern und zu verjüngen. Insgesamt 19 Schiffe musterte man aus und übernahm sechs neue, effizientere Kreuzfahrtschiffe, die man schon vor der Covid-19-Krise bestellt hatte. Die umfassende Erneuerung der Flotte hat auch zu einer insgesamt geringeren Kapazität im Vergleich zu 2020 geführt. 

 

Carnival Corp. & PLC

 

Die Kundenanzahlungen zum 28. Februar 2021 lagen bei insgesamt 2,2 Mrd. US-Dollar. Damit steht die Gesellschaft nahezu auf dem gleichen Niveau wie Ende November 2020. Die Summe der neuen Anzahlungen entsprach in etwa den Stornierungen im selben Zeitraum. 

 

Buchungen für 2022 liegen über dem starken Jahr 2019

 

Die Kundschaft freut sich auf 2022. Was sich auch in den Anzahlungen widerspiegelt, wo der Löwenanteil auf das Konto für Reisen im kommenden Jahr geht. Carnival teilte unter anderem mit, dass das Buchungsvolumen für das kommende Jahr sehr hoch ausfällt und sogar noch über dem Niveau des starken Geschäftsjahres 2019 liegt, obwohl Carnival kaum Werbung gemacht hat. 

Das Geschäft in Europa läuft wieder langsam an. Seit vergangenem Monat bietet Carnival unter der Marke AIDA Kreuzfahrten um die Kanarischen Inseln an. Eine gute Wahl, denn Gran Canaria und Teneriffa sind um diese Jahreszeit sehr schöne Ziele. Die spanische Regierung hat die Routen unter strengen Auflagen freigegeben. AIDA hat ein Hygiene-Regime entwickelt, das vom SGS Institut Fresenius getestet wurde, um die Fahrten für die Kunden sicher zu gestalten. Andere spanische Häfen darf AIDA jedoch nicht anlaufen. Das Interesse ist dennoch sehr hoch und AIDA hat auch das ursprünglich auf März begrenzte Angebot inzwischen bis in den Juni verlängert. 

Lange Gesichter dagegen in den USA. Dort untersagte die Regierung in Zusammenarbeit mit dem Seuchenschutz CDC alle Kreuzfahrten von amerikanischen Häfen aus bis mindestens zum 30. Juni. Anfang des Jahres bestand noch die Hoffnung, dass erste Kreuzfahrten ab dem 2. Kalenderquartal möglich sind. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDas Verbot nahm das Management von Carnival nicht auf die leichte Schulter. Vor dem Hintergrund, dass einige Bundesstaaten sich bereits wieder weitgehend geöffnet haben, stiess das komplette Verbot von Kreuzfahrten von amerikanischem Boden aus auf wenig Verständnis. Das Unternehmen deutete an, dass man intern überlegt, ob ein Teil der Kreuzfahrtflotte aus den USA abgezogen wird, wenn man keine Möglichkeit sieht, in diesem Jahr noch Geschäft zu machen. 

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09.04.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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