Österreich scheint sich bei der Übernahme von Ceconomy querzustellen, JD.com dennoch im Plus, bei der Lufthansa stimmen nun auch Flugbegleiter für Streiks und Eventim stürzt ab
Nicht nur die Ölpreise lasten auf der Stimmung der Börsianer
Vor dem Wochenende bekamen die Anlegerinnen und Anleger einen weiteren Ausverkauf zu sehen. Einmal mehr waren es rasant steigende Ölpreise und massive Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Irankriegs, was die Richtung an den Märkten vorgab. Davon ab gab es bei manchem Einzeltitel noch zusätzliche Belastungen zu spüren.
Die Media Markt- und Saturn-Mutter Ceconomy (DE0007257503) hatte sich eigentlich schon fest darauf eingestellt, in Zukunft in chinesischer Hand zu sein. Doch bei der geplanten Übernahme scheint sich Widerstand in Österreich zu formen. Wie das Unternehmen mitteilte, sei momentan ungewiss, ob und wann eine Freigab erteilt wird. Die Gespräche scheinen sich als schwierig zu erweisen.
Bei der von JD.com anvisierten Übernahme prüfen die Behörden in Österreich, ob der geplante Verkauf ins außereuropäische Ausland zu einer Gefährdung der Sicherheit oder der öffentlichen Ordnung führen könnte. Auch in Deutschland finden entsprechende Prüfungen statt und eine Entscheidung liegt hier ebenfalls noch nicht vor. Allerdings berichtete Ceconomy aus der Heimat bisher nicht über nennenswerte Probleme.
JD.com auf Erholungskurs
JD.com (US47215P1066) verweist in der Sache auf diverse Zusagen und ließ wissen, den österreichischen Behörden auch noch weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt zu haben. Die Anleger störten sich am sich abzeichnenden Widerstand nicht weiter. Die Ceconomy-Aktie hat sehr viel mehr mit Konsumsorgen zu kämpfen und bei JD.com ging es mit dem Kurs in dieser Woche sogar um rund zehn Prozent aufwärts. Hierzulande standen zum Wochenende 12,63 Euro auf dem Ticker.
Den Grund dafür scheint „Der Aktionär“ ausfindig gemacht zu haben. Dort wird berichtet über ein Seminar der Marktaufsichtsbehörde zur Eindämmung unlauteren Wettbewerbs. Ziel des Ganzen soll es wohl sein, den ruinösen Preiskampf unter Essenslieferdiensten zu beenden. Gehofft wird nun auf eine Normalisierung des Wettbewerbs und eben diese Hoffnung scheint die Anteilseigner sogar über die rapiden Anstiege bei den Ölpreisen hinwegzutrösten.
Der nächste Arbeitskampf bei der Lufthansa
In den Sinkflug ging es hingegen bei der Aktie der Lufthansa (DE0008232125), welche am Freitag um 3,4 Prozent auf 7,36 Euro segelte. Damit weiten die Abschläge seit Monatsbeginn und damit auch seit Beginn des Irankriegs sich auf knapp 22 Prozent aus. Höhere Kerosinpreise spielen dabei eine gewichtige Rolle. Doch auch immer intensivere Arbeitskämpfe sorgen für Belastung und Fragezeichen unter den Aktionären.
Einigen konnte die Lufthansa sich zwar kürzlich mit Verdi auf einen Tarifabschluss für das Bodenpersonal, womit Streiks verhindert werden konnten. Nahezu gleichzeitig stimmten nun aber die Mitglieder der Gewerkschaft Ufo für einen Arbeitskampf, und dat mit 94 Prozent. Die Flugbegleiter klagen über fehlende Fortschritte bei Verhandlungen zu einem Manteltarif der Lufthansa und wollen zudem einen Sozialtarifvertrag für die Cityline auf den Weg bringen. All das geschieht, während der Streit mit Piloten um Betriebsrenten noch immer nicht beigelegt werden konnte. Wann genau gestreikt werden könnte, wurde noch nicht mitgeteilt. Die geschaffene Möglichkeit dazu reicht aber schon aus, um die Lufthansa weiter unter Druck zu setzen.
Eventim enttäuscht die Aktionäre
Einen veritablen Absturz erlebte am Freitag die Aktie von Eventim (DE0005470306), welche um satte 23,2 Prozent bis auf 48,92 Euro in die Tiefe rasselte und damit den tiefsten Stand seit gut drei Jahren erreichte. Auslöser dafür war der Ausblick für das laufende Jahr. Umsätze und Gewinne sollen nur noch leicht ansteigen, nachdem zuvor recht ansehnliche Zugewinne verzeichnet werden konnten. Zudem kam es laut „FAZ“ zu Verwirrung, da einige Aussagen in Pressemitteilungen sich wohl nicht mit Informationen im Geschäftsbericht in Einklang bringen ließen.
Verkaufsdruck spürt die Eventim-Aktie schon seit einer ganzen Weile. Vor knapp einem Jahr konnte das Papier noch bis auf ein Rekordhoch in Höhe von 114,10 Euro klettern. Seither haben die Anteilseigner es mit einer schnellen und heftigen Korrektur zu sein, welche den Kurs mehr als halbierte. Die Marktkapitalisierung ist mittlerweile bis auf nur noch 4,4 Milliarden Euro gefallen und aus charttechnischer Sicht wurden sämtliche Unterstützungen krachend verfehlt. Das lässt für die nahe Zukunft nichts Gutes erwarten.
Miese Stimmung
Gute Neuigkeiten scheinen dieser Tage rar gesät zu sein, was natürlich auch an der Börse seine Spuren hinterlässt. Dort werden unerfreuliche Entwicklungen noch deutlich schlechter verdaut als sonst und jeglicher Rückschlag dient quasi als Katalysator in einem ohnehin bestehenden Abwärtstrend. Die Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang ist noch nicht völlig verschwunden. Doch mit jedem weiteren Kriegstag im Nahen Osten, jeder weiteren Eskalation und jedem weiteren Anstieg des Ölpreises werden die Wolken am Horizont dunkler.
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28.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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