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Chinas Behörden erhöhen trotz Rückkehr von Jack Ma nochmals Druck auf Alibaba

Keine Entwarnung für Alibaba und Tencent

 

Nach über zwei Monaten medialer Abstinenz hat die Alibaba-Aktie (ISIN: US01609W1027; WKN: A117ME9) erleichtert auf ein Lebenszeichen des Firmengründers Jack Ma reagiert, der zweifelsfrei zu den einflussreichsten Unternehmern Chinas zählt. An der Nasdaq schoss der Anteilschein in einer ersten Reaktion um 6 % nach oben, womit das Papier in den vergangenen zwei Wochen einen kurzfristigen Aufwärtstrend herausbilden konnte. Schwerwiegender könnte allerdings ein frisches Statement der chinesischen Zentralbank sein, welche am heutigen Mittwoch ankündigte, den Online-Zahlungsverkehr außerhalb des regulären Bankensystems noch schärfer regulieren zu wollen, was auch eine ernsthafte Gefahr für den Wettbewerber Tencent (ISIN: KYG875721634; WKN: A1138D) darstellt.

Mit der Alibaba-Tochter Alipay und dem Zahldienst Wechat Pay von Tencent kontrollieren derzeit zwei Dienste 94 % des Online-Zahlungsverkehrs abseits der traditionellen Banken im Reich der Mitte. Diese Dominanz ist nun der People`s Bank of China zunehmend ein Dorn im Auge, weshalb die Notenbanker jetzt mitteilen, dass eine Monopolstellung in diesem Markt vorliegen könne, sofern ein Anbieter einen Marktanteil von mehr als 50 % hält oder zwei Firmen zusammen mehr als zwei Drittel auf sich vereinigen können. Mit einem Anteil von 55,6 % bei Alipay und 38,8 % bei Wechat Pay sind diese Voraussetzungen nun erfüllt, so dass sich die Zentralbank nun vorbehalten könnte, kartellrechtliche Schritte gegen bei Player einzuleiten.

 

Alibaba und Tencent im stärker im Visier von Chinas Zentralregierung

 

Mit der Ankündigung setzen die chinesischen Offiziellen ihren immer strikteren Kurs gegen die beiden Großkonzerne fort, welche mit einer rasanten Expansion immer mehr Einfluss im Reich der Mitte gewannen und sich so immer stärker zu einem potenziellen Gegenspieler der kommunistischen Regierung entwickelten. Als Auslöser für den strikten Kurs der Pekinger Offiziellen sehen vor allem die Experten eine Rede von Jack Ma, der im Oktober öffentlich die Regulierungsbehörden des Riesenreiches in einer Rede kritisiert hatte und Fachleuten zufolge Chinas Staatschef Xi Jinpeng massiv verärgert haben soll.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAuch wenn der Alibaba-Gründer nun wieder über einen Online-Kommunikationskanal auf der Bildfläche aufgetaucht ist, so bleibt die Lage für Alibaba und Tencent sehr gefährlich. So befürchten Analysten als mögliche Maßnahmen die Zerschlagung der Konzerne durch das chinesische Kartellamt, wobei beide Unternehmen durch eine Aufspaltung massiv an Skaleneffekten verlieren würden und somit in ihren Einzelteilen weniger wert wären. Zudem dürften durch einen solchen Schritt die zahlreichen Konkurrenten massiven Auftrieb erhalten, was aufgrund des schärferen Wettbewerbs zusätzlich Druck auf die Margen von beiden Firmen auslösen würde.

 

Fazit:

 

Mit einem geschätzten 2021/22er-KGV von 26 (per März) bei Alibaba und einem zu erwartenden 2021er-KGV von 44 sind die beiden eigentlich sehr wachstumsstarken und zugleich hervorragend positionierten Unternehmen weitaus günstiger bewertet als vergleichbare westliche Konzerne. Allerdings drohen wegen der zunehmend schärferen Regulierung, die nach dem bisherigen Muster noch einschneidender werden, massive Kursrisiken bei beiden Aktien.

 

20.01.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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