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Bitcoin-Absturz reißt Coinbase-Aktie gnadenlos mit in die Tiefe

Boden noch nicht gefunden

NTG24 - Bitcoin-Absturz reißt Coinbase-Aktie gnadenlos mit in die Tiefe

 

Am 14. April 2021 wurde die Aktie der Firma Coinbase Global (US19260Q1076) zu einem Referenzpreis von 250 US-Dollar an der Nasdaq eingeführt. Da der Börsengang der Firma, welche erfolgreich eine Kryptohandelsplattform betreibt, von vielen Medien stark gefeiert wurde und viele Börsenneulinge sich an der Gesellschaft beteiligen wollten, schoss der Kurs der Coinbase-Aktie gleich am ersten Handelstag bis auf 429,54 US-Dollar nach oben. Allerdings erfüllten sich die hohen Erwartungen der Anleger bislang nicht. Vielmehr wechselte der Anteilschein sehr schnell in einen kurzfristigen Abwärtstrend über, der bis heute unvermindert anhält.

Mit dem jüngsten Kurseinbruch des Bitcoins und vieler weiterer Kryptowährungen hat der Abverkauf bei dem Titel nochmals an Fahrt aufgenommen. Dies ist auch durchaus verständlich, da viele Experten nun fürchten, dass der gesamte Kryptomarkt nach einer zuvor lang anhaltenden Hausse nun eine sehr scharfe Korrekturphase erleben könnte und viele Anleger entsprechend das Interesse an diesem Marktsegment verlieren könnten. So sind viele virtuelle Währungen aus charttechnischer Sicht mittlerweile in einen Abwärtstrend übergewechselt, der sich nach dem langen Hype durchaus fortsetzen könnte. Entsprechend muss auch Coinbase befürchten, dass die goldenen Zeiten für die Kryptohandelsplattform vorbei sind und für längere Zeit auch nicht wieder kommen.

 

Coinbase lieferte hervorragende Q1-Zahlen

 

Ende vergangener Woche veröffentlichte die Firma Coinbase erstmals nach dem IPO einen Quartalsbericht. Demnach konnten die Amerikaner ihre Erlöse gegenüber der Vorjahresperiode von 0,19 Milliarden auf 1,80 Milliarden US-Dollar steigern. Gleichzeitig schoss der Nettogewinn von 32 Millionen auf 771 Millionen US-Dollar bzw. 3,80 US-Dollar in die Höhe. Allerdings konnte die Coinbase-Aktie nicht von diesem überaus starken Ergebnis profitieren, da zunehmend viele Analysten einen massiven Gewinnrückgang für möglich halten. So taxieren die US-Brokerhäuser den Reingewinn für die Gesamtjahre 2021 und 2022 auf 8,37 US-Dollar bzw. 5,21 US-Dollar je Anteilschein, was impliziert, dass der außerordentlich hohe Nettogewinn im Auftaktquartal kaum zu wiederholen sein dürfte.

 

 

Derzeit kursieren bei den Kryptowährungen sehr viele unseriöse Kursziele von selbst ernannten Experten im Netz. Allerdings kann keiner derzeit genau prognostizieren, wie sich der Kryptomarkt in den kommenden Monaten oder sogar Jahren entwickeln wird. Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass für den Bitcoin & Co zudem viele regulatorische Risiken seitens der Aufsichtsbehörden in den jeweiligen Ländern drohen. So beobachten offizielle Behörden in vielen Ländern mit großem Argwohn den bisherigen Erfolg dieser neuen Assetklasse und fürchten im Gegenzug den Bedeutungsverlust ihrer eigenen Währung. Zudem werden Kryptowährungen oftmals auch als Zahlungsmittel für illegale Transaktionen eingesetzt, da sich somit die Finanzströme besser verschleiern lassen. Daher wundert es nicht, dass die Türkei im April Zahlungen mit Kryptowährungen verboten hatte.

 

Das Fazit:

 

Aktuell handelt es sich bei den Kryptowährungen um eine schwach regulierte Assetklasse, die vielen Notenbankern, aber auch Sicherheitsbehörden ein Dorn im Auge ist. Zudem könnten sich viele Anleger mit Verlusten aus diesem Markt zurückziehen, weshalb das Geschäftsmodell von Coinbase ebenfalls als sehr riskant einzustufen ist. Daher eignet sich die Coinbase-Aktie nur als ein volatiles Spekulationsobjekt und ist alles andere als eine konservative Anlage. Auch wenn bei dem Titel grundsätzlich hohe Kursgewinne nicht auszuschließen sind, so stufen wir das Chance-Risiko-Verhältnis aufgrund der überproportionalen Risiken als negativ ein.

 

19.05.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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