Nach zähem Ringen kündigt UniCredit ein Übernahmeangebot für die Commerzbank an, muss aber weiter mit Widerstand rechnen
Die Aktionäre der Commerzbank können zunächst profitieren
Bereits im September 2024 stieg UniCredit im großen Stil bei der Commerzbank ein, als vom Bund verkaufte Anteile recht überraschend aufgekauft wurden. Seither macht die italienische Bank keinen Hehl daraus, das Frankfurter Geldhaus übernehmen zu wollen. Eilig hatte man es damit aber offensichtlich nicht und erst am gestrigen Montag wurde erstmals ein Übernahmeangebot angekündigt.
Das freiwillige Übernahmeangebot sieht vor, den Anteilseignern der Commerzbank (DE000CBK1001) je Aktie jeweils 0,485 neue UniCredit-Aktien zukommen zu lassen. Rein rechnerisch entsprach das Angebot zu gestrigen Kursen einem Angebot von 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Diesem Niveau passte sich der Kurs dann nicht nur an, sondern ging sogar noch darüber hinaus. Es ging um 8,6 Prozent auf 32,14 Euro aufwärts.
Daran zeigt sich, dass die Märkte das Übernahmeangebot ernst nehmen, auch wenn UniCredit damit zunächst nur den Sprung über die 30-Prozent-Hürde angehen möchte. Auf dem Weg zur vollständigen Kontrolle schlägt dem Unternehmen weiterhin Widerstand entgegen. Sowohl der Betriebsrat als auch das Management der Commerzbank und die Bundesregierung, welche noch rund zehn Prozent der Commerzbank-Anteile hält, sprechen sich gegen die angestrebte Übernahme aus.
Die Commerzbank sieht keinen Diskussionsbedarf
UniCredit-Chef Andrea Orcel ließ in einer Telefonkonferenz wissen, zu Gesprächen bereit zu sein. Darüber berichtete unter anderem die „Tagesschau“. Auf Seiten der Commerzbank ist der Redebedarf allerdings wenig ausgeprägt. Von dort war lediglich zu hören, dass die jüngste Ankündigung von UniCredit nicht abgestimmt gewesen sei.
Die Commerzbank stemmt sich seit Längerem gegen eine Fusion, und das auch recht erfolgreich. CEO Bettina Orlopp setzte auf eine Strategie zur Steigerung des Aktienkurses, um eine Übernahme so unattraktiv wie möglich zu gestalten. Ablassen will UniCredit aber offensichtlich nicht. Wie es nun weitergeht, wird sich zunächst bei der Hauptversammlung der Italiener im Mai zeigen. Dann werden die Anleger über die für die Übernahme angestrebte Kapitalerhöhung entscheiden.
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18.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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