VW, Porsche – Gewinne der Autobauer weiter im freien Fall
Trotz der besseren Marktposition im Elektro-Segment entspannt sich die Lage bei den deutschen Autobauern nur langsam
Die deutschen Autobauer sind weiter knietief in der umfassendsten Krise des aktuellen Jahrzehnts. Investoren wenden sich von Porsche und Volkswagen ab.
Für Volkswagen (DE0007664039) und Porsche (DE000PAG9113) Investoren beginnt das Jahr 2026 ähnlich wie das letzte Jahr geendet hatte und zwar mit einem weiteren massiven Gewinneinbruch. Europas größter Autobauer VW meldete einen Gewinneinbruch von mehr als 50 % und auch beim Sportwagenbauer Porsche kriselt es gewaltig. Im letzten Quartal erreichte man operativ nur noch die schwarze Null.
Die deutsche Automobilindustrie befindet sich aktuell in der größten Transformation der letzten Jahrzehnte. Neben der Elektrifizierung sorgen auch die geopolitischen unsicheren Zeiten mit erhöhten Zöllen und die Absatzschwäche in China für massiven Druck auf das Geschäftsmodell der traditionellen Autobauer. Doch auch die einstigen Gewinner im Marktumfeld wie Tesla und BYD wackeln. Während Tesla Absatz verliert ´, kämpft BYD aktuell um einen sinkenden Marktanteil in China.
Für aufmerksame Beobachter der europäischen Automobilindustrie kommt die operative Schwäche nicht von ungefähr. Das Rekordhoch bei den jährlichen Produktionszahlen lag bereits im Jahr 2017. Also selbst vor der prägenden Zeit in der Coronapandemie und der Disruption in der Lieferkette und den extrem gestiegenen Energiepreisen, die zu einer Verwässerung der Marge führten, sackten die Auslieferungszahlen der deutschen Autohersteller ab. In den letzten Jahren lag das Auslieferungsniveau stabil rund 25 % unter dem einstiegen Rekordhoch aus dem Jahr 2017.
Volkswagen ist mit einem Jahresumsatz von circa 322 Milliarden Euro und weltweit 660.000 Mitarbeitern ein globales industrielles Schwergewicht und stand Jahrzehnte für die Qualität und Wirtschaftsleistung des Standortes Deutschlands. Von diesem Glanz ist beim Mehrmarkenkonzern nicht mehr viel übrig. Im letzten Jahr lag der operative Gewinn sogar unter dem Ergebnis der Coronapandemie und lediglich das Dieselskandaljahr konnte dieses Ergebnis unterbieten.
Im letzten Quartal sackte das operative Ergebnis um 53 % auf 8,9 Milliarden Euro ab. Auch das Ziel einer Marge von 6,3 % zu erreiche ist der Konzern mittlerweile meilenweit entfernt. Mit lediglich 2,8 % operative Marge erzielte der Konzern einen neuen Negativrekord. Im letzten Quartal schlugen US-Zölle in Höhe von 2,9 Milliarden Euro als Sonderbelastung zu Buche. Auf das schwache Zahlenwerk reagierte das Management mit einem neuen umfassenden Sparprogramm. So sollen in Deutschland rund 50.000 Stellen abgebaut werden und damit deutlich mehr als die ursprünglich geplanten 35.000 Stellen bis 2030. Der Abbau des Personals soll die Fixkostenbasis des Konzerns dabei jährlich um 15 Milliarden Euro verschlanken.
Bei den letzten Quartalszahlen sorgte nur der Netto-Cashflow für eine positive Überraschung. Während man intern mit einer schwarzen Null gerechnet hatte, konnte man mit 6,4 Milliarden Euro positiv überraschen. Dies konnte der Konzern unter anderem durch einen positiven Effekt beim Working Capital erzielen. So konnte der Konzern im letzten Quartal erfolgreich die Lagerbestände abbauen und so wurde zusätzliches Cash freigesetzt. Zusätzlich hat VW die Investitionen deutlich zurückgefahren und so weniger Geld als ursprünglich geplant ausgegeben hat.
Auch mit Blick auf die Elektroabsätze scheint ein Licht am Ende des Tunnels aufzugehen. Mit einem Marktanteil von 27 % zeigt sich Volkswagen deutlich besser als erwartet. Für dieses Geschäftsjahr hat VW zudem eine Rekordproduktoffensive in China angekündigt. Dies soll für ein Umsatzwachstum in China sorgen.
Die Aktie von Volkswagen ist aktuell mit einem Preis von circa 85 € pro Aktie weiterhin interessant für Dividendeninvestoren mit einer Dividendenrendite von rund 5,2 % attraktiv bewertet. Dennoch ist das Abwärtsrisiko noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Porsche weiterhin im freien Fall
Porsche war jahrelang der Renditebringer des VW-Konzerns. Auch beim Börsendebüt im Jahr 2022 schien die Erfolgsgeschichte Porsche erstmal weiterzugehen. Knapp drei Jahre nach dem IPO hat sich dieses Bild allerdings komplett gewandelt. Im Gesamtjahr 2025 lag das operative Ergebnis des Sportwagenbauers nur noch bei 90 Millionen Euro, was einem Einbruch von 98 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Ein Grund für den fulminanten Einbruch waren besonders die Sonderbelastungen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro durch die komplette Abkehr von der ehemaligen Elektrostrategie des Konzerns. Die verbundenen Investitionen in den Aufbau einer eigenen Batterieproduktion und Plattformobjekte wurden dabei im Jahr 2025 vollständig abgeschrieben. Die strategische Neuausrichtung sorgte dabei für Zusatzkosten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, weitere 700 Millionen Euro kosteten die Abschreibungen der geplanten Batterieproduktion. Der Umsatz fiel dabei im letzten Jahr um 10 % auf 36,3 Milliarden Euro. Besonders enttäuschenden waren dabei die Verkaufszahlen des rein-elektrischen Taycans. Von dem einstigen elektrischen Top-Modells verkaufte Porsche im letzten Jahr nur noch 41.000 Stück. Seit Januar 2026 hat Michael Leiter das Steuer des Konzerns übernommen und möchte Porsche mit weniger Modellvarianten und schlankeren Strukturen in die Zukunft führen. Dabei möchte Porsche sich wieder mehr auf das Luxussegment fokussieren.
Die Aktie von Porsche liegt mit einem Preis von aktuell rund 37 € nur noch bei 50 % des IPO-Ausgabepreises. Sollte Leiter als neuer CEO die Neupositionierung gelingen, dann bietet sich hier erhebliches Aufwärtspotenzial. Bis sich dieses manifestiert muss sich allerdings intern noch viel ändern.
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23.03.2026 - Christian Teitscheid

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