Rüstungsfantasien bei Deutz werden nach einer frisch angekündigten Übernahme konkreter und die Aktie zieht es im hohen Tempo aufwärts
Deutz sorgt für neue Rüstungsfantasien
Schon vor einer Weile kündigte der Motorenhersteller Deutz an, künftig im Rüstungssegment stärker mitmischen zu wollen. Getan hatte sich daraufhin nur wenig und an der Börse geriet das Ganze zuweilen fast schon ein wenig in Vergessenheit. Nun legte das Unternehmen aber nach mit der Ankündigung, Sobek übernehmen zu wollen.
Sobek entwickelt in erster Linie Elektromotoren und Steuerungstechnik, die vor Kriegsausbruch in der Ukraine unter anderem bei Hochleistungspumpen in der Formel 1 zur Anwendung kamen. Dort werden sie auch heute noch genutzt, doch darüber hinaus findet sich Technik von Sobek auch in Drohnen, welche die Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg einsetzt. Für Deutz (DE0006305006) ist das Ganze daher auch ein Schritt in Richtung Diversifizierung.
Der Motorenhersteller rechnet fest damit, dass die Nachfrage nach Drohnen und dazugehöriger Technologie in Zukunft schwer ansteigen wird. Das ist nachvollziehbar, da derartige Fluggeräte auf heutigen Schlachtfeldern eine fast schon dominante Rolle eingenommen haben. Das liegt nicht nur an ihren Fähigkeiten, sondern auch schlicht daran, dass sie im Vergleich zu Panzern, Jets und dergleichen billig sind.
Nicht ganz billig ist die Übernahme für Deutz. Eine genaue Summe wurde nicht genannt, doch Unternehmensangaben zufolge wird wohl ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag für die Fusion fließen. Der Beitrag zum operativen Geschäft soll hingegen bei zehn bis zwölf Millionen Euro liegen. Ohne weiteres Wachstum wird es also eine Weile dauern, bis die Investition sich amortisiert hat. Allerdings dürfte Deutz kaum mit dem Ziel der Stagnation investiert haben.
Deutz im Höhenflug
Die Anleger scheinen sich schon sicher darüber zu sein, dass Deutz mit der Übernahme aufs richtige Pferd setzt. Die Aktie reagierte am Dienstag zeitweise mir Kursgewinnen von über zehn Prozent und es konnten schon neue Jahreshöchststände auf die Beine gestellt werden. Am Mittwochmorgen waren noch 9,28 Euro zu sehen und die Euphorie kühlte sich etwas ab. Auf 5-Tages-Sicht bleibt es aber bei einem Kursplus von ansehnlichen vier Prozent.
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03.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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