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BioNTech wehrt sich gegen CureVac und Co., BASF hofft bei der Gasversorgung auf die Systemrelevanz, wieder Probleme bei TUI und die Deutsche Bank warnt vor der Rezession

Diese Themen dürften die Anleger noch eine ganze Weile begleiten

NTG24 - BioNTech wehrt sich gegen CureVac und Co., BASF hofft bei der Gasversorgung auf die Systemrelevanz, wieder Probleme bei TUI und die Deutsche Bank warnt vor der Rezession

 

Es gibt so manche Themen, zu welchen es zwar immer wieder Neuigkeiten gibt, bei denen die Anleger aber dennoch weitestgehend im Dunkeln tappen. So einige davon dürften die Märkte noch über längere Zeit beeinflussen und größtenteils steht in den Sternen, welche Effekte dabei noch zu erwarten sind.

Das jüngste Beispiel dafür bietet BioNTech (US09075V1026). Das Mainzer Unternehmen wird derzeit gefühlt von Klagen überzogen, wonach bei der Impfstoffentwicklung diverse Patente verletzt worden seien. Unter anderem zieht deshalb Konkurrent CureVac (NL0015436031) vor Gericht. Zunächst hielt sich BioNTech selbst zu dem Thema noch bedeckt. Mittlerweile wurde aber verkündet, dass man sich gegen derartige Vorwürfe entschieden wehre.

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Werbebanner WikifolioJegliche Arbeiten seien demnach originär entstanden, womit auch keinerlei Patente verletzt worden seien. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Richter das Ganze einschätzen werden. Es dürften lange und zähe Streitigkeiten vor Gericht folgen und der Ausgang des Ganzen ist ungewiss. Die Anleger konnten das Thema zunächst erfolgreich ignorieren, zuletzt dürften Abschläge bei der BioNTech-Aktie aber auch auf derartige Meldungen zurückzuführen sein.

 

Die große Gefahr für BASF

 

Bei BASF (DE000BASF111) macht man sich seit einer ganzen Weile schon Gedanken um die Gasversorgung aus Russland. Sollte die weiter gedrosselt oder sogar ganz eingestellt werden, könnte das schlimmstenfalls zu Produktionsausfällen sorgen und damit auch den Aktienkurs schwer unter Druck setzen. Allerdings gibt es da den wichtigen Faktor der Systemrelevanz, auf den sich kürzlich auch Betriebsratschef Sinisha Horvat in einem Interview mit dem „ZDF“ bezog.

Einfach ausgedrückt wird darauf gehofft, dass die Bundesnetzagentur bei BASF im Fall der Fälle keine Rationierungen aufgrund der enormen Bedeutung des Unternehmens für die hiesige Wirtschaft vornehmen wird. Ob das letztlich auch so eintreffen wird, darauf kann sich aber freilich niemand verlassen. Gerade in dieser Woche dürften die bangen Blicke der Aktionäre weiter in Richtung Nord Stream 1 gehen, während BASF schon händeringend versucht, den Gasverbrauch soweit wie möglich zu drosseln.

 

Das Flugchaos geht auch an TUI nicht vorbei

 

Ein größerer Belastungsfaktor für TUI (DE000TUAG000) ist seit einiger Zeit das Chaos an deutschen Flughäfen, ausgelöst durch fehlendes Personal sowie einen hohen Krankenstand. Der Reisekonzern selbst versprach zwar, dass es im wichtigen Sommergeschäft keine größeren Probleme geben werde. Doch immer wieder gibt es Meldungen über Störungen im Ablauf.

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Zuletzt meldete das Portal „Schiffe und Kreuzfahrten“, dass ein Flug ab Berlin gestrichen wurde und die Betroffenen zunächst lediglich mit der Info, dass der Flug ab Hannover gehen werde, im Regen stehengelassen wurden. Erreicht werden sollte eine Kreuzfahrt ab Malta. Letzten Endes flog eine Maschine aus Paderborn ab und die Reisenden konnten diese aus Berlin und Hamburg via Großraumtaxi respektive Busverbindung erreichen. Dennoch dürften die Sorgen der Anleger mit derlei Nachrichten nicht kleiner werden.

 

Die Börse im Würgegriff der drohenden Rezession

 

Das Top-Thema an den Märkten bleibt derweil die Furcht vor einer drohenden Rezession, welche mit der Aussicht auf einen möglichen Gaslieferstopp aus Russland nur noch größer geworden ist. Der Analyst Stefan Schneider von der Deutschen Bank (DE0005140008) geht mittlerweile fest davon aus, dass eine solche kommen wird. Für das kommende Jahr sagt er voraus, dass die Wirtschaft um ein Prozent schrumpfen werde, die der Nachrichtendienst „Bloomberg“ berichtet.

Das hätte freilich auch negative Auswirkungen auf die Deutsche Bank selbst, deren Aktie durch eben solche Ängste schon schwer unter Druck geraten ist. Die dezente Hoffnung auf bessere Geschäfte durch steigende Zinsen kann das nicht ansatzweise ausgleichen. Vor allem deshalb nicht, weil die EZB in dieser Hinsicht noch immer sehr zaghaft vorgeht und lediglich Zinssteigerungen in einem sehr überschaubaren Rahmen angekündigt hat. Mit 7,80 Euro lag die Aktie der Deutschen Bank am Wochenende bereits am Boden. Es steht aber zu befürchten, dass der Tiefpunkt hier noch nicht erreicht wurde.

 

Keine Wende in Sicht

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistSolange durch die vielen Probleme an den Märkten weiterhin die Rezession in Aussicht steht, werden die Börsen kaum eine fulminante Trendwende hinlegen können. Stattdessen spricht derzeit alles dafür, dass mit einer hohen Volatilität weitergehen wird und die Tendenz eher nach unten als nach oben zeigt. Zumindest einige Beobachter warnen auch davor, dass der „große Knall“ noch gar nicht gekommen sei. Trösten können die Anleger sich damit, dass viele Aktien so günstig wie schon seit langer Zeit nicht mehr zu haben sind. Wer derzeit an der Börse Rendite machen möchte, braucht aber entweder ein sehr glückliches Händchen oder schlicht viel Geduld.

 

18.07.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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