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Linde stabilisiert sich in Q3

Short-Squeeze bei den Aktien

NTG24 - Linde stabilisiert sich in Q3

 

Linde hat zwei wichtige Vorteile in diesem schwierigen Wirtschaftsumfeld. Der eine Vorteil liegt in der Streuung der Kundschaft über viele verschiedene Branchen. Denn die Produktpalette ist sehr divers und die Industriegase werden in so verschiedenen Bereichen wie im Gesundheitswesen bei der Beatmung von Covid-Patienten, über die Produktion von Halbleitern in hochreinen Umgebungen bis hin zum täglichen Einsatz bei Öl-Raffinerien benötigt. 

Nicht alle Branchen laufen derzeit gleich gut. Die metallverarbeitende Branche in Europa leidet beispielsweise derzeit unter einer schwachen Auftragslage und hat im 3. Quartal weltweit 2 % weniger eingekauft als im Vorjahresquartal. Die Gesundheitsbranche hat ihre Aufträge dagegen um 5 % gesteigert und macht inzwischen mit 20 % den grössten Umsatzanteil bei Linde aus. 

 

Diversifikation ist Lindes Stärke

 

Der zweite wichtige Vorteil ist die geografische Diversifikation. Linde ist weltweit vertreten und kann daher von den unterschiedlichen Konjunkturtrends der einzelnen Regionen profitieren. Die Gewichtungen sind nicht gleich, aber ausreichend verteilt, um als natürliche Absicherung zu dienen. Das Geschäft in Nord- und Südamerika ist in etwa so groß wie das Geschäft in Europa und Asien zusammengenommen. Aktuell wirkt sich das dahingehend aus, dass das Geschäft in Asien stark läuft und das schwächelnde Geschäft in Europa abfängt. 

 

Wasserstoff-Experte   

 

Natürlich ist grüner Wasserstoff ein wichtiges Thema für Linde. Der Konzern produziert seit Jahrzehnten Wasserstoff für seine Kunden und ist bestens vorbereitet, auch grünen Wasserstoff anzubieten. Grüner Wasserstoff wird ausschliesslich mit Strom aus alternativen Energiequellen produziert und ist daher besonders teuer. Gerade erst Anfang November hat Linde in Kalifornien die jüngste Hydrogen-Station in Ontario errichtet, die bis zu 1.400 Fahrzeuge pro Tag mit grünem Wasserstoff befüllen kann. Ob sich das Wasserstoffthema am Ende in der Gewinn- und Verlustrechnung nennenswert bemerkbar machen wird, ist ein anderes Thema. 

 

Stabilisierung in Q3   

 

Die von Linde vorgelegten „adjustierten“ Zahlen sind relativ wertlos. Sie stellen eine völlig überbewertete Sicht der Dinge dar. Fakt ist: Linde verzeichnete im 3. Quartal immer noch negatives Momentum im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz sank um -2,1 % auf 6,86 Mrd. US-Dollar, das operative Ergebnis sank um -3,1 % auf 969 Mio. US-Dollar und der Gewinn nach Steuern betrug 699 Mio. US-Dollar (-4,0 %). Die Parameter verbesserten sich aber natürlich im Vergleich zum 2. Quartal und das ist mir wichtig. 

 

Linde PLC

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie alles entscheidende Frage ist, wie Linde 2021 operativ performen wird. Schauen wir auf die wichtigsten Frühindikatoren - die regionalen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe - dann stehen die Ampeln ohne Zweifel in den meisten Regionen auf Grün. In manchen sogar auf Knallgrün. Wir können also davon ausgehen, dass auch die Nachfrage nach Industriegasen generell im Mix über die verschiedenen Branchen im kommenden Jahr steigen wird. Ich rechne nicht mit sehr starken Wachstumsraten, aber im globalen Kontext mit Zuwächsen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

06.11.2020 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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