Mit eher weichen Knien blickt Goldman Sachs in Bezug auf E.ON auf künftige Regularien bei den Stromnetzen
Wird es für E.ON bald ungemütlicher?
Das Geschäft mit Energie hat sich als recht krisensicher erwiesen, und dabei wird es in Zukunft auch sehr wahrscheinlich bleiben. Schließlich ist der Bedarf der Menschheit nach immer mehr Strom kaum noch zu bändigen. Spätestens seit dem KI-Hype und dem Entstehen immer neuer Rechenzentren muss sich um Wachstum im Segment erst einmal niemand Gedanken machen. Selbst über niedrigere Energiepreise lässt sich da hinwegsehen.
Gleichzeitig treibt Deutschland den Ausbau Erneuerbarer Energien sowie die Sanierung der eigenen Netze unermüdlich voran. Beides ist für den Versorger E.ON (DE000ENAG999) erst einmal eine gute Nachricht und die Aktie befand sich vor allem im ersten Halbjahr in einem kleinen Höhenflug. Seither haben die Kurse sich auf hohem Niveau festgebissen; das Plus seit Jahresbeginn lag beim gestrigen Schlusskurs noch bei 33,3 Prozent.
Die Stimmung scheint sich aber ein wenig eingetrübt zu haben. Auf die eigentlich soliden Zahlen reagierte die E.ON-Aktie Anfang November mit sichtlichen Abwertungen. Am gestrigen Donnerstag landete der Titel mit Verlusten von 1,3 Prozent ebenfalls auf der Verliererseite. Der Kurs gab bis auf 15,33 Euro nach. Zeitweise standen sogar 15,10 Euro auf dem Ticker, ehe es kurz vor Handelsschluss nochmal eine kleine Erholung gab. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 16,55 Euro ist doch recht deutlich geworden.
E.ON: Schlechte Nachrichten voraus?
Auslöser für die gestrige Korrektur dürfte ein Kommentar von Goldman Sachs zu E.ON gewesen sein. Die US-Bank sorgt sich ein wenig über eine in Kürze anstehende Entscheidung der Bundesnetzagentur zu den weiteren regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Die Erwartungen der Börsianer hätten sich bereits merklich eingetrübt. Daher seien möglicherweise unbequeme Neuigkeiten wohl auch schon ein Stück weit eingepreist. Dennoch wird das Potenzial erkannt, dass es noch tiefer gehen könnte.
Im Falle ungünstiger Entwicklungen könnte E.ON seine Investitionspläne überdenken und damit letztlich auch die Wachstumserwartungen der eigenen Aktionäre noch einmal auf den Prüfstand stellen. In einem solchen Szenario warnt Goldman Sachs vor einem Sturz unter die 15-Euro-Marke, was die Aktie aus charttechnischen Gründen weiter unter Druck setzen könnte. Davon dürfte sich die E.ON-Aktie nach Einschätzung der Experten zwar erholen. Doch auch beim Kursziel gab es eine Anpassung von 18,50 Euro auf nun 17,50 Euro.
Das reichte letztlich aus, um die Bullen erst einmal in die Defensive zu befördern. E.ON selbst kommentierte das Geschehen nicht und sprach zuletzt auch nicht von irgendwelchen Anpassungen bei den eigenen Investitionsplänen. Freilich bleibt dem Unternehmen aber auch kaum etwas anderes übrig, als die Entscheidungen der Bundesnetzagentur zunächst abzuwarten. Festlegen wird jene auch die Verzinsung im Strombereich, wo für das Jahr 2029 neue Regeln anstehen. Grundsätzlich bleiben viele Chancen im Netzsegment. Wie groß diese Chancen tatsächlich sein mögen, darüber hängt nun aber ein kleines Fragezeichen.
E.ON bleibt interessant
Trotz Sorgen um die kurzfristige Entwicklung der E.ON-Aktie gibt es nur wenig Gründe, um sich allgemein Sorgen um den Zustand von Unternehmen und Kurs zu machen. Die Branche bleibt grundsätzlich im Wachstum und die Nachfrage nach immer mehr Energie wird so schnell kaum versiegen. Neben dem KI-Boom könnte dabei irgendwann in den kommenden Jahren (hoffentlich) auch eine bessere Konjunktur Einfluss nehmen, was an den Märkten bisher nur wenig eingepreist wurde. Dafür sind die Zweifel noch viel zu groß.
Punkten kann E.ON zudem mit einer recht verlässlichen Dividende, was dieser Tage schon fast ein wenig Seltenheitswert hat. Mancher Anleger könnte daher nach kleineren Korrekturen bei E.ON schon eine Einstiegschance erkennen. Garantien lassen sich zwar nie aussprechen. Dass es abseits von Überlegungen über künftige Rahmenbedingungen aber kaum Gründe dafür gibt, am Aufwärtstrend zu zweifeln, spricht bereits für sich.
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28.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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