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Fraport will sich nicht länger mit Kleckerbeträgen für die Abfertigung zufriedengeben und stellt Anbietern wie der Lufthansa höhere Gebühren in Aussicht

Ab 2027 soll die Abfertigung für Fraport kostendeckend werden

NTG24 - Fraport will sich nicht länger mit Kleckerbeträgen für die Abfertigung zufriedengeben und stellt Anbietern wie der Lufthansa höhere Gebühren in Aussicht

 

Mit der Abfertigung von Flugzeugen verdienen Flughäfen in der Regel nur wenig Geld, manchmal auch überhaupt nichts. Letzteres ist nach Bekunden von Fraport in Frankfurt bei Verträgen mit der Lufthansa der Fall. Der Blick in die Bilanzen bestätigt diesen Eindruck. Im vergangenen Jahr wurde für die Bodendienstsparte ein Fehlbetrag von 16 Millionen Euro ausgewiesen. So soll es in Zukunft nicht weitergehen.

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Wie das Portal „aero.de“ berichtet, lauft ein Vertrag zwischen Fraport (DE0005773303) und der Lufthansa demnächst aus. Bis zum Frühjahr 2027 braucht es eine neue Vereinbarung. Die Frankfurter Flughafenbetreiberin ließ dabei durchblicken, dass ein neuer Vertrag eine „vollständige Kostendeckung“ gewährleisten müsse. Das bedeutet in der Praxis, das die bisher aufgerufenen Gebühren wohl ansteigen müssen. Es könnte sich um eine Erhöhung auf das 1,5-fache der bisherigen Entgelte handeln.

 

 

 

Fraport-Finanzvorstand sagte zu dem Thema, dass man mit der Lufthansa bereits im Gespräch ist und den eigenen Standpunkt klargemacht habe. Mitgeteilt wurde Airline demnach, dass „die Party jetzt vorbei ist“. In der Vergangenheit habe man einen enormen kumulierten Verlust erlebt, was einer „Subvention für Lufthansa“ gleichgekommen sei. Zu konkreten Inhalten von laufenden Verhandlungen wollte das Unternehmen sich allerdings nicht äußern.

 

Fraport: Alternativlos?

 

Bei der Lufthansa dürften die Pläne für wenig Begeisterung sorgen. Die Airline steht derzeit aufgrund der Auswirkungen des Irankriegs ohnehin schon unter Kostendruck. Die Kerosinpreise haben sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt, was sich in Zukunft noch mehr als bislang auf die Kosten auswirken wird. Profitieren konnte die Lufthansa zwar von einer steigenden Nachfrage nach Direktverbindungen in Richtung Fernost durch den zeitweisen Ausfall von Konkurrenten aus dem Nahen Osten. Die Geschäfte bei Emirates und Konsorten liefen zuletzt allerdings schon wieder an.

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Werbebanner EMH PM TradeVermutlich befindet sich die Lufthansa nicht in der allerbesten Verhandlungsposition. Zwar steht es den Airlines frei, bei der Abfertigung statt der Dienste des Flughafens auf andere Dienstleister zu setzen oder das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Aufgrund des hohen Volumens von Lufthansa-Flügen in Frankfurt ist aber kaum vorstellbar, dass dafür spontan die notwendigen Kapazitäten bereitgestellt werden können. Man ist also mehr oder minder auf Fraport angewiesen und wird vermutlich auf Verhandlungen setzen.

Auch Fraport steht ein wenig unter Druck. Der Irankrieg wirkte sich bisher zwar nicht negativ auf die Passagierzahlen aus, da wegfallende Verbindungen in Richtung Nahost durch Flüge zu anderen Destinationen ausgeglichen werden konnten. Für Belastungen sorgen aber diverse gestrichene Flüge, auch durch die jüngste Streikwelle bei der Lufthansa. Da kommt es wenig überraschend, dass die Flughafenbetreiberin sich nach Wegen umsieht, um Margen und Gewinne wieder etwas ankurbeln zu können. Ob man sich mit der Lufthansa zeitig einig werden kann, das lässt sich momentan wohl nur abwarten.

 

Versöhnliche Aussichten?

 

Zu einem handfesten Streit wollen es wohl beide Parteien nicht kommen lassen. In der „FAZ“ heißt es, dass von beiden Seiten Signale zur Gesprächsbereitschaft kämen. Der Streit solle nicht weiter angeheizt werden. Stattdessen soll verhandelt werden, wenn auch nicht unbedingt mit Samthandschuhen. Das scheint für die Anleger ein gangbarer Weg zu sein. Die Fraport-Aktie tut sich momentan zwar noch immer eher schwer, blickt aber immerhin auf ein Plus von 2,4 Prozent in den vergangenen fünf Tagen.

Die Stimmung im Segment bleibt äußerst angespannt. Das Begehren von Fraport ist zwar nachvollziehbar, doch geht man stets auch ein gewisses Risiko an, wenn man mit der wahrscheinlich größten und wichtigsten Airline vor Ort in einen Streit geht. Daran dürften die Anleger sich aber auch schon ein Stück weit gewöhnt haben. Fraport und Lufthansa sind nicht eben dafür bekannt, stets in wohliger Einigkeit aufzutreten.

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12.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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