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Gamestop implodiert, auch AMC Entertainment bewegt sich zurück auf Anfang, Blackberry weiter ohne Ausbruch doch Tupperware hält sich noch auf hohem Niveau

Der von Gamestop ausgelöste Kurswahnsinn scheint schnell zu seinem Ende zu finden

NTG24 - Gamestop implodiert, auch AMC Entertainment bewegt sich zurück auf Anfang, Blackberry weiter ohne Ausbruch doch Tupperware hält sich noch auf hohem Niveau

 

Die ausgelaufene Woche stand voll und ganz im Zeichen der Meme-Aktien, deren plötzliche Wiederbelebung an den Märkten sogar neuerliche Zinshoffnungen in den Schatten stellte. Doch es scheint, als sei der Spuk recht schnell wieder vorbei. Zum Wochenende haben sich viele Titel schon wieder fast zurück auf altbekanntes Niveau begeben.

Besonders schlecht fiel die Stimmung zuletzt bei Gamestop (US36467W1099) aus. Bereits seit Mittwoch werden hier die Kursgewinne vom Wochenbeginn munter abverkauft. Die Laune verschlechterte sich noch mehr, nachdem das Unternehmen vorläufige Quartalszahlen verkündete. Im ersten Quartal liegen die Nettoumsätze wohl wischen 872 und 892 Millionen US-Dollar und damit noch einmal deutlich unter den bereits bescheidenen Ergebnissen des Vorjahreszeitraums.

Die Aktie reagierte darauf mit Abschlägen von knapp 20 Prozent und nachbörslich ging es um weitere vier Prozent in die Tiefe. Nur noch 21,30 Dollar standen so zum Wochenende auf dem Ticker, nachdem es zwischenzeitlich bis auf 64,83 Dollar aufwärtsging. Auf Wochensicht ergibt sich hier nur noch ein eher übersichtliches Plus und mancher Beobachter spricht schon davon, dass die Blase bei Meme Stocks genauso schnell geplatzt sei, wie sie gekommen ist.

 

Auch AMC Entertainment muss wieder bluten

 

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Werbebanner ClaudemusDieser Eindruck verstärkt sich bei einem Blick auf AMC Entertainment (US00165C3025). Mehr oder minder im Windschatten von Gamestop gab es auch hier in den letzten Tagen fulminante Kursgewinne zu sehen. Zu Wochenbeginn gab es kurzzeitig zweistellige Kurse zu sehen, was seit November nicht mehr der Fall war. Bis zum Handelsschluss am Freitag korrigierte der Titel aber auf nur noch 4,40 Dollar.

Ebenso wie Gamestop kämpft AMC mit einem fundamentalen Abstieg, gegen den bisher noch kein wirksames Mittel gefunden wurde. Das Management nutzt den spontanen Kursanstieg zudem für eine weitere Kapitalerhöhung, was bei den Anlegern natürlich nicht unbedingt für gute Laune sorgt. Fast entsteht der Eindruck, als würde man sich bei AMC Entertainment an jeden Strohhalm klammern, der irgendwie in Erscheinung tritt. Anzeichen für ein besonders nachhaltiges Investment ergeben sich daraus aber freilich nicht.

 

Blackberry: Alles wie gehabt

 

Die Kursexplosionen bei Gamestop und AMC Entertainment riefen einige Trittbrettfahrer auf den Plan, darunter die Aktie von BlackBerry (CA09228F1036), welche ebenfalls den Ruf eines Meme Stocks genießt. Bis auf immerhin rund 4 Dollar legten die Kurse in dieser Woche zu, konnten sich dort aber ebenfalls nicht lange halten. Den Bullen gelang es nicht einmal, die 3-Dollar-Linie bis zum Wochenende zu verteidigen.

Stattdessen verabschiedete das Papier sich mit 2,94 Dollar ins Wochenende und bleibt damit aus charttechnischer Sicht tief im Kurskeller stecken. Immerhin eine kleine Erholung ist im laufenden Jahr zu beobachten. Doch das 52-Wochen-Tief bei 2,46 Dollar bleibt gefährlich nahe und schon die nächste Hiobsbotschaft könnte BlackBerry zurück in solche Gefilde geleiten. Umgekehrt gibt es wenige bis keine Anzeichen für ein wie auch immer geartetes Comeback.

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Tupperware: Muntere Spekulationen

 

Hierzulande erlebte die Aktie von Tupperware (US8998961044) ein unverhofftes Comeback. Anders als bei den anderen hier genannten Aktien gab es auch (noch?) keinen Einbruch zu sehen. Zwar zeigten sich nach dem initialen Kurssprung zu Wochenbeginn zeitweise Schwächeanzeichen, doch mit einem Plus von knapp 30 Prozent am Freitag konnten jene weitgehend wieder ausgeglichen werden. Auf Wochensicht konnte der Titel sich um etwa 80 Prozent verbessern.

Sehr viel aussichtsreicher als andere Meme-Aktien ist das Papier aber nicht. Im Gegenteil: eine mögliche Insolvenz scheint hier sogar noch näher zu sein als bei Gamestop und Konsorten. Einer Meldung der Börsenaufsicht SEC zufolge steht das Unternehmen, wie bereits 2020, kurz vor dem Zahlungsausfall. Damals gelang noch ein kleines Comeback. Ob sich dies nun wiederholen lässt, steht in den Sternen. Dass Tupperware aber kein nachhaltiger Turnaround gelungen ist, spricht nüchtern betrachtet für ein Geschäftsmodell, das sich schlicht überlebt hat. Verpasst hat Tupperware vor allem die Transformation zum Online-Handel und klassische Tupperware-Partys sind in der heutigen Zeit weitgehend ausgestorben.

 

So schnell kann es gehen

 

Es bleibt weiterhin offen, was mit Meme-Aktien in den nächsten Tagen noch geschehen mag. Das Interesse hat erstmal sehr schnell wieder nachgelassen und die Marktakteure waren auf den Wahnsinn sehr viel besser vorbereitet als noch im Jahr 2021. Es bleibt dabei, dass jegliche Investments in die Titel mit massiven Risiken verbunden sind, die teils bis hin zum Totalverlust reichen können. Empfehlungen lassen sich da wahrlich nicht aussprechen.

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19.05.2024 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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