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Gazprom kann sich in den kommenden Dekaden auf lukrative Geschäfte mit China freuen

Neue Absatzmärkte

NTG24 - Gazprom kann sich in den kommenden Dekaden auf lukrative Geschäfte mit China freuen

 

Für den russischen Gazprom-Konzern (ISIN: US3682872078; WKN: 903276) war das vergangene Geschäftsjahr extrem herausfordernd. Hierbei belastete nicht nur der massive Preisverfall bei konventionellen Energieträgern, der im April 2020 seinen Höhepunkt fand, die Firmenbilanzen. Vielmehr hatten die Russen auch mit einem massiven politischen Druck aus den USA gegen das firmeneigene Nord Stream 2-Projekt zu kämpfen. Trotz dieser massiven Widerstände dürfte das Unternehmen, das seine 2020er-Zahlen noch nicht veröffentlicht hat, aus wirtschaftlicher Sicht mit einem blauen Auge davongekommen sein.

So belaufen sich die Analystenschätzungen für den 2020er-Umsatz im Konsens derzeit auf 84,4 Milliarden US-Dollar, was zwar um rund 18 % unter dem Vorjahreswert von 103,1 Milliarden US-Dollar liegen würde. Angesichts der Tatsache, dass der Ölpreis der Marke Brent in 2020 bis auf einen Stand von 17 US-Dollar je Barrel fiel, was auch den Gasmarkt negativ beeinflusste, ist dieses Resultat dennoch keinesfalls schlecht. Zugleich dürfte es Gazprom selbst in diesem schwierigen Umfeld geschafft haben, immer noch einen Nettogewinn von 2,3 Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften, was durchaus respektabel ist, auch wenn zuvor unter dem Strich noch 16,2 Milliarden US-Dollar verdient wurden.

 

Aussichten von Gazprom weitaus weniger schlecht als befürchtet

 

Auch wenn derzeit noch nicht abzusehen ist, ob das Nord Stream 2 Projekt doch noch durch politischen Gegenwind ein Reinfall wird, so ist Gazprom dennoch für mittelfristig orientierte Anleger durchaus interessant. Denn zum einen wollen die Russen ihre Verkäufe von Flüssiggas bis zum Jahr 2025 auf 14 Millionen Tonnen verdoppeln und somit völlig neue Absatzmärkte erschließen. Besonders lukrativ ist für Gazprom hierbei vor allem der riesige chinesische Markt, der über ein weitaus größeres Potenzial als die EU verfügt.

So entwickelt sich ein Pipeline-Projekt mit China derzeit blendend, wobei die Liefermenge von Russland ins Reich der Mitte zuletzt drastisch zugenommen hat. Langfristig will Gazprom im Rahmen eines 30-jährigen Vertrages, der ein Gesamtvolumen von 400 Milliarden US-Dollar umfasst, per anno 38 Milliarden Kubikmeter nach China liefern, womit ein Marktanteil von rund 25 % erreicht werden könnte.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeMit dem aktuellen starken Wirtschaftsaufschwung verbessern sich momentan wieder die Aussichten auf den weltweiten Energiemärkten, weshalb auch Gazprom im laufenden Jahr wieder Erlöse von über 100 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 13 Milliarden US-Dollar erwirtschaften könnte. Dank der Erschließung von neuen Absatzmärkten werden die Russen künftig deutlich unabhängiger von der Europäischen Union, womit Gazprom auch unabhängiger von möglichen politischen Entscheidungen aus Brüssel wird.

 

Fazit:

 

Aktuell wird die Gazprom-Aktie mit einem geschätzten 2021er-KGV von 6 und einem 2022er-KGV von 5 gehandelt. Dies ist keinesfalls zu teuer, auch wenn Investments in russische Aktien gegenüber Papieren aus etablierten westlichen Industrienationen weitaus weniger Rechtssicherheit bieten. Zudem beläuft sich die geschätzte 2021er-Dividenenrendite auf 8 %, wobei die Ausschüttungen in 2022 nochmals um 25 % steigen könnten. Entsprechend ist der Titel in einem Umfeld von steigenden Energiepreisen aktuell für mittelfristig orientierte Anleger aussichtsreich.

 

10.03.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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