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JPMorgan mit starkem Ertrag, aber Gewinnrückgang

JPMorgan mit Gewinneinbruch - Flecken auf dem Hemd?

NTG24 - JPMorgan mit starkem Ertrag, aber Gewinnrückgang

 

Gewinndelle beim Klassenprimus. JPMorgan weist einen Gewinnrückgang um -7 % im Jahresvergleich aus, was viele Anleger überrascht. 

JPMorgan Chase (US46625H1005) hat im 4. Quartal ein operatives Plateau erreicht. Die wichtigste amerikanische Bank performte ausgezeichnet, aber das Wachstum im Jahresvergleich ebbte ab und im sequenziellen Vergleich begann die Grossbank leicht zurückzufallen. Eine Schwalbe macht bekanntlich keinen Sommer, aber auf diese Plateaubildung haben die Bären schon eine ganze Weile gewartet. JPMorgan Chase hatte es bisher geschafft, sich über alle negativen Erwartungen hinwegzusetzen, gibt aber nun erstmals seit langer Zeit mit dem Dezember-Quartal einen ersten Hinweis, dass wir 2025 eventuell den vorläufigen Peak der Geschäftstätigkeiten gesehen haben. 

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JPMorgan Chase & Co.

 

Der Gesamtumsatz kletterte im Jahresvergleich noch einmal um gut 7 % auf 45,8 Mrd. US-Dollar. Alle Geschäftsbereiche trugen dabei zum Wachstum bei. Bemerkenswert war dabei aber vor allem, dass man den Nettozinsertrag um 7 % auf 25,1 Mrd. US-Dollar steigern konnte, obwohl die Federal Reserve die Zinsen am kurzen Ende im vergangenen Jahr deutlich nach unten gezogen hat. Die Erklärung liegt vor allem darin, dass man die durchschnittliche Kreditgrösse um 9 % und die Höhe der Einlagen um 6 % steigern konnte. Die gestiegene Kreditgrösse kompensiert einen Teil der geringeren Kreditzinsen. Gleichzeitig sind höhere Einlagen eine ausgezeichnete Möglichkeit, die eigenen Kosten für gewährte Kredite zu verringern, da Einlagen in der Regel geringer verzinst werden als Liquidität aus anderen Quellen. 

 

JPMorgan mit starkem Ertrag, aber Gewinnrückgang

 

Eine rote Flagge sind die Rückstellungen für Kreditausfälle. Sieht man in einer Gewinn- und Verlustrechnung einer Kreditbank, dass die Summe, die für Kreditausfälle zurückgestellt wird, deutlich steigt, signalisiert dies eine Verschlechterung der Bonität der eigenen Schuldner. Nun ist JPMorgan Chase keine spezialisierte Bank, sondern die wichtigste Grossbank der USA und repräsentiert daher einen sehr breiten Querschnitt durch alle Schuldnerschichten des Landes. Insofern muss man den Anstieg von Rückstellungen für Kreditausfälle auf 4,66 Mrd. US-Dollar nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern auch als erstes Warnsignal wahrnehmen. Zum Vergleich: Im 4. Quartal 2025 lagen die Rückstellungen bei 2,6 Mrd. US-Dollar, womit sich ein Anstieg um 77 % ergeben hat. Ein typischer Auslöser für steigende Kreditausfälle ist eine Abschwächung des Arbeitsmarktes, was zu mehr Arbeitslosigkeit und damit zu einem Anstieg der Einstellungen von Kreditratenzahlungen führt. Auch könnte man als Begründung an die steigende Zahl der Deportationen denken, denn wer ins Ausland abgeschoben wird, zahlt in der Regel keine Kreditrate mehr. Die echten Gründe liegen jedoch ganz woanders: JPMorgan Chase wird in Zukunft das Kreditkartengeschäft in den USA für Apple (US0378331005) von Goldman Sachs (US38141G1040) übernehmen. Mit dem Kundenstamm kommt selbstverständlich auch die Verpflichtung, Rückstellungen für die Kreditkartenschulden zu bilden, und dieser Posten machte im 4. Quartal 2,2 Mrd. US-Dollar. Oder anders ausgedrückt: Entwarnung - die Kreditlandschaft läuft weiterhin rund. 

Die Rückstellung ist jedoch ergebniswirksam. JPMorgan Chase hat sich also mit dem riesigen und sehr attraktiven Kundenstamm auch eine kleine Delle im 4. Quartal ins Ergebnis gehauen. Denn die Rückstellung senkte den Gewinn, weswegen die Bank „nur“ 13,03 Mrd. US-Dollar verdiente. Ein Rückgang um -7 % im Jahresvergleich und um -9,5 % im Vergleich zum 3. Quartal 2025. Aber: Die Rückstellung wirkt bei einer Auflösung gewinnerhöhend. Und da die durchschnittliche Bonität der Apple Kreditkartenbesitzer über dem Durchschnitt aller Kreditkartenbesitzer liegt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass JPMorgan Chase am Ende nur einen kleinen Teil dieser Rückstellung wirklich für Kreditausfälle benötigen wird. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeUnsicherheit besteht für 2026 jedoch in der angedrohten Kappung der Kreditkartenzinsen durch das Weisse Haus. Präsident Trump hatte am Wochenende deutlich gemacht, dass er eine Kappung der Kreditkartenzinsen bei 10 % für ein Jahr für angemessen hält. Ob das durch den Kongress geht, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass das Kreditkartengeschäft für JPMorgan Chase ein bedeutender Faktor ist. Man verwaltete Ende Dezember ein Kreditkartenportfolio in Höhe von 247,8 Mrd. US-Dollar. Zusammen mit dem Autokreditgeschäft erlöste man daraus allein im 4. Quartal 7,28 Mrd. US-Dollar an Umsatz. Eine Reduzierung der Zinsen auf 10 % würde bedeuten, dass nur noch ein kleinerer Kreis von Kunden mit exzellenter Bonität eine Kreditkarte erhalten würde, denn das Ausfallrisiko muss sich in der Höhe der Zinsen widerspiegeln.

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14.01.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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