Die Frasers Group greift nach Hugo Boss und stellt den Anteilseignern einen bescheidenen Aufschlag in Aussicht
Hugo Boss soll wohl britisch werden
Ende vergangenen Jahres äußerte der Großaktionär Frasers Group noch recht offen seinen Unmut gegenüber Hugo Boss angesichts rückläufiger Absätze und mauer Dividenden. Nun will man die Dinge wohl selbst in die Hand nehmen. Denn wie am Mittwoch bekannt wurde, soll Hugo Boss vollständig übernommen werden.
Das entsprechende Angebot beläuft sich auf 38 Euro je Aktie, was immerhin einen bescheidenen Aufschlag verglichen zum letzten Schlusskurs bei 36,46 Euro bedeutet. Der Aktienkurs passte sich der Offerte nachbörslich bereits an. Frasers hält bereits rund 26 Prozent der Anteile an Hugo Boss (DE000A1PHFF7). Für das nun unterbreitete Angebot gilt keine Mindestannahmeschwelle.
Bewertet wird Hugo Boss mit knapp 2,7 Milliarden Euro und für den Kauf der restlichen Anteile müsste Frasers etwa zwei Milliarden Euro auf den Tisch legen. In Verbindung mit dem Angebot schlägt der Investor interessanterweise versöhnlichere Töne an und spricht Aufsichtsratschef Stephan Sturm Unterstützung aus. Das klang vor einigen Monaten noch anders.
Ob die Übernahme nun auch über die Bühne gehen kann, bleibt abzuwarten. Angesichts des eher mauen Aufschlags dürften viele Anleger es mit der Annahme der Offerte nicht allzu eilig haben. Schließlich ließe sich auch darauf spekulieren, dass noch einmal nachgebessert wird. Abseits davon stehen obligatorische Prüfungen der Aufsichtsbehörden ein, so Frasers genügend Anteilsscheine einsammeln kann.
Hugo Boss: Günstige Gelegenheit
Der Zeitpunkt für eine Übernahme ist attraktiv. Die Hugo Boss-Aktie notiert stabil auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren und angesichts mauer Konjunktur und schwacher Konsumstimmung zeichnet sich allzu schnell keine schnelle Erholung ab. Was mit der Hugo Boss-Aktie nach einer möglichen Übernahme geschehen könnte, darüber wurde nicht weiter gesprochen. Für den Moment wird mit der Offerte das Aufwärtspotenzial der Hugo Boss-Aktie ein Stück weit gedeckelt.
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11.06.2026 - Christian Teitscheid

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