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Biontech, Moderna, Siemens Energy, Alibaba, Steinhoff International, Deutsche Bank im Visier

Engpässe und Devestitionen, Industriespionage und Kooperation als Wertimpulse

 

Die Nerven sind derzeit angespannt an den Börsen. Die Welt wartet auf einen wirksamen Impfstoff, und da strapaziert jede Verzögerung von Lieferungen die Geduld der Investoren.

Dies bekommt auch Biontech (US09075V1026) zu spüren. Das Unternehmen erklärte zunächst, dass man zusammen mit dem Produktionspartner Pfizer die Liefermengen in der nächsten Woche vorübergehend verringern werde. Jedoch machte man heute gleichzeitig klar: ,,Ab der Woche vom 25. Januar werden wir wieder zum ursprünglichen Zeitplan für die Lieferungen in die Europäische Union zurückkehren (100 Prozent) und die Auslieferungen ab der Woche vom 15. Februar erhöhen (über 100 Prozent), so dass wir in der Lage sein werden, die volle zugesagte Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal und deutlich mehr im zweiten Quartal zu liefern".

Für diese Erweiterung seien Anpassungen im Produktionsprozess notwendig. Dies sei der Grund für die vorübergehende Verringerung der ausgelieferten Dosen in der Produktionsanlage von Pfizer im belgischen Puurs. Aktuell verliert die Biontech-Aktie in New York3,25 % auf 102,41 Dollar.

Bei Moderna (US60770K1079) scheint bei einigen Investoren Kasse machen eine Alternative. Wie das Investmentportal ,,seeking alpha‘‘ berichtet, meldete Merck am 02.12.2020, dass man seine Beteiligung, welche man 2015 bei Moderna eingegangen war, verkauft hat. Dabei dürfte sich der Wert vervielfacht haben, denn allein an der Börse hat sich die Aktie mehr als versechsfacht. Offensichtlich war man bei Merck der Ansicht, dass die Fantasie des Coronaimpfstoff hinreichend eingepreist sei.

Eher Reputations- und Schadensersatzrisiken bewegten dagegen die Aktie von Siemens Energy (DE000ENER6Y0). Wie die ,,Irish Times‘‘ berichtet, hat General Electric dem deutschen Rivalen vorgeworfen, mit verbotenen Methoden mehrere attraktive Aufträge in Milliardenhöhe für Gasturbinen erschlichen zu haben. Dies steht in einer gestern bei einem Bezirksgericht in Virginia eingereichten Klageschrift. Ein Account-Manager von Siemens Energy soll dabei an vertrauliche Informationen von GE gekommen sein, welche später in der Auftragsbeschaffung genutzt wurden. Die Aktie von Siemens Energy verliert heute über 6 % auf 30,63 Euro.

Im Gespräch war heute auch die Aktie von Alibaba (US01609W1027). Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass man eine rein elektrisch-angetriebene Limousine mit kabelloser Aufladung unter einer neuen Marke auf den Markt bringen wird, die zusammen mit dem Automobilkonzern SAIC Motor gegründet wurde. Die staatliche SAIC Motor ist Chinas größtes Automobilunternehmen. Die unter dem Markennamen IM für ,,Intelligence in Motion" vorgestellte Limousine von Alibaba und SAIC verfügt über eine neue Festkörperbatterie von Contemporary Amperex Technology, Chinas größtem Batteriehersteller.

Und auch in ,,Rudi’s Reste Rampe‘‘ regte sich noch ein Aktienzombie: Steinhoff International (NL0011375019). Der ,,Hoffnungswert ohne viel Hoffnung teilte mit, dass man nach langem Tauziehen mit der südafrikanischen Börse Johannesburg geschafft hat, den Aktienhandel dort wieder aufzunehmen. Nachdem Steinhoff International mehrere Fristen zur Veröffentlichung von Jahresabschlüssen versäumt hatte, waren die Aktien vom Handel in Johannesburg suspendiert worden. Nachdem das Unternehmen diese nun veröffentlicht und sich mit der Börse geeinigt hat, werden die Aktien nun wieder ab dem 18.01.2021 in Südafrika gehandelt.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeBei der Deutschen Bank (DE0005140008) ging es heute erst mal wieder abwärts. Die Aktie verlor 3,69 % auf 9,63 Euro. Die britische Investmentbank Barclays hatte das Kursziel von 6 auf 7 Euro angehoben, aber die Einstufung auf ,,Untergewichten‘‘ belassen. Die Erlöse der Investmentbank dürften im 4. Quartal anhaltend stark sein, schrieb Analyst Amit Goel in einer Branchenprognose. Das verwaltete Vermögen dürfte weiter gestiegen sein. Allerdings sei die Aktie der Deutschen Bank im Vergleich zu den Schweizer Alternativen am wenigsten attraktiv.

 

15.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 









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