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Die anhaltende Schwäche der Vorzeigemarke Gucci bereitet den Anlegern von Kering Kopfschmerzen und die Kurse purzeln wieder

Der Druck auf Kering nimmt noch einmal zu

NTG24 - Die anhaltende Schwäche der Vorzeigemarke Gucci bereitet den Anlegern von Kering Kopfschmerzen und die Kurse purzeln wieder

 

Im regulären Handel am Dienstag konnte die Aktie von Kering sich noch recht gut schlagen. Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten bestimmten das Bild. Indizien dafür gab es sowohl aus laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran als auch mit Blick auf Israel. Medienberichten zufolge gab es wohl zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche mit dem Libanon.

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Doch noch ist nichts in Stein gemeißelt und der Konflikt führt im ersten Quartal erst einmal zu teils herben Einbußen in den Quartalszahlen zahlreicher Unternehmen. Betroffen ist davon auch der Luxussektor. Im Nahen Osten waren Designer-Handtaschen und Co. vor Kriegsausbruch noch sehr gefragt. Momentan scheint man dort aber andere Sorgen zu haben. Das verhagelte bereits LVMH die jüngsten Zahlen sichtlich und nun patzte auch Kering (FR0000121485) mit den Q1-Ergebnissen.

 

 

 

Die Schwäche in Nahost kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Denn zu kämpfen hat der Luxuskonzern schon seit Längerem mit einer spürbaren Zurückhaltung der Kundschaft in Asien. Diesbezüglich hat sich im vergangenen Quartal ebenfalls keine nennenswerte Verbesserung ergeben. Stattdessen gibt es etliche Warnsignale. Besonders groß war die Enttäuschung darüber, dass einmal mehr die Vorzeigemarke Gucci heftige Einbrüche zu verdauen hatte. Dort gingen die Umsätze im ersten Quartal um 14 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zurück.

 

Kering in der Bringschuld

 

Mit Wundern hatte im Vorfeld niemand gerechnet. Die Rückschläge fielen aber noch deutlicher aus, als die Analysten es erwartet hatten. Auch die Anteilseigner waren wenig angetan. Die Kering-Aktie gab nachbörslich sämtliche Zugewinne aus dem Handel am Dienstag wieder aus der Hand. Es ging in einer ersten Reaktion um rund vier Prozent in Richtung Süden. Die zarte Erholung der vergangenen Tage wird auf eine schwere Probe gestellt.

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Werbebanner EMH PM TradeMahnende Worte kamen von der kanadischen Bank RBC. Dort wird zwar noch nicht an der neutralen Empfehlung gerüttelt. Die Experten erwarten von Kering aber einen nachvollziehbaren Fahrplan dafür, wie das Steuer wieder herumgerissen werden kann. Ohne eine klare Strategie dafür, wie Gucci wieder für mehr Kauflaune unter der gut betuchten Kundschaft sorgen kann, sei das Kursziel von aktuell 340 Euro nur noch schwer vermittelbar. Die Analysten zeigen Kering also schon mal die gelbe Karte.

Spannend wird es bereits am Donnerstag, wenn bei Kering der Kapitalmarkttag ansteht. Gerade nach den enttäuschenden Ergebnissen erwarten die Anlegerinnen und Anleger neue Antworten auf die Frage, wie in Zukunft die Wende eingeleitet werden soll. Ein Umsatz von 3,6 Milliarden Euro im ersten Quartal nach 3,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal reicht definitiv nicht aus, um die Bullen bei Laune halten zu können.

 

Es wird nicht einfach für Kering

 

Die Trendwende einzuleiten, ist freilich einfacher gesagt als getan. Der Gegenwind ist nicht auf Kering allein beschränkt, sondern umfasst die gesamte Branche. Dabei ist der aktuell schwelende Konflikt im Nahen Osten nur einer von vielen Belastungsfaktoren. Auf dem wichtigen chinesischen Markt bleibt die Immobilienkrise ein Hemmnis für das Luxussegment und im Westen machen sich bereits Befürchtungen über die nächste Inflationsspirale breit. Zu alledem kommen auch noch Sorgen über erneut steigende Kosten hinzu.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNatürlich handelt es sich bei den Q1-Zahlen um eine Momentaufnahme und die Ausgangslage kann sich in der Theorie schnell wieder ändern. Es müsste aber schon einiges passieren, damit der Markt an sich die Angelegenheit regelt. Darauf verlassen kann und sollte das Management von Kering sich nicht. Gefragt sind daher Ansätze, um auch mit einem ausgesprochen schwierigen Marktumfeld umgehen und neue Wachstumschancen finden zu können. Solange den Anlegern diesbezüglich keine überzeugende Perspektive geliefert wird, hält der Verkaufsdruck an den Märkten wahrscheinlich an.

 

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15.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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