Kering Aktien im Ausverkauf - Gucci Umsatz enttäuscht
Gucci ist nicht über den Berg - Kering unter Druck
Kering kann sich nicht vom negativen Trend der Luxusbranche absetzen. Die Börse hatte viel Hoffnung in den Turnaround des Hauses Gucci gesetzt, doch der Umsatz hat sich immer noch nicht stabilisiert.
Auch Kering (FR0000121485) enttäuscht. Wir hatten bereits am Montag den Bericht von LVMH (FR0000121014) hereinbekommen, der keine Verbesserung, nicht einmal eine Stagnation im Kerngeschäft signalisierte. Stattdessen schrumpfte das Kerngeschäft weiter und genau das gleiche Bild sehen wir am Dienstagabend auch bei den Zahlen von Kering, der Mutter von Gucci.
Es fängt schon damit an, dass das Haus Gucci keine eigenständige Berichterstattung mehr bekommt. In der Vergangenheit waren die Umsätze mit Gucci derart gross, dass Kering die Aktivitäten des Hauses einzeln beleuchtete. Seit dem aktuellen Bericht zum 1. Quartal hat man Gucci verschämt in die neue benannte Sparte „Kering Fashion & Leather Goods“ platziert und nur am Rande einen Einschub mit den direkt zuordenbaren Umsätzen präsentiert. Warum? Weil Gucci immer noch zweistellig schrumpft.
Gucci ist nicht über den Berg - Kering unter Druck
Hier realisiert sich das Worst-Case-Szenario für Kering, das ich im Herbst gegeben hatte. Der neue Kreativdirektor von Gucci, Demna, in Verbindung mit dem neuen CEO Luca de Meo hatten das Potenzial, den Umsatz von Gucci schnell zu stabilisieren und dann 2026 zu neuem Wachstum zu verhelfen. Die ersten Ansätze und Shows waren sehr vielversprechend und die initiale Reaktion der Kundschaft sehr positiv. Doch die Umsätze für das März-Quartal zeigen, dass es sich hierbei um ein Strohfeuer gehandelt hat. Das Haus Gucci verzeichnete einen weiteren Umsatzrückgang um -14 % im Jahresvergleich. Wohlgemerkt im Vergleich zu einem Quartal, wo die Gucci Umsätze bereits stark rückläufig waren. Kering schönt das Ganze etwas und spricht von einem „bereinigten“ Umsatzrückgang von -8 %. Damit ist die Marke für die Sparte jedoch eine Belastung und keine Bereicherung, denn der Gesamtumsatz von „Fashion & Leather Goods“ (in Anlehnung an die Namensgebung von LVMH) sank „bereinigt“ nur um -3 %.
Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten. Die restlichen Sparten konnten sowohl „bereinigt“ als auch echtes Umsatzwachstum vorweisen. Das Problem ist einzig und allein, dass der Umsatz zusammengenommen nur ein Viertel dessen ausmacht, was die Hauptsparte erlöst. Das Wachstum wird also verwässert im Gesamtkontext. Zusammengenommen berichtet Kering einen Umsatz von 3,568 Mrd. Euro gegenüber einer Konsensschätzung von 3,5 Mrd. Euro. Wir hatten mit einem Umsatzrückgang von -9 % gerechnet und haben -6 % bekommen. „Bereinigt“ spricht das Management sogar von einer schwarzen Null, aber in Abwesenheit einer detaillierten Gewinn- und Verlustrechnung halten wir uns lieber an die echten Umsatzdaten.
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15.04.2026 - Mikey Fritz

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