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Lanxess kämpft weiterhin mit einer schwachen Nachfrage und reagiert darauf mit einem nochmals verschärften Sparkurs

Es steht ein weiterer Stellenabbau bei Lanxess an

NTG24 - Lanxess kämpft weiterhin mit einer schwachen Nachfrage und reagiert darauf mit einem nochmals verschärften Sparkurs

 

Die Chemiebranche befindet sich weiterhin im Krisenmodus. Schon seit Jahren schrumpft der Sektor vor allem in Deutschland und der Irankrieg sorgt nun auch noch für zusätzliche Belastungen. Der Spezialchemiekonzern Lanxess veröffentlichte nun Zahlen für das vergangene Jahr und stellt für 2026 eher keine schnelle Besserung in Aussicht. Stattdessen sollen weiterhin die Kosten gesenkt werden, um mit der anhaltenden Schwäche bei der Nachfrage zurechtkommen zu können.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinWie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sollen die Kosten um weitere 100 Millionen Euro sinken. Zu diesem Zweck strebt Lanxess (DE0005470405) einen weiteren Stellenabbau an. 550 Arbeitsplätze in der Verwaltung sollen künftig entfallen. Bis dies erreicht ist, sollen kurzfristige Maßnahmen die Kosten senken. Tarifmitarbeiter sollen bis Jahresende nur noch 35 Stunden in der Woche arbeiten, bei entsprechend reduziertem Gehalt. Auf diese Weise sollen 20 Millionen Euro eingespart werden.

Bei außertariflichen Mitarbeitern sowie im Management sollen die Gehälter derweil nicht steigen. Nur durch solche Maßnahmen sei es letztlich laut CEO Matthias Zacher möglich gewesen, den Stellenabbau einigermaßen zu begrenzen. Auf fundamentaler Seite stellt Lanxess derweil eine Erholung frühestens für das zweite Halbjahr in Aussicht. Die schwierige Ausgangslage belastet nicht nur das Kölner Unternehmen. Auch BASR, Wacker Chemie und andere Vertreter der Branche leiden unter einer schwachen Nachfrage bei hohen Kosten sowie dem steigenden Anteil von Chemieimporten aus China.

 

 

 

Die Lanxess-Aktie im freien Fall

 

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, erwartet der Branchenverband VCI aufgrund des Irankriegs weitere Belastungen für den Sektor und verzichtet deshalb auch gleich auf eine Prognose für die weitere Entwicklung. Lanxess traut sich an eine Vorhersage für das laufende Jahr heran, welche mit 450 bis 550 Millionen Euro beim operativen Gewinn allerdings nicht eben üppig ausfällt. Zudem steht das Ganze unter dem Vorbehalt, wie lange der Irankrieg andauern mag und welche Folgen sich daraus noch ergeben könnten. Auf Kostenseite seien Auswirkungen laut Lanxess bereits spürbar.

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Im vergangenen Jahr ging das operative Ergebnis bei Lanxess um 17 Prozent auf 510 Millionen Euro zurück und die Umsätze entwickelten sich ebenfalls rückläufig. Die Nettofinanzverschuldung konnte zwar um 15 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro reduziert werden. Aufgrund des niedrigeren Ebitda blicken Analysten aber weiterhin skeptisch auf diese Marke. Die Ratingagentur Moody’s stufte Lanxess bereits auf Ramsch-Niveau herab.

Das bereitet den Anlegern wenig Freude und auch das letzte Bisschen an Zuversicht scheint sich nun in Luft aufgelöst zu haben. Mit der Lanxess-Aktie ging es am Donnerstag um schmerzvolle 11,5 Prozent auf 11,82 Euro abwärts. Das ist der tiefste Stand seit der Finanzkrise 2008/2009. Allein seit Jahresbeginn ging es um über 30 Prozent in die Tiefe und im Jahresvergleich sogar um knappe 60 Prozent.

 

Kleine Lichtblicke?

 

Beruhigen konnte Lanxess die Märkte auch nicht mit dem einen oder anderen (kleinen) Lichtblick. Widersprochen wurde beispielsweise Spekulationen darüber, dass es eine Kapitalerhöhung benötige. Das Unternehmen sei mit einem Liquiditätspolster von 500 Millionen Euro und zugesagten Kreditlinien von 1,5 Milliarden Euro durchfinanziert, ließ das Management mitteilen. Das Rating soll auch durch die angekündigten Kostensenkungen schnellstmöglich verbessert werden. Existenzielle Sorgen müssen die Anteilseigner demnach (noch) nicht haben.

Allerdings verbessert sich dadurch freilich nicht die katastrophale Ausgangslage im Segment und auf Seiten der Anleger stellt sich ein wenig die Frage, wie viele schlechte Jahre Lanxess noch durchhalten mag, bevor es endgültig an die Substanz geht. Die Krise in Nahost verschärft das Ganze noch weiter und die genauen Folgen lassen sich noch immer nicht abschätzen. Dass die Börsianer weiter in Deckung gehen, ist ihnen aber kaum zu verdenken. Die Aussichten auf eine Erholung bleiben vage, während die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn nur allzu greifbar sind.

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20.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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