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Tesla, Lucid Motors, GameStop und AMC - Unruhen am Markt - Gibt es bald den nächsten Crash?

Angst vor der Krise

 

Nachdem Anleger Anfang der Woche mit Turbulenzen am Finanzmarkt zu kämpfen hatten und der Dax zwischenzeitlich bis auf die 13.700 Punkte Marke eingebrochen war, schien es am Mittwoch so, als würden sich die Kurse wieder erholen, doch insgesamt lässt sich eine zunehmende Unsicherheit unter den Anlegern feststellen.

 

Umlaufrenditen für US-Staatspapiere legen zu

 

Ein Grund dafür kann man wohl an den steigenden Umlaufrenditen für zehnjährige US-Staatsanleihen festmachen. Am Mittwoch notierten diese bei 1,42 %, dem höchsten Stand seit einem Jahr. Mit der steigenden Rendite geht jedoch eine Abnahme der Attraktivität von Aktien einher, die Kursrückgänge zur Folge hat. Darüber hinaus macht sich die Sorge um eine anziehende Inflation breit, die ebenfalls in steigenden Renditen resultieren würde.

 

Hohe Bewertungen

 

Nicht weniger kritisch wird zurzeit auf die hohen Kurse sowie das rekordverdächtige Wachstumstempo an den Börsen geschaut. Die überhöhten Bewertungen lassen sich beispielsweise an den hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen festmachen, die besonders bei Tech-Aktien deutlich erkennbar sind. So liegen die Nasdaq-Werte momentan bei einem KGV von über 40, was einen doppelt so hohen Wert wie der Durchschnitt der letzten Jahrzehnte darstellt. Diese Entwicklung erinnert stark an den Höhepunkt der Technologieblase aus dem Jahr 2000.

 

Buffett-Index

 

Ein weiterer Indikator für hohen Bewertungen ist der Buffett-Index, welcher die US-Marktkapitalisierungen über den Wilshire 5000 ins Verhältnis zu dem US- Bruttoinlandproduktes setzt. Dieser liegt momentan mit über 190 Punkten so hoch wie lange nicht mehr und deutet strikt auf eine Überbewertung hin.

 

Kleinanleger mischen den Markt auf

 

Dabei erweckt es beinahe den Anschein, als hätte es die Corona-Pandemie nie gegeben. Seit der Einbrüche im März letzten Jahres hat sich der Markt wieder vollkommen erholt und ist momentan auf einem Rekordniveau. Viele Kleinanleger, die im Zuge der Corona-Krise und dem Aufstreben der sogenannten Billig-Broker ihren Weg an die Börse fanden, konnten dabei hohe Gewinne einfahren. Die neue Welle an Tradern führt nun jedoch dazu, dass das Panikpotenzial an den Märkten extrem gestiegen sei. Anleger scheinen deutlich spekulationsfreudiger, laufen Trends hinterher und verlieren Realwerte oftmals aus den Augen.

Der Gipfel dessen wurde wohl mit dem extremen Kursanstieg von Aktien wie GameStop (ISIN: US36467W1099) oder AMC (ISIN: US00165C1045) Ende Januar erreicht.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeCharlie Munger, langjähriger Partner des Staranlegers Warren Buffett, gibt sich über die momentane Entwicklung sehr besorgt. Er sieht in ihr Anzeichen einer irritierenden Blase, die früher oder später ein unschönes Ende haben dürfte. Darüber hinaus bedrückt ihn das starke Wachstum des Bitcoins, dessen Kursexplosion er ebenfalls nichts abgewinnen könne.

Dem gegenüber steht Elon Musk, der mit seinem Unternehmen Tesla (ISIN: US88160R1014) gleich neunstellig in den Bitcoin investierte und während der GameStop-Rallye mit Aufsehens erweckenden Tweets und eigenen Investitionen noch Öl ins Feuer goss.

Die Spekulationsfreudigkeit vieler Anleger zeigt sich zudem in der Beliebtheit von sogenannten Spacs (Special Purpose Acquisition Company), leere Mantelgesellschaften, die durch das Einsammeln von Kapital einen Börsengang für ein zuvor unbekanntes Unternehmen erleichtern sollen. Zuletzt machte Lucid Motors (ISIN: US13001C105) in diesem Fall Schlagzeilen.

 

Fazit

 

Was die Staatsanleihen betrifft, gehen Experten momentan davon aus, dass es erst gefährlich werden dürfte, wenn die Renditen in einen Bereich von 2 Prozent steigen würden. Der Trend gehe momentan jedoch in diese Richtung und Anleger sollten zumindest gewarnt sein.

Bei den hohen Kursen sind zwei Szenarien wahrscheinlich. Entweder die Wirtschaft schafft es nach dem Ende der Corona-Pandemie die hohen Bewertungen einzuholen, oder die Anleger bemerken, dass die wirtschaftliche Realität den hohen Erwartungen nicht gewachsen ist. Letzteres würde gezwungenermaßen zu deutlichen Korrekturen führen.

 

25.02.2021 - Tim Gerstenberg - tg@ntg24.de

 









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