Wie erwartet gehen die Gewinne von Mercedes-Benz weiter zurück, doch die Märkte hatten schon Schlimmeres befürchtet
Die Aktie von Mercedes-Benz reagiert mit Erleichterung
Die Krise in der Autobranche ist noch lange nicht durchgestanden, weshalb die Märkte sich auf maue Ergebnisse eingestellt haben. Mercedes-Benz bildet da keine Ausnahme. Schließlich macht sich hier ebenfalls ein schwaches China-Geschäft nebst Auswirkungen von US-Zöllen und eine angeschlagene Konsumlaune bemerkbar.
Vorgelegt hat der Autobauer nun Q1-Zahlen, die auf den ersten Blick tatsächlich wenig sensationell aussehen. Das Ebit ging gegenüber dem bereits schwachen Vorjahreszeitraum um 16,8 Prozent auf nur noch 1,9 Milliarden Euro zurück. Verglichen mit dem ersten Quartal 2024 musste gar ein Minus von 51 Prozent hingenommen werden. Selten verdiente Mercedes-Benz (DE0007100000) in einem ersten Quartal weniger. Neben schwachen Absatzzahlen lag das auch an der Marge, die auf nur noch 4,1 Prozent zurückfiel.
Gute Nachrichten konnte man also letztlich nicht mitteilen. An der Börse ist das aber stets Ansichtssache. Denn die Börse ist am Ende des Tages ein Spiel mit Erwartungen. Im Falle von Mercedes-Benz erwartete niemand Wunder. Stattdessen hatten sich Analysten sogar auf noch schwächere Ergebnisse eingestellt. Vor diesem Hintergrund konnte man in Stuttgart also letztlich für eine positive Überraschung sorgen. Insbesondere bei der operativen Marge wurde mit noch heftigeren Rückgängen gerechnet.
Mercedes-Benz verspricht Besserung
Für eine anhaltende Kursrallye werden etwas besser als befürchtete Zahlen freilich nicht ausreichen. Allerdings stellt Mercedes-Benz für die Zukunft bereits Besserung in Aussicht. Finanzchef Harald Wilhelm sprach über eine „starke Nachfrage“ nach neuen Produkten sowie über gut gefüllte Auftragsbücher. Daraus ergebe sich eine solide Grundlage für mehr Dynamik im zweiten Halbjahr. Mercedes-Benz will Schwächen vor allem mit einer großen Modelloffensive überwinden. Zwischen 2025 und 2027 sollen mehrere Dutzend neue Modelle sowie Facelifts auf den Markt gebracht werden.
Das Management hält an den Jahreszielen fest und zeigt sich damit gewissermaßen auch selbst mit den vorgelegten Ergebnissen zufrieden. Das kommt an der Börse letzten Endes gut an. Die Anleger reagierten mit Erleichterung und die Mercedes-Benz-Aktie schwang sich heute kurz nach Handelsbeginn um 2,5 Prozent auf 50,33 Euro in die Höhe. Das ist das erste nennenswerte Ausrufezeichen im Chart seit rund zwei Wochen. Es bleiben allerdings einige Herausforderungen bestehen.
Weiterhin schwach zeigte sich Mercedes-Benz ganz besonders in China, wo die Absätze im letzten Quartal um weitere sechs Prozent auf nur noch 419.000 Fahrzeuge zurückgingen. Zwar kämpfte der dortige Markt insgesamt mit heftigem Gegenwind. Das kann und sollte allerdings nicht als alleinige Ausrede herhalten. Schließlich schrumpfen die Absätze von Mercedes-Benz in Fernost auch nicht erst seit gestern. Dafür und für andere Märkte braucht es dringen noch überzeugende Antworten.
Tempo ist gefragt
Gelernt hat Mercedes-Benz nach eigenem Bekunden vor allem aus dem intensiven Wettbewerb in China. Daraus gewonnen Erkenntnisse sollen auch weltweit zum Tragen kommen. Konzernchef Ola Källenius ließ Ende vergangener Woche auf der Automesse in Peking gegenüber Journalisten wissen, mehr Tempo anzupeilen. In China soll zudem die vollständige Lieferkette, soweit möglich, auf lokale Anbieter umgestellt werden, um Kostenvorteile mitnehmen zu können. Unter dem Strich ist man also längst nicht planlos, kämpft aber natürlich noch mit einem insgesamt schwachen Marktumfeld.
Die vorgelegten Zahlen von Mercedes-Benz lassen für den Moment aufatmen. Es reicht aber noch nicht aus, um schon von einer Trendwende sprechen zu können. Dass an der Börse Gewinne regelrecht gefeiert werden, die so niedrig wie seit dem Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr ausfielen, lässt bereits tief blicken. Die Erwartungen haben sich schwer nach unten entwickelt. Um den Aktienkurs in höhere Sphären heben zu können, wird Mercedes-Benz noch mehr erreichen müssen, als nur das Eintreten des Worst Case zu verhindern.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Mercedes-Benz - hier weiterlesen...
29.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







29.04.2026
23.04.2026
11.04.2026
07.04.2026