Uber wird sich in München künftig an Mindestpreise halten müssen, womit die Stadt für einen fairen Wettbewerb sorgen möchte
Uber und Bolt sind wenig erfreut darüber
Seit Jahren schon wird in München über das Geschäft von Fahrdiensten wie Uber und Bolt gestritten. Solche bieten Fahrten vergleichsweise günstig an, verstoßen aber nach Ansicht der Kritiker regelmäßig gegen arbeits- sowie sozialrechtliche Vorschriften. Das Hauptzollamt München stellte außerdem Missachtungen gegenüber dem Mindestlohngesetz fest.
So soll es nicht weitergehen, weshalb der Kreisverwaltungsausschuss des Stadtrates nun Mindestpreise für Uber (US90353T1007) und andere Anbieter beschlossen hat. Im Münchner Stadtgebiet sollen die Preise sich nun am Taxitarif orientieren, allerdings ohne obligatorische Zuschläge. In der Praxis bedeutet das, dass ein Grundpreis von 5,13 Euro und ein Kilometerpreis von 2,43 Euro für die ersten sieben Kilometer und 2,25 Euro für Strecken darüber hinaus berechnet werden muss.
Bei klassischen Taxis beläuft sich der Grundpreis auf 5,90 Euro und der Kilometerpreis auf 2,70 Euro. Im Wettbewerb werden die Zügel damit angezogen, was Uber und Co. natürlich wenig gefallen dürfte. Der Mitbewerber Bolt bezeichnet das Ganze als eine „politisch verordnete Preiserhöhung“. Bisher waren Fahrten mit alternativen Dienstleistern in München durchschnittlich 40 Prozent günstiger als bei der Nutzung eines klassischen Taxis.
Für Uber entsteht vor allem das Risiko, dass sich weniger Nutzer finden lassen und dadurch die Umsätze zurückgehen. Die neue Regelung beschränkt sich zwar auf München, weshalb die Auswirkungen auf die Bilanz nicht der Rede wert sind. Allerdings gibt es auch in anderen Städten ähnliche Bestrebungen.
Uber entwickelt sich weiter
Es ist absehbar, dass das ursprüngliche Geschäftsmodell nicht bis in alle Ewigkeit funktionieren wird. Allerdings denkt das Unternehmen auch schon längst weiter und arbeitet beispielsweise an Robotaxis sowie weiteren Innovationen. Aus Anlegersicht ist der politische Gegenwind verschmerzbar. Die Aktie reagierte daher nicht weiter und blieb zuletzt in ihrem Seitwärtstrend stecken.
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29.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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