Datenschutzbedenken um Datenbrillen bringen den Konzern Meta unter Druck
Metas smarte Brillen scheinen auch schon mal ungefragt mitzufilmen
Meta warb in dieser Woche auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona recht aggressiv für die neueste Version seiner Datenbrille, die zu einem noch unbekannten Zeitpunkt in der Zukunft auch in Europa erhältlich sein soll. Durch ein integriertes Display und natürlich noch mehr KI sollen Nutzer damit ihre Umgebung noch besser im Blick behalten und viele Dinge erledigen können, für die ansonsten ein Smartphone in die Hand genommen werden müsste.
Getrübt werden die Marketing-Bemühungen von Meta (US30303M1027) allerdings von einer aktuellen Recherche der schwedischen Zeitungen „Svenska Dagbladet“ und „Götebors-Posten“. Jene sprechen davon, dass die Brillen wohl sowohl aufgenommene Bilder als auch Videos und Sprachinhalte zur Überprüfung an externe Auftragnehmer weiterleiten. Auf diese Möglichkeit wird grundsätzlich auch in den AGB hingewiesen.
Pikant an der Angelegenheit ist allerdings, dass zum Teil sehr private Aufnahmen ohne explizite Zustimmung weitergeleitet wurden. Gesprächspartner berichten der Zeitung davon, dass es viele Videos gebe, in denen jemand zur Toilette gehe oder sich ausziehe. Dass die betroffenen Personen von der aktiven Aufnahme wüssten, scheint kaum vorstellbar zu sein, denn ansonsten würden solche Szenen kaum aufgenommen werden. Auch weitere Mitarbeiter berichten von ähnlichen Vorfällen und Aufnahmen, die etwa in Umkleideaufnahme entstanden.
Meta beteuert Schutz der Privatsphäre
Das „Handelsblatt“ fragte bei Meta nach und bekam dabei bestätigt, dass in einigen Fällten Inhalte zur Überprüfung an externe Auftragnehmer geleitet würden, so Menschen Inhalte mit Meta AI teilen. Das Unternehmen verspricht aber, dass solche Daten zunächst gefiltert würden, um die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Zu den Medienberichten aus Schweden will das allerdings nicht recht passen. Denn laut jenen werden zum Teil auch Menschen in intimen Situationen aufgenommen, welche die Brille nicht einmal auf dem Kopf haben.
Berichtet wird über ein Beispiel, in dem ein Mann seine Meta-Brille auf den Nachttisch legt und anschließen den Raum verlässt. Im Anschluss betritt seine Frau den Raum und zieht sich um, während die Brille das Ganze brav aufzeichnet und im Anschluss an Auftragnehmer von Meta weiterleitet. Wie in diesem Fall auch nur entfernt eine Zustimmung stattgefunden haben soll, ist kaum vorstellbar.
Datenschützer sehen sich durch solche Beispiele in ihrer grundsätzlichen Skepsis bestätigt. Der Datenschutz könnte für Meta, ganz besonders in Europa, zu einem echten Stolperstein werden. Schon die im Jahr 2012 von Google vorgestellte Google Glass scheiterte einst genau an diesem Thema. Kritik gab es für die kaum sichtbare Kamera und in den USA untersagten zahlreiche Bars sowie Casinos das Tragen der Brille. Heutige Modelle von Meta lassen zwar eine LED aufleuchten, sobald ein Nutzer aktiv eine Aufnahme tätigt. Dass aber offenbar still und heimlich Aufnahmen von Meta erstellt werden, dürfte nicht besonders viel Anklang finden.
Meta kann es nicht lassen
Es ist nicht das erste Mal, dass Meta ein wenig sorglos mit Daten umgeht. Die Facebook-Mutter handelte sich in der Vergangenheit schon so manchen Datenskandal ein. Das hat dem Konzern letztlich wenig geschadet, doch auf die leichte Schulter nehmen lassen sich derartige Angelegenheiten aus Anlegersicht nicht. Der anfängliche Hype um Metas Datenbrillen ist ohnehin schon ein wenig abgeflacht. Müssen Nutzer nun befürchten, dass Aufnahmen von ihnen in allen Lebenslagen an Unbekannte weitergeleitet werden, dürfte dies kaum weiterhelfen.
Da die Datenbrillen eng mit dem Thema KI verwoben sind, könnte die Angelegenheit an der Börse noch hohe Wellen schlagen. Bisher bleibt es aber erst einmal bei dem fraglichen Bericht und die darin getätigten Aussagen lassen sich aus der Ferne freilich nicht zweifelsfrei überprüfen. Die Meta-Aktie reagierte am Donnerstag mit Verlusten von 1,1 Prozent und setzte auf 660,57 US-Dollar zurück. Nach Panik sieht das in einem ohnehin angespannten Marktumfeld sicher nicht aus.
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06.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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