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Höhere Preise bei weniger Inhalt verfolgen Milka sowie den Mutterkonzern Mondelēz weiterhin und die Verbraucher sind nicht erfreut

Hat Mondelēz es zu weit getrieben?

NTG24 - Höhere Preise bei weniger Inhalt verfolgen Milka sowie den Mutterkonzern Mondelēz weiterhin und die Verbraucher sind nicht erfreut

 

Im vergangenen Jahr blickten die Verbraucherinnen und Verbraucher wieder einmal auf steigende Preise im Supermarkt. Insbesondere Schokolade verteuerte sich dramatisch, womit die Hersteller auf die Preisrallye bei Kakao aus dem Vorjahr reagierten. Dass dies zu höheren Preisen führte, dafür haben die Menschen ein Stück weit durchaus Verständnis. Doch die Aufschläge können auch zu weit gehen und die Art und Weise spielt ebenfalls eine Rolle.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinFür besonders viel Aufmerksamkeit sorgte Mondelez (US6092071058) mit Preisanpassungen bei Milka-Schokolade. Denn zurückgegriffen wurde auf gleich zwei unpopuläre Maßnahmen. Während der Preis Anfang 2025 von 1,49 Euro auf 1,99 Euro anzog, reduzierte sich gleichzeitig der Packungsinhalt von 100 auf nur noch 90 Gramm. Dieses Vorgehen führte dazu, dass nicht wenige Verbraucher sich dezent veralbert fühlten. Die Quittung bekommt der Hersteller nun mit der Auszeichnung „Mogelpackung des Jahres“.

 

 

 

Verliehen wird jene alljährlich durch die Verbraucherzentrale Hamburg und aufmerksam soll damit auf das Phänomen der sogenannten Shrinkflation gemacht werden. Es gehört zur Normalität, dass Hersteller lieber den Packungsinhalt reduzieren, als einen höheren Preis am Regal in Supermarkt in Kauf zu nehmen. Verbraucherschützer monieren, dass die Packungsgröße dabei oftmals nicht kleiner wird, was Verbraucher in die Irre führen solle. Wer es übertreibt, riskiert den eigenen Ruf und durchaus auch Umsätze.

 

 

Mondelez macht sich mit Milka unbeliebt

 

Laut den Informationen der Verbraucherschützer erlangte Milka die wenig ruhmreiche Auszeichnung mit weitem Abstand. An der Abstimmung beteiligten sich knapp 35.000 Verbraucher und damit so viele wie seit sechs Jahren nicht. Zudem habe noch nie ein Produkt seit der ersten Verleihung vor zwölf Jahren einen so hohen Stimmenanteil erhalten. Die Verärgerung der Kunden scheint also ausgesprochen groß auszufallen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDas deckt sich mit Berichten vom Jahresende 2025, laut denen Milka in den Supermärkten immer unbeliebter wurde. In mehreren Zeitungsberichten war von einer schwachen Nachfrage sowohl nach dem gewöhnlichen Sortiment als auch Schoko-Nikoläusen zu lesen. Die Prospekte der Händler füllten sich derweil mit Rabattaktionen für Milka, bei denen der Verkaufspreis teilweise mehr als halbiert wurde. Die Märkte interpretierten dies als Anzeichen dafür, dass die Absatzzahlen im Schlussquartal noch mit der Brechstange gerettet werden sollten.

Noch ist nicht bekannt, wie sich die Verkaufszahlen von Milka entwickelt haben mögen. Sollte sich der Verdacht jedoch bestätigen, wonach die Verbraucher auf die Produktanpassungen sehr verärgert reagierten, könnte dem Mutterkonzern Mondelez noch etwas sehr viel Unangenehmeres als nur die Auszeichnung zur Mogelpackung des Jahres blühen. Einbrüche bei Verkaufszahlen oder Umsätzen könnten auch den Aktienkurs schnell ins Wanken bringen. Es stellt sich die Frage, ob der Konzern sich wirklich einen Gefallen getan hat.

 

Der Verbraucherschutz klagt

 

Vielleicht hätte Mondelez etwas mehr Ehrlichkeit gut zu Gesicht gestanden. Genau damit werden sich im Frühjahr auch noch die Gerichte beschäftigen. Denn die Verbraucherzentrale zog schon vor einigen Monaten gegen den Lebensmittelkonzern vor Gericht. Der Vorwurf lautet, dass ein deutlicher Hinweis auf den geringeren Packungsinhalt bei Milka-Schokolade gefehlt habe. Deshalb sei die Füllmengenreduzierung nicht nur ärgerlich, sondern auch „irreführend“, heißt es in der Klageschrift.

Die Kommunikation kann bei den Verbrauchern einen großen Unterschied machen. Denn es macht einen großen Unterschied, ob ein Hersteller einfach nur die Preise erhöht, oder ob dabei auch Methoden angewendet werden, bei denen sich die Kundschaft dezent hinters Licht geführt fühlt. Mondelez scheint diese Lektion nun auf die harte Tour lernen zu müssen. Ob die Preise auch abseits von Rabattaktionen irgendwann wieder sinken mögen, bleibt noch abzuwarten. Der Kakaopreis ging in den letzten zwölf Monaten wieder um rund 66 Prozent zurück und liegt damit wieder auf dem Niveau von Anfang 2024.

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22.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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