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Mit einer der teuersten Übernahmen in Hollywood will Netflix sich Warner Bros. Discovery einverleben

Netflix setzt sich durch, doch die Anleger reagieren mit Skepsis

NTG24 - Mit einer der teuersten Übernahmen in Hollywood will Netflix sich Warner Bros. Discovery einverleben

 

Nach einem monatelangen Bieterkrimi setzt sich Netflix letzten Endes durch. Am Freitag kündigte das Unternehmen an, Warner Bros. Discovery für stattliche 72 Milliarden US-Dollar übernehmen. Den größten Teil davon will der Streaming-Gigant in bar zahlen. Nicht überall sorgt das für Begeisterung und auch die Aktionäre reagierten zunächst verhalten.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeSichern will sich Netflix (US64110L1061) die Produktion von Warner Bros. Discovery, während das Fernsehgeschäft wie geplant abgespalten und in einem separaten Unternehmen an die Börse gebracht werden soll. Der Streaming-Anbieter erhält mit der Übernahme nicht nur Zugang zu etlichen bekannten Marken aus dem Hollywood-Universum. Gleichzeitig verschmilzt man auch mit einem der größten Konkurrenten in Form von HBO Max, der Anfang kommenden Jahres auch in Deutschland an den Start gehen will. Allerdings geht Netflix auch ein Stück weit ins Risiko.

 

 

 

Es ist bislang noch offen, ob die Übernahme auch tatsächlich so über die Bühne gehen kann. Schon jetzt dominiert Netflix den Streaming-Markt und im Gegensatz zur Konkurrenz können stattliche Gewinne erzielt werden. Die Kartellbehörden dürften sehr genau hinschauen und Insidern zufolge scheint die US-Regierung unter Donald Trump einer Übernahme durch Netflix eher skeptisch gegenüberzustehen.

 

Netflix an der Spitze

 

Schon allein das Vorhaben an sich ist aber eine Machtdemonstration seitens Netflix. Erst Ende der 1990er Jahre wurde das Unternehmen gegründet und beschäftigte sich damals mit dem Verleih von DVDs per Post. Das Streaming entstand erst einige Jahre später und wurde von den großen Filmstudios eher belächelt. Netflix wuchs munter weiter, punktete im Laufe der Jahre mit immer mehr Eigenproduktionen und ist heute der wertvollste Konzern der Entertainment-Branche. Die Bewertung ist mehr als doppelt so hoch wie jene von Disney und selbst die großen Filmstudios werden zu Übernahmezielen.

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Werbebanner EMH PM TradeMit dem Abschluss der Übernahme rechnet Netflix erst in zwölf bis achtzehn Monaten. Daran zeigt sich, dass man sich der Dimensionen der Fusion mehr als bewusst ist und auch den möglichen Widerstand der Kartellbehörden auf dem Schirm hat. Das abgeschlossene Abkommen sieht sogar eine Strafe von fünf Milliarden Dollar vor, welche Netflix im Falle eines Scheiterns an Warner Bros. Discovery zahlen müsste. Risiken gibt es also mehr als genug. Dennoch wollte Netflix sich diese „einmalige Gelegenheit“ nicht entgehen lassen.

An der Börse wird das Risiko gesehen, dass sich Netflix mit der Übernahme letztlich verheben könnte und die aufgewendeten Mittel erst in vielen Jahren, wenn überhaupt, wieder hereingeholt werden können. Außerdem geht die Sorge um, dass dem Kino ein weiterer Schlag versetzt werden könnte. Netflix hat Medienberichten zufolge zwar zugesagt, auch weiterhin Filme von Warner Bros. zuerst in den Lichtspielhäusern zu zeigen. Skeptiker zweifeln jedoch daran, ob dieses Versprechen auch langfristig eingehalten wird. Das Interesse von Netflix an einem solchen Geschäftsmodell ist eher überschaubar.

 

Lohnt sich das für Netflix?

 

Die Netflix-Aktie reagierte auf die Ankündigung am Freitag mit Verlusten von 2,9 Prozent und der Kurs ging nur knapp über 100 Dollar ins Wochenende. Schon zuvor bekam der Titel es mit Gewinnmitnahmen zu tun. Auch wenn Netflix mit der Übernahme einiges an Stärke ausstrahlt, so kommt jetzt auch erst einmal Unsicherheit mit hinzu. Einige offene Fragen wollen noch geklärt werden und die Anteilseigner werden sich wohl auf eine erhöhte Volatilität einstellen müssen.

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Sollte Netflix das Ganze aber letzten Endes in trockene Tücher bringen können, so würde der Konzern nicht nur Zugriff auf einige der wertvollsten Marken Hollywoods haben. Man würde auch endgültig die Marktführerschaft im Streaming-Bereich zementieren und dort die Konkurrenz weit hinter sich zurücklassen. Langfristig dürfte damit der weitere Wachstumskurs gesichert sein. Das gigantische Vorhaben hat daher aus Anlegersicht sowohl Licht- als auch Schattenseiten.

 

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08.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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