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Netflix liefert erwartungsgemäß starke Zahlen, sorgt jedoch mit dem Abschied des Verwaltungsratsvorsitzenden Reed Hastings für Unsicherheit an den Märkten

Dem Weggang des Mitgründer von Netflix folgen nicht wenige Aktionäre

NTG24 - Netflix liefert erwartungsgemäß starke Zahlen, sorgt jedoch mit dem Abschied des Verwaltungsratsvorsitzenden Reed Hastings für Unsicherheit an den Märkten

 

Der Wachstumskurs bei Netflix setzte sich im vergangenen Quartal munter fort. Vor allem die Werbeeinnahmen kletterten im hohen Tempo, was sich in Zukunft weiter fortsetzen soll. Zudem profitierte der Streaming-Anbieter von einer Vertragsstrafe nach der gescheiterten Übernahme von Warner Bros. Dennoch wollte an der Börse keine gute Stimmung aufkommen.

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Auf fundamentaler Ebene sorgte Netflix (US64110L1061) zwar für keine schlechten Neuigkeiten. Doch in einem Brief an die Aktionäre kündigte das Unternehmen an, dass Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzender Reed Hastings sich im Juni nicht zur Wiederwahl zur Verfügung stellen wolle. Stattdessen möchte Hastings sich in Zukunft auf andere Projekte und wohltätigte Zwecke konzentrieren. Aufgrund dieser Nachricht gerieten die Ergebnisse von Netflix etwas in den Hintergrund.

Große Überraschungen gab es dort nicht zu sehen. Mit den Umsätzen ging es im ersten Quartal um 16 Prozent auf 12,25 Milliarden US-Dollar aufwärts, was sogar noch dezent über der Konsensschätzung lag. Beim Gewinn konnten 1,23 Dollar je Aktie und damit in etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr ausgewiesen werden. Bemerkbar gemacht hat sich hier eine 2,8 Milliarden Dollar schwere Vertragsstrafe von Warner Bros. Allerdings muss Netflix nun auch auf Inhalte wie „Harry Potter“ und „Der Herr der Ringe“ verzichten.

 

 

 

Netflix will zum Platzhirsch in der Werbung werden

 

Besonders gut läuft es für Netflix im Geschäft mit Werbung. Vor einigen Jahren herrschte noch Skepsis, als das Unternehmen erstmals günstigere Abos mit Werbeeinblendungen ankündigte. Mittlerweile verdient das Unternehmen mit entsprechenden Nutzern mehr als beim Abschluss eines klassischen Abos ohne Werbung. Regelmäßige Preiserhöhungen in den oberen Kategorien sollen noch mehr Nutzer in das werbefinanzierte Abo locken, um die Einnahmen dort weiter zu erhöhen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNetflix hat es sich zum Ziel gemacht, in Zukunft zu einer der weltweit größten Werbeplattformen zu avancieren. Schon im laufenden Jahr sollen in diesem Bereich etwa drei Milliarden Dollar an Einnahmen generiert werden. Um die Zuschauer bei Laune zu halten, setzt der Konzern auf Inhalte. In Aussicht gestellt wurde unter anderem eine Fortsetzung von „KPop Demon Hunters“, dem bisher erfolgreichsten Animationsfilm des Unternehmens. Außerdem soll es eine weltweite Konzerttournee zum erfolgreichen Franchise geben.

Um insbesondere die Werbeeinnahmen anzukurbeln, setzt Netflix zudem verstärkt auf Live-Inhalte und Sportübertragungen. Außerdem soll es künftig auch Video-Podcasts geben. Solche können mit geringem Budget produziert werden und bringen es oftmals auf lange Laufzeiten. Genau diese Zeit kann dann genutzt werden, um möglichst viel Werbung auszuspielen. Auch seine Ambitionen im Bereich Gaming hat Netflix trotz bisher überschaubarer Erfolge nicht aufgegeben. Mit „Netflix Playground“ sollen jetzt verstärkt Kinder ins Visier genommen werden, die sich in Spielen mit Charakteren aus Serien wie der Sesamstraße austoben können.

 

Es hilft alles nichts

 

Netflix schreibt hervorragende Zahlen und stellt weitere Erfolge in Aussicht. Es scheint also wenig zu meckern zu geben. Dennoch trieb es die Aktie nach Börsenschluss am Donnerstag um knapp zehn Prozent in die Tiefe und damit deutet sich an, dass die 100-Dollar-Marke im heutigen Handel klar unterboten werden dürfte. Die Unsicherheit durch den Abschied von Hastings scheint alles andere zu überstrahlen.

Hinzu kommt eine historisch schlechte Verbraucherstimmung in den USA, was manchen Marktakteur am weiteren Wachstumspotenzial dezent zweifeln lässt. Solche und andere Befürchtungen scheinen jedoch etwas zu sehr im Vordergrund zu stehen. Denn sollte Netflix seine Prognosen einhalten können, so wäre für die Aktie auch noch viel Luft nach oben vorhanden. Garantien lassen sich an der Börse zwar nie aussprechen. Doch das Unternehmen bestand nie aus nur einem Kopf und der Rücksetzer könnte eventuell auch interessante Einstiegschancen bieten.

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17.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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