Netflix atmet auf, Nvidia wird für Spieler wohl teurer, Microsoft kündigt neue Spiel an und Nintendo konzentriert sich derzeit lieber auf andere Dinge
Die Börse ist immer für eine Überraschung gut
Auch an diesem Wochenende kommen Anlegerinnen und Anleger wahrscheinlich kaum zur Ruhe. In den USA überschlagen sich erneut die Ereignisse, nachdem ICE-Beamte in Minneapolis zum zweiten Mal einen US-Staatsbürger regelrecht hinrichteten. Obschon das Geschehen auf Video aufgezeichnet ist, sprechen die Behörden von „Notwehr“. Das bringt die Demokraten in Rage, welche mit Stimmenentzug drohen und damit schon am Freitag den nächsten teilweisen Shutdown erzwingen könnten.
Wahrscheinlich werden die Börsen damit etwas unaufgeregter als beim letzten Mal umgehen. Zunehmende Eskalationen sind dennoch nicht als gute Nachricht zu verstehen. Am Wochenende gab es aber auch erfreulichere Dinge. So konnte am Sonntag der US-Freeclimber Alex Honnold erfolgreich den Wolkenkratzer Taipeh 101 in Taiwan besteigen, was von Netflix (US64110L1061) live ins Netz gestreamt wurde. Die ungewöhnliche Aktion sorgte im Vorfeld für viel Kritik.
Zu einem Unfall kam es glücklicherweise nicht und Netflix ist nun um ein Highlight in der eigenen Bibliothek reicher. Ob das Ganze wirklich notwendig war, darüber lässt sich streiten. Grundsätzlich kämpft Netflix aber, wie alle anderen Medienschaffenden auch, mit dem Fluch, immer größere Sensationen zu produzieren, um die Zuschauerschaft bei Laune zu halten. An den Märkten gilt die größere Aufmerksamkeit derweil weiterhin der Warner-Bros-Übernahme, die noch immer nicht in trockenen Tüchern ist.
Nvidia: Kein Herz für Spieler?
Wohl kaum ein Unternehmen hat in den vergangenen Jahren einen derart heftigen Wandel erlebt wie Nvidia (US67066G1040). Das Geschäft mit Grafikkarten für Spieler war einst das mit Abstand größte Standbein, und ohne jene wäre der Konzern nie zur heutigen Größe im KI-Bereich aufgestiegen. Dankbarkeit gegenüber den Spielern scheint sich aber in engen Grenzen zu halten.
In der Vergangenheit bot Nvidia über ein spezielles Partnerprogramm noch Grafikkarten an, die stets zur unverbindlichen Preisempfehlung erhältlich und damit nicht von Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher und anderen Komponenten betroffen waren. Laut dem bekannten Tech-Influencer Roman Hartung, auch bekannt als „der8auer“, soll Nvidia das fragliche Programm wohl mittlerweile eingestellt haben. Sollte dies zutreffen, wo wäre mit enormen Preissteigerungen zu rechnen. Gleichzeitig konzentriert sich Nvidia aufgrund von knappem Arbeitsspeicher allem Anschein nach auch noch auf die kostspielige Oberklasse. Für Gamer sind es keine schönen Zeiten.
Spieleflut bei Microsoft?
Die (noch) vergleichsweise günstigen Konsolen werden da sehr viel attraktiver. Wie es scheint, steht dort auch schon bald Nachschub in Form neuer Blockbuster an, und das nicht nur mit GTA 6 zum Jahresende. Microsoft (US5949181045) kündigte kürzlich die Termine für gleich zwei heiß erwartete Titel an. Im Mai darf in „Forza Horizon 6“ nach Herzenslust über japanische Straßen gerast werden. Im Herbst soll die Neuauflage von „Fable“, welche schon 2020 angekündigt wurde, folgen.
Es mutet schon fast etwas ungewohnt an, dass ausgerechnet Microsoft aktuell mit Eigenproduktionen nach vorne prescht. Denn solche schienen in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund zu rücken, während Cloud-Gaming und andere Spielereien umso mehr gepusht wurden. Für die Spieler ist es eine angenehme Abwechslung. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Qualität stimmt. Für Anleger bleibt das Ganze nur beiläufig interessant, doch gegen endlich wieder neue Erfolge im Gaming-Segment hätte man an der Börse mit Sicherheit nichts einzuwenden.
Nintendo Direct ohne Spiele
Der Eindruck einer verkehrten Welt entsteht beim Blick rüber zu Nintendo (JP3756600007). Eigentlich sind die Japaner bekannt dafür, im Gegensatz zu vielen Konkurrenten noch für einen steten Strom an hochkarätigen Spielen zu sorgen. Doch aktuell kümmert man sich in Kyoto lieber um andere Dinge. Am heutigen Sonntag findet eine Ausgabe des Formats „Nintendo Direct“ zum „Super Mario Galaxy Film“ statt, bei der es kein einziges Spiel zu sehen geben wird.
Kurz zuvor plauderte Nintendo über ein Gadget in Form der „Talking Flower“, welche ab März passend zum Mario-Film verkauft werden soll. Das Ganze mutet ähnlich seltsam an wie der im Jahr 2024 veröffentlichte Wecker Alarmo, wird aber mit Sicherheit seine Freunde finden. In Sachen Spielen sieht es bei Nintendo momentan hingegen etwas mau aus. Es fehlt vor allem an der Aussicht richtiger Blockbuster wie „The Legend of Zelda“ oder eines neuen Hauptteils aus der Super-Mario-Reihe. Die Aktie ging am Freitag dennoch steil aufwärts, nachdem sich Berichte über gute Absatzzahlen der Switch 2 in den USA verbreiteten.
Erwarte das Unerwartete
Die Börse liefert uns immer wieder wunderschöne Beispiele dafür, warum mit so ziemlich allem zu rechnen ist. Selbst die beste Prognose löst sich schnell in Luft auf, wenn etwas Unerwartetes geschieht. Genau das lässt sich aber nie ausschließen. Sei es auf der weltpolitischen Bühne oder auch im Kleinen bei der Produktpolitik von einzelnen Herstellern. Wer Unerwartetes gedanklich im Hinterkopf behält, wird davon weniger schnell umgehauen und kann dementsprechend auch nüchterner reagieren.
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25.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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