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Orsted spürt Rückenwind, Shell dreht wieder in den grünen Bereich und Siemens Energy macht es sich in luftiger Höhe bequem – BÖRSE TO GO

Die Märkte werden weiterhin von Fragen um Krieg und Frieden bestimmt

NTG24 - Orsted spürt Rückenwind, Shell dreht wieder in den grünen Bereich und Siemens Energy macht es sich in luftiger Höhe bequem – BÖRSE TO GO

 

Die Waffenruhe im Nahen Osten hielt am gestrigen Donnerstag zwar. Sie zeigte aber erstaunlich schnell tiefe Risse, was an den Börsen wieder für Unsicherheit sorgte. Etwas Beruhigung kehrte ein, nachdem Israel Friedensgepsäche mit dem Libanon in Aussicht stellte. Wenige Stunden später polterte allerdings US-Präsident Donald Trump gegen den Iran und warnte das Land davor, für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus Gebühren zu erheben.

Bisher konnten offenbar nur wenige Tanke die Straße von Hormus passieren. Ob dafür in irgendeiner Weise Gebühren geflossen sind oder nicht, dazu gibt es bislang keine gesicherten Berichte. Trotz aller Unsicherheit kämpfte der Dow Jones sich letztlich wieder etwas in die Höhe. Es ging um 0,6 Prozent auf 48.186 Punkte aufwärts, womit die Verluste seit Kriegsbeginn allerdings noch nicht wieder ausgeglichen werden konnten.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDer DAX litt deutlich mehr unter der Sorge davor, dass der Waffenstillstand kippen könnte oder die anstehenden Verhandlungen in Pakistan nicht für einen dauerhaften Frieden sorgen können. Sichtlich besorgt schauten die Börsianer dabei zu, wie der Ölpreis sich wieder auf die Marke von 100 US-Dollar je Barrel zubewegte. Das schürt erneute Zweifel an einer konjunkturellen Erholung in Europa. Der DAX musste daher letztlich Verluste von 1,1 Prozent verkraften und es ging mit 23.807 Punkten aus dem Handel. Beim MDAX sah es nur unwesentlich besser aus.

In Asien verblasst ebenfalls die Hoffnung darauf, dass durch die jüngsten Entwicklungen die Ölpreise wieder deutlich nachgeben könnten. Der Hang Seng wertete am Donnerstag um 0,5 Prozent auf 25.752 Zähler ab. In Tokio wurde die Stimmung zusätzlich durch Unstimmigkeiten mit Russland belastet. Gaslieferungen von dort sind aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten derzeit wichtiger denn je. Ein Drohnendeal mit der Ukraine gefällt Moskau jedoch gar nicht. Der Nikkei 225 ging um 0,7 Prozent auf 55.895 Zähler zurück.

 

Orsted versprüht Selbstbewusstsein

 

Nützlich könnte die nun schon zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren für den weiteren Ausbau der Windkraft sein. Diese Ansicht vertritt zumindest Rasmus Errboe, seines Zeichens CEO des Windkraftkonzerns Orsted (DK0060094928). Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters teilte jener mit, dass Europa vor der großen Aufgabe stehe, Energiesicherheit und Souveränität zu gewährleisten. Der Irankrieg lieferte wohl einen weiteren Beweis dafür, dass eben das mit fossilen Brennstoffen kaum möglich ist. Auch die Anleger scheinen Chancen zu erkennen und die Orsted-Aktie kletterte um weitere 0,9 Prozent auf 21,68 Euro. Seit Kriegsbeginn ging es um gut sechs Prozent aufwärts.

 

Shell wieder im grünen Bereich

 

Nachdem der Waffenstillstand in Nahost verkündet wurde, stand die Aktie von Shell (GB00BP6MXD84) zunächst auf der Verkaufsliste vieler Anleger. Doch mit einem freundlichen Blick auf das erste Quartal konnte das Unternehmen den Verkaufsdruck bereits am Mittwoch etwas abfedern. Am Donnerstag sorgten dann wieder etwas höhere Ölpreise dafür, dass die Shell-Aktie sich zurück in den grünen Bereich schwingen konnte. Zugewinne von 1,2 Prozent beförderten den Kurs auf weiterhin ansehnliche 39,54 Euro. Aufgrund der starken Abhängigkeit von den derzeit kaum vorhersehbaren Öl- und Gaspreisen bleibt allerdings offen, in welche Richtung es nun gehen mag.

 

Schwindelerregendes Kursziel für Siemens Energy

 

Im Falle von Siemens Energy (DE000ENER6Y0) ist die Sache deutlich klarer, wenn es nach den Analysten von JPMorgan geht. Jene bestätigten erneut die Kaufempfehlung für die Aktie und begründeten dies auf strukturelle Wachstumstreiber, welche auch unabhängig von der Geopolitik an Bedeutung gewinnen würden. Unterstrichen wurde der optimistischte Ausblick mit einem Kursziel, das auf satte 200 Euro lautet. Trotz solcher Aussichten gab die Aktie zunächst um ein halbes Prozent auf 164,56 Euro nach. Damit verteidigten die Bullen allerdings den sprunghaften Anstieg, der tags zuvor erzielt werden konnte.

 

Tagestermine

 

Spannung kommt heute beim Blick auf frische Inflationsdaten aus Deutschland auf. Außerdem wird zur Mittagszeit eine Rede von EZB-Vizepräsident Luis De Guindos erwartet, was vielleicht neue Erkenntnisse bezüglich der künftigen Zinsentwicklung mit sich bringen könnte. Derweil steht bei der Swiss Re die Hauptversammlung an. Die Berichtssaison kommt erst langsam ins Rollen, was sich in der kommenden Woche dann aber mit Zahlen aus dem Bankensektor wieder ändern dürfte.

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10.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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